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E-Zigaretten Mit Volldampf voraus

Hedda Thielking | 10. April 2018

Die große Vielfalt an E-Zigaretten zeigt: „Dampfen“ ist in. Jetzt bringt auch Reemtsma eine E-Zigarette auf den deutschen Markt. Die Hersteller wollen den Lebensmittelhandel als Vertriebskanal für ihre Produkte nutzen.

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Weniger Raucher , weniger verkaufte Zigaretten, Schockbilder auf den Packungen sowie das Außenwerbeverbot für Tabakwaren – kein Wunder, dass den Verantwortlichen der Tabakwarenhersteller die Köpfe rauchen. Nun soll die E-Zigarette den Markt aufmischen. Viele Hersteller – vom Start-up bis zum Big Player – machen hier richtig Dampf. Vor allem die Tabakkonzerne kämpfen darum, wer das beste bzw. am wenigsten gesundheitsschädlichste System hat. So gibt es Trägersysteme, die die Liquids, das sind tabakfreie aromatisierte Flüssigkeiten mit oder ohne Nikotin, verdampfen und andere, die Tabaksticks erhitzen.Reemtsma bringt Myblu
Nachdem die Tabakriesen BAT mit der E-Zigarette der Marke Vype und Philip Morris mit dem Tabakheizsystem Iqos auf dem deutschen Markt aufschlugen, war es nur eine Frage der Zeit bis der nächste Big Player Reemtsma nachzieht. Jetzt im April ist es so weit: Die Marke Blu mit dem Produkt Myblu ist da – eine tabakfreie E-Zigarette, bei der ein Liquid verdampft wird. In Deutschland läuft der Vertrieb laut Reemtsma zuerst in Hamburg, Berlin und München, weitere Städte und nationaler Rollout sollen folgen. „Das Produkt Myblu baut auf der fast zehnjährigen Innovationsgeschichte der Marke Blu auf. In den USA ist sie die zweitgrößte E-Zigarettenmarke“, berichtet David O’Neill, Head of Next Generation Products Reemtsma. Das Starter‐Set besteht aus je einem Device im Aluminiumdesign, Tobacco Liquidpod und USB‐Ladekabel (23,95 Euro). Die Liquidpods gibt es in den sechs Geschmacksrichtungen Tobacco, Blue Ice, Menthol, Green Apple, Tobacco Vanilla und Café Latte, alle in jeweils zwei Nikotinstärken und einer nikotinfreien Variante (2er‐Pack zu 6,95 Euro). Durch ein Klicksystem lassen sie sich laut Reemtsma schnell und einfach einsetzen und herausnehmen. Und wie steht es mit dem gesundheitlichen Risiko? Dazu David O`Neill: „E-Zigaretten sind nicht frei von Risiko, aber laut unabhängigen, externen Studien eine deutlich risikoärmere Alternative zum Tabak.“

Myblu im LEH
Reemtsma entwickelt derzeit Konzepte zur idealen Platzierung für das Device im Lebensmittel-Einzelhandel, da dieser als wichtiger Versorgungskanal gilt. „Vermutlich läuft es im Lebensmittel-Einzelhandel mittel- bis langfristig auf ein Kernsortiment mit fünf bis zehn Liquids und idealerweise auch das Device hinaus. Bei einem geschlossenen Kapselsystem wie der Myblu ist die Platzierung im direkten Umfeld der klassischen Zigarette am besten geeignet“, teilt David O‘Neill mit. „Auch wenn das Segment der E-Zigaretten aktuell noch ein Nischenprodukt für den Lebensmittel-Einzelhandel sei, mit wachsender Nachfrage innerhalb der Kategorie werde der Konsument auch hier diese Produkte nachfragen. Schließlich sei das Gesamtpotenzial an Konsumenten mit 19 Millionen Rauchern in Deutschland so groß wie in keinem anderen europäischen Markt. „Wir erwarten eine Steigerung des Marktes für E-Zigaretten von jährlich 10 bis 15 Prozent“, so David O’Neill. Er betont jedoch: „Tabak ist dennoch weiterhin das Kerngeschäft von Reemtsma. Nichts deutet auf das Ende der klassischen Zigarette hin, die noch immer etwa 98 Prozent des Marktes ausmacht. Aber alle Zeichen bestätigen den Wunsch der Konsumenten nach Alternativen zur klassischen Zigarette und zumeist der Wunsch nach tabakfreien Produkten.“