vegan und vegetarisch Wein ohne Tier!

Das Angebot an vegan gekennzeichneten Weinen ist laut Deutschem Weininstitut zurückgegangen. Dabei wird bei der Herstellung der meisten Weine auf tierische Produkte verzichtet.

Dienstag, 28. Juni 2022 - Sortimente
Elena Kuss
Artikelbild Wein ohne Tier!
Bildquelle: Heike Rost

In der Biowein-Abteilung von Edeka Zurheide in der Berliner Allee in Düsseldorf fällt es schwer, einen Wein ohne vegane Kennzeichnung zu finden. „Aber nicht nur diese Weine sind vegan“, sagt Dominik Hibbeln, stellvertretender Abteilungsleiter der Zurheide-Weinabteilung. „Ich schätze unseren Weinbestand auf bis zu 20 Prozent als vegan ein“, so der Edekaner.

Ein Blick ins Sortiment der Binger Weinkellerei Reh Kendermann bestätigt die Schätzung. Geschäftsführer Alexander Rittlinger erklärt: „Wir verzichten bei der Herstellung sämtlicher Weine auf tierische Produkte zur Weinklärung.“ Auch das Deutsche Weininstitut (DWI) geht davon aus, dass nennenswerte Mengen veganer Wein auf dem Markt sind. Genaue Zahlen liegen nicht vor. Nicht-vegan bedeutet, dass der Wein mit tierischen Eiweißen geklärt wird. Dabei verbindet sich das Eiweiß mit den Trübstoffen im Wein und setzt sich anschließend am Fassboden ab. Anschließend wird der klare Wein abgezogen, von dem tierischen Produkt bleibt so gut wie nichts im Wein zurück.

Bei der Herstellung von veganen Weinen werden die tierischen Stoffe durch ein pflanzliches Protein ersetzt, das etwa aus Erbsen, Bohnen oder Kartoffelstärke gewonnen wurde. Geschmacklich mache dies keinen Unterschied, erklärt das DWI. Die Produktion veganer Weine sei auch nicht kostspieliger als die von konventionellen Weinen. Thomas Ambré von Moselland kann dem nicht ganz zustimmen: „Der Prozess mit Ersatzeiweiß wie Erbsen- und Kartoffel-Proteinen ist noch in der Optimierungsphase, da er aktuell noch zu langsam funktioniert. Und im Herbst gilt es, den Traubenmost rasch vor der Gärung zu klären, um keine negativen sensorischen Einflüsse im späteren Wein zu haben.“ Vegan sind deshalb bei Moselland vor allem die Bio-Weine.

Denn gerade Käufern, die darauf achten, dass der Wein ökologisch hergestellt ist, ist die vegane Auszeichnung wichtig. 14 Prozent der Deutschen ernähren sich laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vegetarisch oder vegan. Nach Einschätzung des DWI dürfte, nachdem die Zahl der Veganer in Deutschland zuletzt leicht angestiegen ist, auch die Nachfrage nach veganen Weinen in Zukunft leicht anwachsen. Doch die Ansprüche der Zielgruppe sind hoch: Manche Veganer legen Wert darauf, dass auch die Etiketten auf den Flaschen nur mit Leim auf pflanzlicher Basis und nicht etwa mit Knochenleim verklebt sind.

„Viele kommunizieren nicht, dass sie ohne tierische Erzeugnisse arbeiten, da es für sie bereits zum Standard gehört“, glaubt der Edeka-Mann Hibbeln. Auch auf den Etiketten werde dies oftmals nicht extra aufgeführt, weil der Platz dafür fehle. Ernst Büscher vom DWI bestätigt: „Es gibt sehr viele Weine, die zwar nach veganen Kriterien hergestellt wurden, aber von den Erzeugern aus verschiedensten Gründen nicht als vegan gelabelt werden.“

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