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Alkoholfreie Getränke Erlöse wieder im Plus

Tobias Dünnebacke | 08. April 2011

Die Beliebtheit alkoholfreier Getränke ist nach wie vor ungebrochen. Die Warengruppe gewinnt nicht nur bei der Menge, auch die Erlöse steigen wieder.

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„2010 war für die Warengruppe alkoholfreie Getränke ein ziemlich gutes Jahr", sagt Manuel Spriestersbach, Getränke-Experte bei den Marktforschern von der Symphony IRI Group. Auch 2009 hat mengenmäßig eine positive Entwicklung stattgefunden (vgl. LP 7/2010), allerdings konnte aufgrund des enormen Kostendrucks mit dieser Warengruppe nicht mehr Geld verdient werden. Dies hat sich im vergangenen Jahr grundlegend geändert. So konnten die alkoholfreien Getränke insgesamt bei einem Absatzwachstum von 2,6 Prozent (22,9 Mrd. l) auch beim Umsatz um stolze 3,6 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro zulegen. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch erreicht mit 118,2 l in Deutschland einen neuen historischen Höchststand, wie die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) meldet. Aber der Umsatzsprung lässt sich nicht nur durch den gestiegenen Durst der Deutschen erklären. Aber wie dann?

Spriestersbach weiß zumindest für das AfG-Segment Wasser eine Erklärung: „Beim Wasser haben Marken mit mehr und aggressiveren Aktionen dem Private-Label-Geschäft der Discounter einiges an Volumen abgenommen. Dadurch steigt auch der Durchschnittspreis und die Wertentwicklung ist stabil." Der Umsatz mit Wasser (im LEH ab 200 qm plus Aldi, GAM und DM) stieg um 5,1 Prozent, wobei der Wachstumsschub klar von stillem Mineralwasser (inklusive Medium) ausgeht. Diese Entwicklung wird auch vom Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) beobachtet. Der Absatz der deutschen Mineralbrunnenbetriebe sei insgesamt stabil, heißt es dort. Mineralwässer mit CO2 haben 2,7 Prozent Absatz verloren, wohingegen Mineralwässer ohne CO2 um 6,2 Prozent zulegen konnten. Mit 86,6 Prozent Anteil werden die Wässer mit beziehungsweise wenig Kohlensäure aber nach wie vor am stärksten nachgefragt. Das Fazit über die Entwicklung insgesamt fällt beim VDM zufrieden aus. Nach einem langen Winter mit entsprechend schwachem Absatz habe der schöne, aber kurze Sommer der Branche Zuwächse von bis zu 30 Prozent verschafft. „Diese erfreulichen Zahlen konnten durch den schwachen Absatz der verregneten zweiten Sommerhälfte und des schlechten Herbstwetters leider nicht gehalten werden", sagt VDM-Geschäftsführer Wolfgang Stubbe. Trotzdem dominiert der Optimismus: „Wir haben den Absatz des Jahres 2009 erreicht und gehen mit Zuversicht in das neue Jahr."

Zuversicht prägt auch das Fazit bei Gerolsteiner-Brunnen. Der Gesamt-Nettowarenumsatz mit Mineralwasser und mineralwasserbasierten Erfrischungsgetränken habe 2010 mit 184 Mio. Euro dem Vorjahresniveau entsprochen und sich damit erstmals seit 2007 wieder stabil gezeigt. Der Absatz insgesamt war mit rund 5,9 Mio. hl noch leicht rückläufig, aber die Marktführerschaft als die führende Mineralwassermarke im Preissegment ab 0,40 Euro pro l sei deutlich ausgebaut worden. „Unsere Qualitäts-Strategie zeigt Wirkung – hohe Produktqualität und ein verlässliches Preisbild sind unsere Antwort auf das sinkende Preisniveau am Mineralwassermarkt", erklärt Axel Dahm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG.

Wettbewerber Lichtenauer, eine selbstständige Tochter der Hassia-Gruppe, berichtet ähnlich positive Zahlen. 2010 sei das erfolgreichste Geschäftsjahr nach der Wende gewesen. Insgesamt habe der Brunnenbetrieb im vergangen Jahr 169 Mio. l Getränke an Handel und Gastronomie ausgeliefert. Das sächsische Unternehmen erzielte damit einen Jahresumsatz von rund 50 Mio. Euro. „Im Bereich des Mineralwassers, der Wellness-Getränke und Schorlen belegen wir unter den Markenherstellern mit Lichtenauer jeweils den ersten Platz in den neuen Bundesländern", sagt Geschäftsführer Paul K. Korn. Aber nicht nur bei Lichtenauer, auch bei der sächsischen Traditionsmarke Margon und bei Vita Cola verzeichnet das Unternehmen deutliche Marktzuwächse.