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Frei von... - ohne Gentechnik Traditionell

Bettina Röttig | 06. Juni 2011

Das Segment ohne Gentechnik nimmt an Fahrt auf. Produktneuheiten beleben das Mopro-Regal.

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Die deutschen Verbraucher werden sensibler, was das Thema Gentechnik betrifft – und sie werden aktiv. Mehr als 100.000 Bürger haben bis zum 10. Mai 2011 die öffentliche Petition des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gegen Agro-Gentechnik unterzeichnet. Damit habe die Petition nicht nur problemlos die Hürde von 50.000 Unterstützern geknackt, die für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss notwendig sind, sondern zähle zudem zu den erfolgreichsten Petitionen überhaupt, so der BÖLW.
Rund 82 Prozent der deutschen Verbraucher beurteilen die Kennzeichnung „ohne Gentechnik" auf Lebensmitteln als „sinnvoll". 75 Prozent orientieren sich nach eigenen Angaben bei ihrem Einkauf daran. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Molkerei Zott. Im Vergleich zu einer früheren Studie des Instituts zum gleichen Thema wird deutlich, dass die Bundesbürger in den vergangenen zwei Jahren sensibler gegenüber der Thematik geworden sind. Damals hielten noch 78 Prozent der Befragten die „ohne Gentechnik"-Kennzeichnung für „sinnvoll". Weitere Erkenntnisse: Insgesamt fühlen sich jedoch fast 70 Prozent über Gentechnik „weniger gut" (44 Prozent) oder sogar „schlecht" (24 Prozent) informiert. Immerhin 77 Prozent der Verbraucher würden der Umfrage zufolge gentechnikfreie Produkte auch dann kaufen, wenn diese „deutlich teurer" wären als andere Lebensmittel.

„Die Nachfrage nach Produkten ohne Gentechnik steigt stetig", bestätigt Teigwaren-Spezialist Alb-Gold. Eine natürliche Produktion, zu der auch der Aspekt ohne Gentechnik gehört, steht bei den Trochtelfingern seit jeher im Fokus. Die gentechnikfreie Erzeugerkette wurde über Jahre aufgebaut. So war Alb Gold nach eigenen Angaben auch der erste Nutzer des einheitlichen Siegels. Mittlerweile sind es knapp 80 Lizenznehmer.

Die Möglichkeit, gentechnikfreie Lebensmittel mit der Angabe „ohne Gentechnik" zu kennzeichnen, besteht zwar schon seit 2008, doch erst in den letzten zwölf Monaten kam wirklich Fahrt in die Sache. So lancierte die Edeka Nord im September 2010 erste Produkte ohne Gentechnik unter der Eigenmarkte „Unsere Heimat – echt & gut". Sieben Produkte tragen derzeit die Kennzeichnung: Milch und Molkereiprodukte, seit Mitte Mai frische Freilandeier. Die Nachfrage entwickle sich positiv, heißt es aus Neumünster. Tegut führt mittlerweile mehr als 20 Eigenmarken-Artikel mit der Auslobung „ohne Gentechnik". Weitere seien derzeit in Planung. Dass noch mehr drin ist, zeigt Carrefour. Der französische Handelskonzern stellte im Oktober 2010 das neue Label „Nourri sans OGM" vor, das auf 300 verschiedenen firmeneigenen Produkten, die tierischen Ursprungs sind, verwendet werden soll.
Vor allem im Mopro-Regal sowie an der Käsetheke wird das Angebot an Produkten breiter, die mit der Auslobung „ohne Gentechnik" werben. Bereits vor rund drei Jahren führte Campina die erste gentechnikfreie Milch unter der Marke Landliebe ein. Im Laufe des vergangenen Jahres wurde das komplette Landliebe-Basissortiment umgestellt. Ebenfalls seit 2008 bietet die Schwarzwaldmilch Freiburg Weidenmilch-Produkte ohne Gentechnik mit dem Zusatz „Original Schwarzwälder Milch von ausgesuchten Bauernhöfen" an. Hinzu kamen nach und nach weitere Produkte, neuerdings auch unter der laktosefreien Linie LAC. „Das Angebot wird sich in jedem Fall ausbreiten. Hier geht es letztendlich um finale Zertifizierungen bei unseren Milcherzeugern", so Maren Zeidler aus dem Marketing. Mit den Vorschriften des Prüfungsinstituts Lacon setze man strengere Regeln an als die Vorgaben der EU.

„Die Produktion von Lebensmitteln ohne Gentechnik ist eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, bei der alle an einem Strang ziehen müssen: Politik, Hersteller und Handel", meint Michaela Matthäus, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Zott. Die Molkerei hat sich das Thema neu auf die Fahne geschrieben und zum 1. April diesen Jahres die Produktrange der Marke Zottarella umgestellt. Sämtliche Produkte tragen nun die Kennzeichnung „ohne Gentechnik". Preislich sind sie unterhalb der Bio-Ware angeordnet. Insgesamt verarbeitet Zott jährlich rund 600 Mio. kg Milch. Gut ein Sechstel davon (104 Mio. kg) ist ab sofort gentechnikfrei. Fast ein Jahr habe man an der Umsetzung gearbeitet, Produzenten und Handel überzeugt. Rund 3 Mio. Euro hat sich das Unternehmen die Maßnahme kosten lassen.

Ab Juni bietet die Molkerei Bauer erste Produkte mit dem „ohne Gentechnik"-Siegel an: Beide Produkte, der Wasserburger Landkäse, ein mild-würziger Großlochkäse, sowie der Edamer in traditionell roter Verpackung, sind für die Bedienungstheke bestimmt.

Neue Produkte ohne Gentechnik


Schwäbische Spezialität
Alb Gold Gourmet Eierknöpfle
Alb Gold

Milchmix ohne Laktose und Fructose
LAC frische Vanille Milch
Schwarzwaldmilch Freiburg

Laktosefreier Großlochkäse
Wasserburger Landkäse
Privatmolkerei Bauer

Tomate-Mozzarella in der Rolle
Zottarella Tomate
Zott