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Drogerieartikel Veränderte Nachfrage

Bettina Röttig | 18. Januar 2021
Drogerieartikel: Veränderte Nachfrage
Bildquelle: Getty Images

Der Umsatz mit Kosmetik‐und Haushaltspflegemitteln ist 2020 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, meldet der Verband IKW.

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Im coronageprägten Jahr 2020 waren Handhygieneprodukte sowie Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel stark nachgefragt und haben der Branche ein Plus verschafft, berichtet der Industrieverband Körperpflege‐ und Waschmittel (IKW). Eine Umfrage im Auftrag des Verbands, die während des ersten Lockdowns im April durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit der Frage, was in dieser Situation zu dem Gefühl beitragen kann, ein schönes Leben zu führen. Zu den zehn am häufigsten genannten Glücklichmachern zählten ein gepflegtes Zuhause und gutes Aussehen.

Das schlägt sich in Zahlen nieder: Nach Hochrechnungen des IKW betrug der Gesamtwert der 2020 in Deutschland verkauften Schönheits-‐ und Haushaltspflegeprodukte mehr als 19 Milliarden Euro – ein Plus von rund 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei bietet sich in beiden Sparten ein unterschiedliches Bild. Für Schönheitspflegeprodukte gaben Verbraucher 14 Milliarden Euro aus (169 Euro pro Kopf). Das entspricht mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu dem Vorjahreswert. Der Umsatz bei Haushaltspflegeprodukten stieg um 9,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro (98 Euro pro Person).

Händewaschen als eine der zentralen Hygienemaßnahmen beim Infektionsschutz sorgte für ein Umsatzwachstum von 77 Prozent bei Seifen und Syndets. Etwas stärker nachgefragt als im Vorjahr waren auch Haarpflege (plus 2,5 Prozent), Mund- und Zahnpflegemittel (plus 2 Prozent) sowie Produkte zum Baden und Duschen (plus 1,4 Prozent). Rückläufig war dagegen die Umsatzentwicklung bei dekorativer Kosmetik (minus 13 Prozent) oder Düften (minus 7 Prozent).

Durch die situationsbedingt neue Häuslichkeit wurde mehr aufgeräumt und geputzt – knapp jeder zehnte Bundesbürger investierte sogar doppelt so viel Zeit wie zuvor in die Haushaltspflege und kam damit auf gut zwei Stunden am Tag, ergab eine Statista-Umfrage im Auftrag des IKW. Zu den Wachstumstreibern in der Haushaltspflege zählen Reinigungsmittel (plus 18 Prozent), Geschirrspülmittel (plus 15 Prozent), Raumdüfte (plus 13 Prozent) und Waschmittel (plus 5 Prozent).

Die Mitgliedsunternehmen des Industrieverbands Körperpflege‐ und Waschmittel decken rund 95 Prozent des Marktes ab. Sie schätzen die aktuelle Marktentwicklung – abhängig von den Marktsegmenten – unterschiedlich ein, wie die Mitgliederbefragung des IKW zur wirtschaftlichen Lage ergab. Während 38 Prozent der befragten Unternehmen die aktuelle Marktentwicklung mit gut oder sehr gut beurteilen, hält knapp die Hälfte (47 Prozent) diese für durchschnittlich, 16 Prozent beurteilen sie als schlecht oder sehr schlecht. Die Investitionsbereitschaft für das kommende Jahr sei mit 47 Prozent ermutigend, so der Industrieverband. „Auch für 2021 erwarten wir ein moderates Wachstum von circa 1,5 Prozent“, sagt IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser.