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Interview mit Werner Gunz „Wir haben keine Angst vor der Arbeit!“ - Interview mit Werner Gunz: Teil 2

Andrea Kurtz | 18. Mai 2018
Interview mit Werner Gunz: „Wir haben keine Angst vor der Arbeit!“

Bildquelle: Gunz

Werner Gunz (58) weiß jetzt schon, was er am 10. November 2020 um 9 Uhr machen wird – in Rente gehen nämlich. Der Handel schätzt den Streckenspezialisten Gunz wegen seiner Schnelligkeit und seiner Perfektion. Die LP sprach mit Gunz über Markenbildung und die Entstehung der neuen Produktlinien für die Fußball-Fans des FC Bayern München und des BVB Dortmund.

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14 Tage? Das langt?
Klar. Ist zwar sportlich, aber der Handel kommt oft eben deswegen auf uns zu. Die großen Hersteller lehnen manchmal ab, wenn ein Zeitfenster zu knapp ist oder eine schnelle Aktion gewünscht ist. Wir legen dann erst los …

Jetzt muss ich noch einmal nachfragen: Sie produzieren also kaum Eigenmarken, sondern setzen die Ideen als eines Ihrer Markenprodukte um?
Genau. Markenartikelunternehmen produzieren für uns und unsere Marken. Es kommt zwar schon mal vor, dass ein Discounter von Gunz ein Eigenmarkenprodukt möchte, gerade vielleicht im Saisongeschäft, bei kleinen Mengen oder für eine Aktion. Aber meist liefern wir ein Wunschprodukt unter einer unserer Marken.

Wie viele Produkte sind das so?
Rund 50 neue Produkte kommen im Jahr dabei heraus. Dabei sind wir derzeit auch fast vollständig abgedeckt; neue Lieferanten stehen imMoment nicht so sehr im Fokus – wenn schon, dann Lizenzprodukte.

Was ist der Vorteil für die Produzenten dabei?
In erster Linie die Zeit. Nehmen wir zum Beispiel das Weihnachtsgeschäft. Hierbei muss ja alle Ware im August in den Lägern beziehungsweise den Filialen sein. Wir vereinbaren mit unseren Lieferanten, dass schon direkt im Anschluss an das Ostergeschäft produziert wird – zu einem Zeitpunkt, der normalerweise tot ist. So haben wir die Ware parat, und der Lieferant kann planen.

Werben tun Sie nicht? Warum?
Das ist nicht nötig. Wir machen ja nichts Neues, nichts Besonderes. Der Name Gunz steht auf unseren Verpackungen; das ist Werbung genug. Vieles machen die Kunden in den Lieferländern selbst, weil sie Ideen haben und Displays und so weiter aufbauen. Das ist Werbung genug. Das einzige, was wir tun, ist unser großes Messeprogramm, das 15 Messen von PLMA bis zur ISM einschließt. Bei der ISM in Köln hatten wir beispielsweise rund 200 qm. Für diese Messeauftritte geben wir rund eine Million Euro aus. Und wir haben einen großen Erlebnis- Showroom in Mäder, wo unsere Zentrale ist. Das ist für uns auch Marketing. Aber damit sind wir in den vergangenen 20 Jahren von 2 auf 137 Millionen Euro gewachsen, in einem Geschäft, wo es eigentlich keine Zwischenhändler braucht – und das als Österreicher in Deutschland.

Wie erklären Sie sich diesen langanhaltenden Erfolg?
Wir sind in Deutschland stark im Streckengeschäft; wir beliefern rund 5.000 Kunden direkt und zwar innerhalb von 24 Stunden. Da sind viele von den starken selbstständigen Kaufleuten – gerade in Bayern, Sachsen oder Berlin – dabei, die ihren Kunden etwas Besonderes bieten wollen. Und wir sind auch in anderer Beziehung sehr flexibel. Beispielsweise machen wir keine Umsatzprognosen. Wir wollen einfach das Beste herausholen. Und wenn ich auf die vergangenen 18 Jahre gucke, sind wir 18 mal gewachsen – wir haben also einiges richtig gemacht. Wir lassen also alles auf uns zukommen und genießen den Erfolg.

Welches ist das für Sie spannendste Sortiment?
Schokolade – hier gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten und außerhalb Europas ist das das beliebteste Sortiment. Wir machen fast 25 Prozent unseres Umsatzes mit den Schokoladenwaren.