Technik Mehr Qualität im Kundenservice

Es tut sich etwas auf der letzten Meile: Mit Strongpoint betritt ein alter Hase im E-Commerce den Markt. Die Norweger bringen viel Erfahrung aus dem Geschäft mit Abholstationen in Schweden mit.

Dienstag, 24. Mai 2022 - Sortimente
Susanne Klopsch
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Bildquelle: Strongpoint

Etwa 400 temperierte Abholstationen betreibt das norwegische Unternehmen Strongpoint in Schweden. Nun ist der deutsche Markt im Fokus. Für Tobias Kern ist klar: „Hier sitzen die größten europäisch agierenden Handelshäuser, da ist es wichtig, Präsenz zu zeigen“, sagt der Business Development Director bei Strongpoint. In der Pandemie hätten die nicht so technikaffinen Bürger zudem gelernt, bei Schnelllieferdiensten wie Flink oder Gorillas Lebensmittel zu ordern oder online bei Rewe oder Edeka einzukaufen. „Inzwischen liegt der Anteil von Lebensmitteln beim E-Commerce bei rund 4 Prozent“, sagt Kern, „das ist international gesehen die Schwelle, ab der es für uns interessant wird.“

Mit Blick auf die notwendige Software hat Strongpoint laut Kern einen wesentlichen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb: Viele Anbieter und Händler hätten eigene Instore-Lösungen. Vor allem bei Händlern mit mehreren Filialen „binden wir mit unserer Software-Erfahrung und der Vernetzung im Handel sehr viel weniger Personal und arbeiten kosteneffizienter.“ In Schweden liegt Strongpoints Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel laut Kern in einigen Regionen bei 20 bis 30 Prozent. „Bei der Software beträgt er sogar 100 Prozent.“ Dieses Know-how hilft auch bei der Beantwortung der Frage nach dem richtigen Standort. Kern bricht die Lanze für die Räume rund um die Städte: Denn dort wohnten oft Familien mit entsprechend größeren Warenkörben als in der Stadt. „Ländlichere Gebiete profitieren dann, wenn der Markt alleine steht und gut an die Infrastruktur angebunden ist.“

Angeboten werden zwei Modultypen: Das Tiefkühl-Modul ist etwa 1,40 Meter hoch, 2 Meter breit und 80 Zentimeter tief. Das oben liegende Kälte-Aggregat kühlt, je nach Kundenwunsch, die Ware zwischen minus 18 und minus 25 Grad.

Präzise Temperaturführung
Das Frische-Modul arbeitet mit einer Temperatur von 0 bis 4 Grad. Durch die präzise Temperaturführung können auch empfindliche Produkte wie Fisch oder Hackfleisch anforderungsgerecht gekühlt werden. Zudem gibt es das Modul in der Variante Ambient: Hier liegt die Temperaturspanne zwischen 13 und 20 Grad. Diese kann individuell eingestellt werden. Daneben gehören komplett ungekühlte, aber isolierte Abholstationen zum Portfolio. Der Einstiegspreis beginnt bei etwa 14.000 Euro.

Der Kunde kommt entweder über die Händler-App, das integrierte Bedienpanel oder in SMS hinterlegte Links an die Ware. Die Datenversorgung der Station ist über das cloudbasierte Backend-System von Strongpoint sichergestellt, das ans Shopsystem angebunden ist. Schnell geht es in jedem Fall: In Skandinavien liegt laut Kern die Abholzeit für einen Wocheneinkauf bei knapp unter 1:40 Minuten.

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