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Mundhygiene Zusatznutzen gefragt

Bettina Röttig | 13. Januar 2011
Mundhygiene: Zusatznutzen gefragt

Bildquelle: iStockphoto

Spezialprodukte und elektrische Zahnbürsten sorgen für Wachstumsimpulse in der Kategorie Mundhygiene. Marken punkten durch wissenschaftlich fundierte Produktneuheiten.

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Schwarze Zähne. Ein Anblick, der uns heute nahezu vor Grauen erschaudern lässt, galt im vormodernen Japan über viele Jahrhunderte hinweg als Schönheitsideal. Um diesem zu entsprechen, färbten sich japanische Frauen ihre Zähne sogar mit einer speziellen Tinte. Dagegen kann unser Lächeln in der heutigen Zeit scheinbar gar nicht weiß genug sein. Rund 700.000 Ergebnisse spuckt Google bei der Suche nach dem Begriff „Zahnaufhellung" aus. Für „empfindliche Zähne", ein Problem, unter dem immerhin gut jeder Dritte physisch zu leiden hat, sind es gerade mal 125.000.

Der Trend zu Whitening-Produkten bestimmt daher nach wie vor den Markt der Mundhygiene. Laut Nielsen verzeichnetet das Segment Zahnweißcremes zwischen November 2009 und Dezember 2010 besonders hohe Zuwächse. Insgesamt konnte der Mundpflege-Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wertmäßig um 1,7 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro zulegen (Nielsen; LEH und Drogeriemärkte). Wachstumstreiber waren die Kategorien Zahnseide/Interdentalprodukte (16,1 Prozent Absatzplus), Mundspülungen (10,7 Prozent) sowie elektrische Zahnbürsten (4,7 Prozent).

Doch die Markenhersteller stehen weiter unter Druck. „Im Bereich der Mundhygiene sehen wir nach wie vor einen sehr aggressiven Preiswettbewerb. Qualitativ hochwertige, wissenschaftlich fundierte Produkte zu entwickeln und zu produzieren wird bei diesem Preisniveau zunehmend schwieriger", so GlaxoSmithKline. Dennoch ist genau das der Weg, um den Handelsmarken Marktanteile abzunehmen. Besonders häufig greifen Verbraucher bei Standardartikeln wie Mundspülungen und Zahncremes zu günstigen Eigenmarken. Doch generell tun sich Handelsmarken schwer bei erklärungsbedürftigen Innovationen und Nischenartikeln, weiß Joachim Fetzer, Geschäftsführer von Your Own Brand. Je wichtiger die medizinische Komponente, desto eher werde die Kompetenz bei Markenartiklern gesehen.

Diese legen derzeit bei der Produktentwicklung ihren Fokus beispielsweise auf das Thema Dentinhypersensibilität, also das Problem frei liegender, schmerzempfindlicher Zahnhälse. Die Betroffenen ändern häufig ihre Lebensgewohnheiten und verzichten beispielsweise auf bestimmte Getränke und Speisen, um Schmerz zu vermeiden. Gaba hat für dieses Problem ein Spezialprodukt unter dem Namen elmex Sensitive Professional mit Pro-Argin-Technologie entwickelt. Diese verschließt die Eingänge der frei liegenden Kanäle im Zahnhals und unterbindet dadurch die Schmerzweiterleitung. Im Frühjahr 2011 bringt Unilever mit Signal Sensitive Expert eine neue Sensitive-Zahncreme in die Regale des Handels, die Wirkstoffe gegen schmerzempfindliche Zähne enthält und gleichzeitig das Zahnfleisch stärkt.