Anzeige

Coppenrath & Wiese Stark zugelegt

Andrea Kurtz | 26. April 2020
Coppenrath & Wiese: Stark zugelegt
Bildquelle: Timo Lutz

Coppenrath & Wiese kann mit der aktuellen Entwicklung des Sortiments zufrieden sein. Im LP-Gespräch erläutert Geschäftsführer Peter Schmidt (Foto) die Situation und die Pläne für die kommende Sommersaison.

Anzeige

Wie hat sich der Markt für Tiefkühl-Backwaren und Torten im vergangenen Jahr entwickelt?
Peter Schmidt: Der Markt für TK-Backwaren hat mit einem Plus von 1,9 Prozent stark zugelegt. Die Marke Conditorei Coppenrath & Wiese überzeugt dabei mit einer überproportionalen Performance: Wir haben eine Zuwachsrate von 7,6 Prozent verzeichnet und unsere Marktführerschaft ausgebaut.

Wie haben Sie das erreicht?
Das haben wir durch erfolgreiche Neuprodukt-Einführungen wie etwa Blechkuchen unserer Range „Café Landhaus“ oder „Unsere Goldstücke kernig & kräftig – Weltmeister-Brötchen“ erreicht.

Läuft also wie geplant?
Wir wachsen also weiterhin stetig und liegen in unserer Entwicklung voll im Plan: Unser Umsatz für das Jahr 2019 liegt bei 420 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs von sechs Prozent zum Vorjahr.

Wie wirkt sich die derzeitige Corona-Krise auf Sie aus?
Wir stellen derzeit eine hohe Nachfrage nach verschiedenen Produkten, beispielsweise unseren Brötchen fest. Es ist in der aktuellen Situation unsere Aufgabe als Lebensmittelhersteller, gemeinsam mit den Supermärkten und Lieferdiensten die gewohnte Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und damit auch zur allgemeinen Beruhigung beizutragen. Dieser Aufgabe stellen wir uns und haben vielfältige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter, zur Stabilisierung der Lieferketten und zur Kommunikation mit dem Handel realisiert.

Wagen Sie eine Prognose, wie sich der Markt im Jahr 2020 entwickeln wird? Und welches sind Ihre Ziele für das Jahr?
Die Monate Januar und Februar waren von einer normalen Entwicklung und guten Umsätzen geprägt. Seit März gibt es Verwerfungen am Markt, die sehr volatil sind. Wir denken aktuell eher von Woche zu Woche und für die nähere Zukunft in Szenarien. Stand heute ist es nicht möglich, eine valide Jahresprognose zu geben, insbesondere nicht über das für uns wichtige Weihnachtsgeschäft. Aktuell ist unser Auftrag, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Das hat höchste Priorität. Dabei muss außerdem der Schutz der Mitarbeiter unbedingt gewährleistet sein.

Abseits der Krise: Auf welche langfristigen Trends setzen Sie?
Convenience steht bei Verbrauchern im Vordergrund, zugleich besteht ein Wunsch nach Vielfalt und Abwechslung. Das bedienen wir mit unseren Produkten in optimaler Weise. Weiterhin aktuell ist auch der demografische Wandel, also kleinere, portionierbare Produkte und sortierte Platten.

Welche Innovationen sind geplant?
Eine Neuheit, die wir im März eingeführt haben, ist die Sorte „Torten Träume – Batida de Côco“. Durch die Verbindung zweier starker Marken sprechen wir besonders jüngere Käufer an. Als Aktionsartikel gibt es erstmalig zum Muttertag unsere „Herzbrötchen“.

Welche Anlässe stehen in diesem Jahr an, die Sie nutzen wollen?
Wir bedienen zunehmend alltägliche Verwendungsanlässe und den Wunsch nach spontanem Genuss. Saisonhöhepunkte rund um die Festtage sind weiter wichtig, aber wir adressieren inzwischen in hohem Maße auch die kleinen und großen Genussmomente „off-season“, also immer, wenn man sich etwas Gutes tun will.

Stichwort Trends: Die Branche wird gerade bestimmt von Trends wie Proteinen, Bio, vegan oder zuckerreduziert. Inwieweit spielen diese Trends für Sie eine Rolle?
Wir schauen natürlich immer, welche Konsum- und Verzehrtrends für uns relevant sein können. Ob die aktuelle Situation Folgen für die Verbrauchergewohnheiten hat, wird sich erst noch zeigen. Grundsätzlich gilt: Wenn es sich um Nischen handelt, macht eine Produktion für uns wirtschaftlich in der Regel keinen Sinn. Es gibt aber einige Beispiele, wie wir Trendthemen bedienen können (und das auch erfolgreich tun): etwa Blaubeere als Sorte bei der Range „Kuchenliebe“ oder Walnüssen und Cranberries bei unserem neuen Blechkuchen „Café Landhaus – Apfel-Walnuss-Cranberry“. Des Weiteren sind darüber hinaus auch unser Strudel und die Brötchen vegan.

Welche Trends sehen Sie hierzulande noch?
Eine wichtige Rolle spielen auf dem deutschen Markt auch Trends aus dem Ausland, die insbesondere junge Konsumenten ansprechen – hierin ist unter anderem der Erfolg von Cheesecakes oder Brownies der Ranges „Lust auf Kuchen“ und „Kuchenliebe“ begründet.

Wie kommt Coppenrath & Wiese eigentlich auf neue Trends?
Unser Ausgangspunkt sind immer die Verbraucher: Wir müssen als Markt- und Innovationsführer mit unseren Produkten die Bedürfnisse der Verbraucher besser kennen und erfüllen als der Wettbewerb. Entlang der Consumer Journey prüfen wir, was die Verbraucher sich wünschen und was ihnen noch fehlt. Auf dieser Basis entwickeln wir konsumenten- und bedürfnisorientiert neue Konzepte und Produkte.

Wird sich der Nutri-Score auch auf Produkten von Coppenrath & Wiese finden? Wenn ja: Ab wann?
Aber ja. Bereits im Juli 2019 hat sich der Vorstand des Deutschen Tiefkühlinstituts dti, in dem wir ebenfalls vertreten sind, bekanntlich einstimmig für den Nutri-Score ausgesprochen.

Wie ist Ihre Meinung dazu?
Nun muss Bundesministerin Klöckner die rechtlichen Grundlagen schaffen. Auf dieser Basis können wir uns vorstellen, die Nutri-Score-Kennzeichnung für alle Markenprodukte der Conditorei Coppenrath & Wiese umzusetzen. Generell möchten wir aber betonen, dass wir eine europäische Lösung benötigen.