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InterMessen Kein leichtes Jahr für InterMessen

Reiner Mihr | 08. Oktober 2012

Das Düsseldorfer Messetrio InterMopro/InterCool/InterMeat musste in diesem Jahr weniger Aussteller und sinkende Besucherzahlen verkraften.

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„Gute konzentrierte Gespräche“, sagen die einen. „Leere Hallen, wenig los“, die anderen. Wie fast immer nach Messen sehen sich die Veranstalter der Sinnfrage ausgesetzt. Seit vielen Jahren hat das Düsseldorfer Messetrio InterMopro/ InterCool/ InterMeat alle zwei Jahre einen festen Platz im Terminkalender der Handelseinkäufer. Doch in diesem Jahr kamen mit 13.800 Besuchern deutlich weniger als noch vor zwei Jahren, auch die Ausstellerzahl ging spürbar zurück (2010: 33 000 Besucher, 760 Aussteller). Dabei kann Masse kein Qualitätskriterium sein, kommt es doch entscheidend darauf an, wer ausstellt und wer kommt. Dennoch herrschte bei vielen Besuchern und Ausstellern nach der Messe eine Stimmung vor, die nach Veränderung ruft.

Positives und Negatives haben natürlich auch die Messe-Macher, Direktorin Elke Möbius und Bereichsleiter Michael Degen, gehört. Sie stellten sich unmittelbar nach Messe-Ende den Fragen der LEBENSMITTEL PRAXIS:

Stimmen von Ausstellern und Besuchern der Intermessen vermitteln uns ein differenziertes Bild: Zum Teil Begeisterung, weil die „richtigen“ Einkäufer und Händler in Düsseldorf dabei waren und sehr gute Gespräche geführt werden konnten, zum anderen Teil Enttäuschung, weil „zu wenig los“ war. Wie ist Ihre Einschätzung nach den Messen?
Michael Degen: Wir sind mehr als positiv überrascht, denn wie Sie ja auch wissen, haben im Vorfeld zu den Frischemessen viele interessierte Kreise ein baldiges Ende der Messen vorhergesagt. Wir haben allerdings an den drei Tagen in der überwiegenden Mehrheit positiven Zuspruch, konstruktive Anregungen und viel Lob für die gelungenen Veränderungen im Konzept erfahren. Resümieren wir es so: Wir sind konzeptionell auf einem neuen Weg in die Zukunft, den wir zur kommenden Messe vollenden werden.

Was waren für Sie die Highlights, was die Enttäuschungen der diesjährigen InterMopro/InterMeat/InterCool?
Elke Moebius: Mein Highlight waren die gut gefüllten Gänge in den Messehallen und die Tatsache, dass nahezu der gesamte Handel mit seinen Top-Einkäufern und Entscheidern auf Besucherseite vertreten war, vom kleinem Einzelhandel über Handelsketten bis zu den Discountern. Wir haben richtig erkannt, dass die Bedientheke nach wie vor ein wichtiges Thema des Handels ist und dieses mit unserer Studie optimal besetzt. Begeistert hat mich auch die Innovationskraft unserer Aussteller, die sich für den erstmals verliehenen „Best Innovation Award“ gleich mit 150 Neuprodukten beworben haben. Leider sind trotz aller Anstrengungen einige Keyplayer zwar als Besucher, nicht aber als ausstellende Unternehmen zur Messe gekommen. Dies ist ein Wermutstropfen, aber gleichzeitig auch Ansporn für 2014.

Was sind – spontan nach Ende der Messen – die Stellschrauben, an denen Sie fürs nächste Mal zwecks Veränderungen drehen würden?
Degen: Relativ zügig werden wir in die Analyse der Aussteller- und Besucherbefragung eintreten, um noch in diesem Jahr einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten. Wir werden intensive Gespräche mit der Ausstellerseite führen, aber auch in einen noch engeren, direkten Dialog mit der Besucherseite eintreten, um die InterMCM genau auf die Bedürfnisse des Handels zuzuschneiden. Fest steht schon jetzt, dass wir an drei Tagen Laufzeit festhalten werden.

Moebius: Der Zuspruch war groß. Wir wissen, dass wir insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen mit ihrer Vielzahl an regionalen Produkten und Nischenprodukten eine exzellente Bühne bieten. Und genau diese Produkte sucht der Handel zur Profilierung. Deshalb bin ich mir sicher, dass die Foodmessen in Düsseldorf auch vom 21. bis 23. September 2014 wieder ein gesetzter Termin in den Kalendern des Handels sein werden.

Bildquelle: Messe Duesseldorf, Constanze Tillmann