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Tabakwaren Vielfalt ohne Grenzen

Hedda Thielking | 17. Mai 2011
Tabakwaren: Vielfalt ohne Grenzen

Bildquelle: fotolia

Weder Tabaksteuererhöhung noch Rauchverbot oder die Preissensibilität der Raucher hindern die Tabakwarenhersteller daran, ihr Sortiment zu erweitern.

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„Der Markt für Tabakwaren wird zusehends dynamischer. Die Nachfrage der erwachsenen Raucher ist individueller und vielfältiger geworden. Darin liegt ein großes Potenzial für Produktneuheiten", sagt Gerard Schlosser, Director Sales bei Philip Morris. Gleichzeitig hält der Trend zu preiswerten Tabakprodukten an. Besonders beim Volumentabak geht das Unternehmen von weiteren Innovationen aus. In diesem Bereich ergänzte Philip Morris (im Februar) das Portfolio um den L&M Volume Tobacco Fine Flavor und den f6 Volumen Tabak jeweils in der 125-g-Dose. Reemtsma erkennt auch im Feinschnittsegment einen Trend zur Großpackung und bringt im Mai den Volumentabak Route 66 Zip-Bag zusätzlich mit 165 g Inhalt auf den Markt. Von Juni an präsentiert British American Tobacco Germany (BAT) Pall Mall Allround auch als Non-Full-Flavour Variante „Smooth Taste" in der 110-g- und 80-g-Dose.

Im Segment der Fabrikzigaretten sind Big-Pack- und Maxi-Pack-Formate weiter gefragt. Im März führte Japan Tobacco International (JTI) für die Marke Winston Blue eine Maxi Box mit 28 Zigaretten ein. Mit Gauloises Sélection erweiterte Reemtsma das Sortiment um drei zusatzstofffreie Artikel wie Drehtabak. Im Bereich der aromatisierten Produkte verstärkte Arnold André die Handelsgold Sweet-Cigarillo-Familie um das Aroma „Chocolate".

In Sachen Markenpolitik verfolgen manche Hersteller eine neue Strategie: Mit Marlboro Fresh stellt Philip Morris neben „Flavor" und „Gold" die dritte Säule der Markenfamilie auf. So wurden Marlboro Menthol und Menthol White Anfang des Jahres in Marlboro Blue Fresh & Marlboro White Fresh umbenannt. Die Überführung der Marke Next in die Chesterfield Markenfamilien wird fortgeführt. Seit Mai sind auch Feinschnitt und Filter Zigarillos im neuen Chesterfield-Design erhältlich. Reemtsma führt ebenfalls im Mai das neue internationale Packungsdesign der Davidoff-Familie in Deutschland ein.

Preisanpassungen
Die erste Stufe der Tabaksteuererhöhung zum 1. Mai führte dazu, dass bei einigen Marken die Kleinverkaufspreise (KVP) je Schachtel in der Regel um 20 Cent erhöht wurden. Das betrifft zum Beispiel die Originalpackungen (OP) der Marken Winston, Benson & Hedges sowie Nil von JTI (jetzt zwischen 4,50 und 4,90 Euro). Philip Morris legte den Preis für Marlboro Red mit 19 Zigaretten auf 4,90 Euro fest. L&M Red Label mit 19 Zigaretten ist jetzt für 4,50 Euro erhältlich. Von BAT kostet die Packung Lucky nun 4,80 und Pall Mall 4,50 Euro. Für JPS Red OP von Reemtsma zahlt der Kunde 4,50, für West Red OP 4,70 und für Gauloises Blau OP 4,80 Euro. Bei den Großpackungen hat man teilweise die Packungsinhalte um eine Zigarette reduziert. Bei der Camel-Familie von JTI wurden jedoch nur die Kleinverpackungspreise der Camel ohne Filter und der Camel Filters Maxi Box entsprechend angepasst. Die Kleinverpackungspreise der übrigen Camel-Produkte blieben unverändert. Reemtsma reduzierte den Inhalt seiner JPS-Big-Box von 23 auf 22 Stück und kann damit den Preis von 5 Euro weiter gewährleisten. Im Tabaksegment hat die erhöhte Mindeststeuer laut Reemtsma je nach preislicher Positionierung und Tabakmenge einen individuellen Anpassungsbedarf beim Preis zur Folge. So kostet der Route66 100-g-Zip-Bag jetzt 12,50 Euro (zuvor 11,50 Euro). Wie BAT mitteilt, stieg der Preis im Feinschnitt-Segment je nach Packungsgröße um 30 bis 45 Cent. Arnold André ist erst in der zweiten Stufe von der neuen Mindeststeuer auf Zigarren betroffen. Um Kostensteigerungen aufzufangen, wurde bei der Mehrzahl der Produkte eine sehr moderate Preiserhöhung umgesetzt.

Stabiler Markt
Volumentabak ist der Wachstumstreiber im Tabakwarenmarkt. 15 Prozent mehr Absatz erzielte diese Kategorie laut Nielsen im vergangenen Jahr (MAT Februar 2011). Die kleinsten Segmente ECO Zigarillos und Zigarren/Zigarillos legten ebenfalls zu. Weniger verkauft wurden dagegen Zigaretten und traditioneller Feinschnitt. Insgesamt gesehen erzielten Tabakwaren ähnliche Absätze und Umsätze wie im Vorjahreszeitraum.