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Klimawandel Insekten starten früher in die Saison

Susanne Klopsch | 12. April 2014

Der milde Winter sorgt für ein zeitigeres Auftreten von Mücken, Zecken und anderen Insekten – und erhöht die Absatzchancen für den LEH.

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Ein milder Winter hat einige Vorteile: Es muss weniger geheizt werden, Städte und Kommunen weniger streuen. Doch der milde Winter 2013/2014 könnte nach Ansicht von Experten zu einem vermehrten Aufkommen von Insekten, vor allem Mücken, führen. Auch sogenannte Exoten finden inzwischen bei uns gute Brut- und Lebensbedingungen: „Ein milder Winter kommt ihnen sehr entgegen“, sagte schon im Februar Senckenberg-Forscher Sven Klimpel in Frankfurt. Die Insekten profitierten von der Klimaveränderung und den weniger deutlich abgegrenzten Jahreszeiten. Im Südwesten Deutschlands wurde Mitte März, und damit vier Wochen früher als im Vorjahr, mit dem Abwurf von speziell präparierten Eiskörnern, die die Larven in einem bestimmten Stadium töten sollen, die Bekämpfung begonnen.

Der frühe „Saisonbeginn“ birgt für den LEH zusätzliche Absatzchancen . Denn die Kunden werden nun früher nach Mückenspray, Fliegenklatschen etc. fragen. 2013 wurden im LEH und Drogeriemärkten etwa 86,6 Mio. Euro für Insektizide ausgegeben. Das sind etwa 1,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mitausschlaggebend war der späte Frühlingsbeginn. Vor allem im ersten Halbjahr lief das Geschäft schleppend, wie es bei Aeroxon heißt. Die Marke aus Waiblingen ist nach eigenen Angaben seit einigen Jahren die Nummer 1 bei den Haushaltsinsektiziden im klassischen LEH.

Das Familienunternehmen baute im vergangenen Jahr den Marktanteil auf 42,1 Prozent (Vorjahr: 39,6 Prozent) weiter aus und wuchs stärker als der Gesamtmarkt. „Wir stellen mit der Lebensmittelmotten-Falle, dem Fliegenfänger und der Ameisen-Köderdose drei der Top-5-Produkte in dieser Vertriebsschiene“, heißt es aus Waiblingen. Zu den Klassikern wie der Fenster-Fliegenfalle, der Fliegenklatsche oder der Silberfischen-Köderdose kommen in diesem Jahr zwei Produkte hinzu: der Duft-Mottenschutz und das Biotonnen-Pulver mit neuer Formel.


Zur Unterstützung des Abverkaufs stellt Aeroxon dem Handel aufmerksamkeitsstarke und optisch ansprechende Zweitplatzierungen zur Verfügung. Hierzu gehören das Aeroxon-Regal sowie der Aeroxon-Shop zur Präsentation eines breiten Angebots an Produkten gegen Fliegen, Ameisen, Motten etc. Zudem gibt es mit dem Aeroxon Mini-Shop eine kompakte Produktpräsentation der Waiblinger für kleine Flächen und für Impulsartikel. Die Zweiplatzierungen bieten nach Unternehmensangaben flexible Regalböden zur individuellen Bestückung.

Mit dem milden Wetter beginnen auch die Draußen-Aktivitäten, sei es nun Radfahren oder Spazierengehen. Zum Schutz vor Mücken bietet Autan neu das Anti-Mückenspray Autan Active: Es soll auch bei hoher Luftfeuchtigkeit und Schweißbildung bis zu acht Stunden vor Mückenstichen bewahren. Ebenfalls von SC Johnson ist das Multi Insekten-Spray der Marke Raid: Es hat einen frischen Duft und soll sowohl gegen fliegende als auch gegen kriechende Insekten wirken. Für beide Marken bietet das Unternehmen Displays für das gesamte Sortiment an, zudem gibt es Wobbler und Beraterkarten mit Produktinformationen, für Raid zudem ein Display speziell für die Anti-Mottenprodukte sowie Raid Dispenser und Regalcoupons für Promotions.

Zecken: Die Spinnentiere werden bereits bei einer Außentemperatur von 8 Grad Celsius aktiv und warten an Waldrändern, auf Lichtungen, in hohen Gräsern oder im Unterholz auf Wirte (Mensch und Vierbeiner, etwa Hunde oder Katzen). Das Problematische am Zeckenstich für Menschen: Es können Bakterien und Viren in den Wirtskörper gelangen. Diese können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME auslösen, die Frühsommer-Meningitiserkrankung. Letztere ist eine Erkrankung des Nervensystems, Risikogebiete sind vor allem Süddeutschland sowie Ost- und Südeuropa. Nach Angaben den Robert-Koch-Instituts (RKI) sind zwar nur 1 bis 2 Prozent der Zecken infiziert; allerdings hat sich laut RKI die Zahl der FSME-Erkrankungen hierzulande verdoppelt. Es ist also ratsam, es erst gar nicht zum Zeckenstich kommen zu lassen.

Schutz: Bei Aufenthalt im Freien bevorzugt helle Kleidung tragen – auf ihr lassen sich die krabbelnden Insekten leichter erkennen und abstreifen. Reguläre Wanderwege nutzen und Unterholz meiden. Vor allem Füße und Beine mit handelsüblichen Zeckenschutzmitteln sowie Bekleidung schützen. Zeckenschutzsprays sind sogenannte Repellents (vom lateinischen repellere, vertreiben, zurückstoßen), das heißt, sie machen den potenziellen Wirt uninteressant für das Spinnentier. Hat sich dennoch eine Zecke festgebissen, ist zum einen schnelles Handeln gefragt – und Hektik zu vermeiden. Schnell sollte es gehen, denn saugt die Zecke weniger als 12 Stunden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheiten geringer. Und mit Ruhe sollte man bei der Entfernung der Zecke zu Werke gehen: Mit Pinzette oder Zeckenkarte das Spinnentier so nah wie möglich an der Haut fassen und dann nach oben ziehen – nicht drehen! So wird die Zecke nicht verletzt und ein Eindringen von Krankheitserregern wird verhindert. Zeckenkarten sind dank ihres Scheckkartenformats leicht auch bei einer Wanderung mitzunehmen.

Mücken: Hierzulande gibt es rund 40 Sorten der Schmarotzer. Sie ernähren sich vom Blut des Wirtes. Angelockt werden sie nicht vom Licht – letztlich entscheidet der individuelle Duftmix aus u. a. ausgeatmetem Kohlendioxid, Körpergeruch und Parfüm, ob jemand gestochen wird. Klimawandel und Globalisierung sorgen dafür, dass in Europa langsam auch Mückenarten aus wärmeren Regionen wie Süd- und Südostasien hier heimisch werden. Schutz: Zur Mückenabwehr in unseren Breiten sollte an leicht zugänglichen Hautstellen ein Repellent aufgetragen werden. Dieses muss unter Umständen (etwa nach starkem Schwitzen) erneuert werden. Generell sollte auf intensive Parfüms oder stark duftende Deos bzw. Körperlotionen verzichtet werden. Im Freien empfiehlt es sich, Arme, Beine und Knöchel durch nicht zu dünne oder eng anliegende Kleidung vor den Tieren zu schützen.