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Brot und Backwaren Handwerklich soll es aussehen

Susanne Klopsch | 19. Oktober 2012

Bei Fertigkuchen sorgen saisonale Konzepte für Mehrabsatz. Bio-Produkte sollen das Selberbacken in den Fokus rücken.

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Wem Lust, Zeit oder vielleicht auch das Talent fehlt, einen Kuchen zu backen, der kann seit Frühjahr vergangenen Jahres im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) auf ein wachsendes Angebot an Fertigkuchen zurückgreifen. Dr. Oetker gab dem Segment mit seinem inzwischen sieben Sorten umfassenden Sortiment den entscheidenden Schub. Der mit dem Markennamen verbundene Qualitätsanspruch wurde eingelöst und brachte neue Konsumenten ans Regal. Auf mehr als 625 Mio. Euro summierte sich der Umsatz in LEH und DM über 12 Monate (KW 27/2011 bis KW 26/2012; The Nielsen Company) gesehen – ein Plus von 5,3 Prozent. Der Absatz legte allerdings nur um 1,9 Prozent zu. Die von der LP befragten Hersteller sind sich allerdings einig: Die Produkte müssen wie selbstgebacken schmecken und handwerklich gefertigt aussehen.

Bei Dr. Oetker zieht man in jedem Fall ein positives Resümee: „Wir sind sehr erfolgreich in den Markt der fertigen Kuchen eingestiegen und haben unter anderem mithilfe verschiedener Kommunikationsmaßnahmen rückläufigen Segmenten zu Wachstum verholfen“, sagt André M. Steeg, Hauptabteilungsleiter Marketing Nährmittel. Um dem Markt weitere Impulse zu geben, launchten die Bielefelder ein Saisonkonzept: Aktuell gibt es mit dem Schoko-Gewürzkuchen (350 g) eine winterliche Variante. Eingeführt wurden zudem Butter Stollen und Edelmarzipan Stollen (je 400 g) sowie das für Kleinhaushalte geeignete Stollenkonfekt bzw. Mohnstollen-Konfekt (je 250 g).

Kuchenmeister hat den Fokus auf Kuchen als Snack gelegt mit u. a. Puk’s Dessertkuchen, Marmor Kuchenscheiben oder Mini-Stollen. Mit „convenientem Genuss und Qualität“ will der nach eigener Aussage Marktführer bei Fertigkuchen für weiteres Wachstum der Kategorie sorgen. Viel versprechen sich die Soester allerdings von einer Neuheit zur Saison: Baumkuchen mit Fondant (200 g). Das Fondant soll dem Kuchen laut Schulte eine fein-süße, leicht fruchtige Note verleihen. „Bisher nicht industriell herstellbar, haben wir gemeinsam mit namhaften Maschinenherstellern eine neue Fertigungslinie für die Verarbeitung von Fondant entwickelt“, beschreibt Werner Schulte, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb.

Österreichische Backkunst will Ölz dem Konsumenten hierzulande nahebringen. Nachdem der Vertrieb neu aufgestellt wurde, wird die Verfügbarkeit der Produkte sukzessive weiter nach Norden ausgedehnt. Der Markenfokus liegt laut Doris Wendel, Leiterin Marketing, auf den traditionellen Hefeteiggebäcken. „Vorbild ist für uns immer das Bäckerhandwerk bzw. die selbstbackende Hausfrau.“

Erstmals bieten die Dornbirner ihre Muffins als Muffins der Saison an: vier Geschmacksrichtungen für vier Jahreszeiten. Der Vorteil für den Handel: „Es gibt nur einen EAN-Code für alle Sorten“, sagt Wendel. Zur Weihnachtszeit gibt es neben den klassischen Stollenartikeln und Früchtebroten Neuinterpretationen von Klassikern wie den Apfel-Zimt-Bussi oder den Winterkuchen Orange.

Im impulsgetriebenen Markt für Fertigkuchen sieht Milka vor allem Chancen für Mehrabsatz durch Limited Editions oder durch saisonale Konzepte. Auch das fürs Fertigkuchenregal neue Format der Milka-Kuchen habe zu dem auch in diesem Jahr wieder sehr guten Wachstum des Markenkuchens beigetragen.

Im weiterhin rückläufigen Markt für Backmischungen (in diesem Jahr bereits 4,6 Prozent im Absatz) behauptet Kathi nach eigenen Angaben mit ca. 12 Prozent Marktanteil national den dritten Platz. In den neuen Bundesländern ist das Unternehmen mit 40 Prozent Anteil (1. Halbjahr 2012) Marktführer. Die sogenannten Weihnachtsprodukte wurden einem Verpackungsrelaunch unterzogen und modernisiert.

Aufs Selberbacken setzt die Biozentrale, die seit Anfang Oktober mit vier neuen Backzutaten (alle 100 Prozent in Bio-Qualität) am Markt ist: gemahlene Mandeln, gemahlene Haselnüsse (je 200 g) sowie gehobelte bzw. gehackte Mandeln (je 100 g). Für die Weihnachtszeit bietet das Unternehmen zwei unterschiedliche Displays für den PoS mit Bio-Backmitteln und -Backzutaten an. Die Biozentrale sieht im LEH gerade im Bio-Bereich – und das komplett unabhängig vom Anlass Weihnachtsbäckerei – großes Potenzial für Backmittel und Backzutaten. Das Sortiment des Unternehmens umfasst Produkte wie Bio-Trockenhefe, -Backpulver und -Vollkorn-Roggenteig sowie diverse Bio-Getreide und -Mehle.

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