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Tiefkühlkost Noch bequemer

Susanne Klopsch | 07. Oktober 2010

Die Umsatzschwäche des TK-Gesamtmarktes geht in weiten Teilen zu Lasten der Handelsmarken. Absatzimpulse soll ein gesteigerter Convenience-Grad bringen.

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Convenience bleibt Trend bei Tiefkühlkost. Und das über alle Warengruppen hinweg. Frische Zutaten, leichte Bevorratung und Gelingsicherheit sind gute Argumente für die Konsumenten. In den vergangenen zwölf Monaten gab es allerdings einen leichten Dämpfer: von September 2009 bis August 2010 ging der Umsatz in LEH und DM um 0,4 Prozent auf 5,17 Mrd. Euro zurück (Quelle: Nielsen; siehe S. 39). Umso mehr sind Impulse gefragt. Die will Apetito mit neuem Marken-Auftritt setzen. Das Packungsdesign wurde überarbeitet, Rezepturen gemäß dem Claim „Mit Herz gekocht" kreiert – Lieblingsgerichte statt experimenteller Rezepturen. Die Gerichte sollen zum Selber-Verfeinern animieren. „Unsere Käufer greifen aus Convenience-Gründen bewusst zu Tiefkühlgerichten im Supermarkt, legen aber trotzdem viel Wert auf das Selber-Kochen und die Liebe zum Detail", sagt Egbert Zimmermann, Geschäftsführer Apetito Convenience. Auf der Verpackung gibt's Tipps zum Verfeinern. Das Apetito-Sortiment umfasst neun Schlemmerpfannen sowie acht Pasta e Basta-Gerichte.

Den Trend zur Marke beobachtet man auch bei Frosta: Die Fertiggerichte legten im ersten Halbjahr um 14 Prozent zu, mit 29 Prozent Marktanteil sind die Bremerhavener nach eigener Aussage Marktführer. Mit seinem Reinheitsgebot sieht sich das Unternehmen hervorragend gerüstet für die Ansprüche des modernen Konsumenten, der Wert auf Produkte „ohne Zusatzstoffe" lege. Bio ist eine kleine Nische, zumal das Reinheitsgebot des Unternehmens sogar weiter reiche als Bio, schließlich „findet man beispielsweise in den meisten Bio-Joghurts Aromen und sogar Glutamat in Bio-Fertiggerichten". Gefragt seien derzeit die Familien-tauglichen Big-Packs mit 900 g Inhalt pro Beutel.

Sehr zufrieden ist man bei Wagner Tiefkühlprodukte mit dem Marktauftritt der Original Wagner Die Backfrische: Sie habe dem Segment TK-Pizza neue Käufergruppen und damit neues Umsatzpotenzial erschlossen. Die Wiederkaufrate liege nur wenige Monate nach Produkteinführung bei mehr als 30 Prozent. Dabei zeigt auch der Klassiker aus Braunshausen, die Wagner Original Steinofen-Pizza, einen laut Wagner überzeugenden Auftritt am PoS: Der Umsatz legte 2008 um 4,4 Prozent, 2009 um 5,2 und in den ersten Monaten dieses Jahres um 3,2 Prozent zu. Und das trotz der Steinofen-Konkurrenz aus dem Hause Oetker. Die Bielefelder bilanzieren für ihre Tradizionale ebenfalls positiv: „Wir haben alle unsere Ziele erreicht bzw. sogar überschritten", sagt Michael Litzke, Hauptabteilungsleiter Zentralverkauf Tiefkühlkost. Zudem: „In der Krise haben Marken gewonnen zu Lasten von Eigenmarken." Ausgezahlt hätten sich außerdem die kontinuierlichen Investitionen in den Snack-Markt: Die Marke Bistro Baguette baue die Marktanteile stetig aus.

Wachsende Absatzchancen sieht Dr. Schär, Spezialist für glutenfreie Produkte: „In Europa ist Deutschland mit einem jährlichen Marktzuwachs von 15 Prozent der drittgrößte Absatzmarkt nach Großbritannien und Italien", sagt Norman Hering, Verkaufsleiter Deutschland/Österreich Business Unit DS. Verkaufsschlager der unter der Marke DS vertriebenen Produkte: Brötchen und die Pizza Bella Italia Margherita.

Diagramm, Starke Früchte


TK-Markt nach Produktgruppen von 09/2009 bis 08/2010; Umsatz in Mio. Euro; Absatz in Mio. kg; Veränderungen gegenüber Vorjahreszeitraum in Prozent.

Neue Produkte / Aktionen


  • Neu-Auftritt der Tiefkühlgerichte; neuer Claim, Geschnetzeltes Zürcher Art, Apetito
  • Vorgebackene Laugengebäcke in drei Sorten, Laugenbrezeln, -stangen, -brötchen, Brezelbäckerei Ditsch
  • Kooperation mit Tabasco; bis Februar 2011, Big Pizza Peperoni Diavolo, Wagner Tiefkühlprodukte
  • Glutenfreie, kräftige Brötchen (5 Stück), Körnerbrötchen, Dr. Schär
  • Drei Pasta-Gerichte im Big-Pack (900g), Fettuccine Wildlachs, Frosta