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Hygienepapiere Neue Produktionsverfahren

Bettina Röttig | 06. November 2020
Hygienepapiere: Neue Produktionsverfahren
Bildquelle: Idella Maeland, Unsplash

Hygienepapier-Hersteller Essity bringt medizinische Schutzmasken auf den deutschen Markt und arbeitet an Produkten auf Stroh-Zellstoff-Basis.

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Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hat Essity mit der Herstellung von Masken zur Unterstützung der schwedischen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen begonnen. Nun sollen diese in mehreren europäischen Ländern in den Handel kommen. In Deutschland können Verbraucher die Masken ab Anfang November unter der Marke Tempo erwerben.

Die Mund- und Nasenschutzmasken entsprechen nach Angaben des Herstellers der Klassifizierung von medizinischen Masken (OP-Masken) und verhindern primär die Verbreitung von Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers. Als Typ-II-Maske weise sie eine höhere Filterleistung als Mund- und Nasenschutzmasken vom Typ I oder selbst genähte Masken auf, erklärt der Hersteller.

Die in Europa entwickelten und im Werk in Gemerska-Horka, Slowakei, produzierten Mund- und Nasenschutzmasken sind CE-zertifiziert und erfüllen damit die Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutznormen der Europäischen Union.

Weizenstroh-Produkte ab 2021
Innovationen für das klassische Geschäft hat Essity für das kommende Jahr angekündigt. 40 Millionen Euro investiert das Unternehmen aktuell am Standort Mannheim in ein neues Verfahren zur Fertigung von Zellstoff aus Stroh, ein Nebenprodukt aus der Landwirtschaft.
Das Ziel: eine breitere nachhaltige Rohstoffbasis und die Stärkung regionaler Lieferketten. Der alternative Zellstoff sei genauso weich, saugfähig und stark wie solcher aus reinen Holzfasern, betont Andreas Pier, Vice President Consumer Goods Region Central bei Essity. Er soll für die Produktion von Toilettenpapier, Taschentüchern und Küchenrollen genutzt werden.

Die neue Produktionsanlage entsteht bis Mitte 2021 auf einer Fläche von 8.000 Quadratmetern am Standort in Mannheim. Hier findet der gesamte Herstellungs- und Verarbeitungsprozess vom angelieferten Stroh aus der Region bis zum fertigen Hygienepapier statt. Die Ablauge, das sogenannte Lignin, das als Nebenprodukt in der Zellstoffproduktion anfällt, wird in einer neuen Eindampfanlage konzentriert und soll später industriell weiterverwertet werden, zum Beispiel zur Herstellung von Folien.

Pro Jahr will Essity 35.000 Tonnen des Weizenstrohzellstoffs produzieren. Die Menge des bisher im Ausland zugekauften Zellstoffs wird dann um die gleiche Menge reduziert und Essity so unabhängiger von internationalen Lieferketten. Das innovative Material wird den Produkten des Herstellers in „signifikanter“ Menge zugemischt. Die ersten Produkte würden in der zweiten Jahreshälfte 2021 in den Regalen des Handels erhältlich sein, kündigt Essity an. Verbraucherstudien liefern die Basis für die Produktentwicklung: Das Unternehmen hat bei Konsumenten nachfragen lassen, welchen Mindestanteil des neuen Rohstoffs sie in Produkten erwarten, auf denen Strohzellstoff beworben wird.
Ab November bietet Essity in Deutschland Gesichtsmasken von Tempo an.