Gerade Film- und TV-Figuren wie Bob der Baumeister, Spongebob oder Winnie Puuh schaffen es immer wieder, Kinder wie Eltern zum Kauf von Artikeln zu animieren. Eine wichtige Rolle in der Ansprache der Kinder und Jugendlichen spielen deshalb auch bei Lebensmitteln Lizenzen. Wie hier die Marktsituation in Sachen Umsatz aussieht, kann nur geschätzt werden. Die letzte Erhebung, die einen Einblick in dieses lukrative Geschäft ermöglicht, stammt aus dem Jahr 2002. Damals nahm das Institut für Handel und Marketing an der Uni Hamburg im Auftrag des europäischen Lizenzverbands ELMA (European License Marketing & Merchandising Association) branchenübergreifend die Daten von Lizenzgebern und –nehmern im deutschsprachigen Raum unter die Lupe und stellten fest, dass Lebensmittel und Getränke die „umsatzstärksten Branchen im Lizenzmarkt“ sind. Hier wurde damals schon ein Handelsumsatz von 7,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Griesson–De Beukelaer hält die Lizenz für Shaun das Schaf-Mini-Butterkekse unter der Marke Griesson. „Sie sind das Kinderprodukt schlechthin“, sagt Carla Broockmann, Leiterin Trade Marketing. Der Artikel wird am PoS mit großen Platzierungsoffensiven, Malwettbewerben etc. beworben, zudem auf der Griesson–de Beukelaer-Homepage. Bei Perfetti van Melle hat man unter der Marke Chupa Chups Lizenzen erworben und Produkte von Helly Kitty Surprise und Spongebob Surprise angesiedelt. Beworben werden die Produkte im TV, Online, durch PoS-Promotions (Gewinnspielkooperation mit Mattel), bei Events wie der Ravensburger Spiele-Tour und natürlich klassisch durch Anzeigen in Kindermedien wie Micky-Maus-Heften. Ein weiterer Lizenzerwerb sei in Planung: Ice Age 4, sagt Jan-Christian Günther, Marketing Director Perfetti van Melle Brands. Für seine Marke Huggies kooperiert Kimberly-Clark mit Winnie Pooh, weil der „gerade im Baby- und Kleinkindalter Jungen und Mädchen gleichermaßen begeistert“, so Marketing Managerin Petra Ahlendorf. Little Swimmers greif e passend zum Wasserthema auf Nemo von Walt Disney zurück.
Produkte für Kinder, Werbung für Eltern
Lizenzen sind allerdings nicht für jedes Unternehmen probates Mittel, um die Kids und Teens zu erreichen, denn Lizenzgebühren sind bekanntermaßen teuer, und nicht selten wird die Verwendung durch den Lizenzgeber dirigiert. „Kinder wünschen sich kindgerechte, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produkte. Kinderprodukte sollen bunt sein, gut schmecken und vor allem Spaß machen“, so Katrin Schmid. Und die werden in Eigenregie entwickelt. Ähnlich handhabt das auch Zimbo. „Snack-Produkte sind auch oft Kinder-Produkte. Daher sprechen wir mit unserem breiten Snack-Sortiment auch die junge Zielgruppe an“, erklärt Marketingleiterin Nicole Löw. Umworben werden jedoch die Erwachsenen: Die Kommunikationsmaßnahmen richteten sich natürlich in erster Linie an die Eltern, so Löw. In zweiter Linie werden die Kinder und Jugendlichen angesprochen. Dabei setze man auf Gewinnspiele, auf die man durch „Bestickerung“ der Produkte aufmerksam mache. Aktuell begleite man den den Kinostart von „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht“ mit einem Gewinnspiel-Sticker auf 3,6 Mio. Snack- und Wurstprodukten. Nicht nur Zimbo fährt in der Zielgruppenansprache zweigleisig. Kinder sind natürlich empfänglich für Werbung. 71 Prozent der im Rahmen der Kidsverbraucheranalyse befragten Kinder meinten, sie fänden Werbung im Fernsehen sehr gut bzw. gut. 61 Prozent gaben dies auch für Werbung in Zeitschriften an, 38 Prozent der Kinder, die das Internet nutzen, befinden Werbung im Internet für gut bzw. sehr gut. Insbesondere die zur Information und zum Mitmachen kommt gut an. Der Grund: „Durch Werbung erfahre ich, was es alles Neues gibt“, meinten 81 Prozent der befragten Kinder. 61 Prozent erleichtert die Werbung, „meinen Eltern zu erklären, warum ich Sachen will“.
Moldauische Weine erobern den deutschen Einzelhandel
Ausgezeichnete Qualität, authentische Rebsorten und attraktive Preise: Moldauische Weine erobern Schritt für Schritt den deutschen Einzelhandel. Jetzt mehr erfahren