Interview mit Cassandra Browning:Es beginnt mit einem Bild im Kopf

Bildquelle: Cassandra Browning kreiert Produktdüfte bei Ecover.

Interview mit Cassandra Browning Es beginnt mit einem Bild im Kopf

Wie entwickeln WPR- Hersteller die passenden Düfte zu ihren Produkten? Wir haben nachgefragt bei Cassandra Browning, EU Fragrance Development Manager Ecover.

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Wie entwickeln Sie Düfte für Wasch- und Reinigungsmittel? Arbeiten Sie wie ein Parfümeur?
Cassandra Browning: Bevor ich einen neuen Duft kreiere, nehme ich mir die Zeit, mich in eine besondere Umgebung zu versetzen. Ich stelle mir die Düfte vor, die ich dort wahrnehmen kann. Es fängt immer mit einem Bild an, dann finde ich die Duftnoten, die einander ergänzen und am besten in die Szenerie passen. Hibiskus kommt zum Beispiel in einem unserer Düfte vor, weil ich mich an meine Kindheit erinnere, wo er am Haus meiner Großeltern wuchs.

Und wie sieht die praktische Umsetzung aus?
Ich muss gewährleisten, dass der Duft zu dem Land passt, in dem er auf den Markt kommt. Die einzelnen Länder haben unterschiedliche Geruchspräferenzen. Und dass er sicher ist, in dem Produkt funktioniert und im Verkaufsregal stabil bleibt. Ja, es ist ein sehr kreativer Job, doch man muss auch mit Überlegung und Genauigkeit zur Sache gehen, damit die Verbraucher am Endprodukt wirklich Freude haben.

Was für Kriterien müssen Düfte erfüllen?
Für Ecover müssen die Düfte mindestens 50 Prozent natürliche Inhaltsstoffe enthalten und von der Natur inspiriert sein. Unsere Duftkombinationen sollen authentisch, sauber, zurückhaltend und einfach sein, damit die Verbraucher nicht von den Geruchseindrücken überwältigt werden.

Wie lassen Sie sich inspirieren?
Was Inspirationen angeht, schalte ich nie ab und hole mir Anregungen aus der Natur, auf Reisen und aus Erinnerungen. Oftmals visualisiere ich eine angenehme Geruchsempfindung und halte sie dann fest. Dann warte ich auf das passende Projekt und versuche dann, diese erste Impression wieder zu erschaffen.

Gibt es Düfte, die gar nicht in Frage kommen?
Bei Ecover halten wir uns fern von Duftstoffen, die nicht in der Natur vorkommen. So würden süße, klebrige Duftnoten wie Zuckerwatte oder Karamell definitiv nicht zu dem feinsinnigen und authentischen Erlebnis passen, das für unsere Marke kennzeichnend ist.

Hat sich die Vorliebe für einen Duft im Laufe der Zeit gewandelt?
Ja, die Vorlieben der Verbraucher wandeln sich ständig, angetrieben vom Wunsch nach neuen und aufregenden Inhaltsstoffen. Doch es gibt bestimmte klassische Duftnuancen, die für Reinigungsmittel immer wichtig bleiben werden. Zitrone und Lavendel zum Beispiel werden überdauern und ein fester Bestandteil bei Putzmitteln bleiben.

Welche Bilder verbindet man mit welchem Duft?
Der Duft von Ecover Hand-Spülmittel Zitrone & Aloe Vera weckt bei den Verbrauchern Assoziationen von Frische und Sauberkeit, wie an einem sonnigen Morgen und den sorgenfreien Tagen, die noch kommen. Wir möchten die Natur zu unseren Kunden nach Hause bringen.

Was genau passiert da beim Kunden, wenn er etwas riecht?
Wenn man lediglich schnüffelt, geht der Hauptanteil der Luft direkt in die Lungen und gelangt gar nicht in die verschiedenen Bereiche der Nasenhöhle. Die Geruchsrezeptoren in der Nase sind hoch oben in Gehirnnähe platziert und damit außerhalb des Hauptstroms der Luft. Zieht man einen Duft jedoch in kurzen, scharfen Stößen ein, so weitet sich das Nasengewebe und mehr Moleküle des Duftstoffs gelangen in die Nasenhöhle und stimulieren die Nervenzellen im Gehirn. Der Geruchssinn ist der Sinn, der den Forschern noch immer viele Rätsel aufgibt. Das Geruchszentrum im Gehirn steht in direkter Verbindung mit Bereichen, die für Emotionen und Erinnerungen zuständig sind, was zur Folge hat, dass Geruchsempfindungen ausgesprochen persönlich sind.

Haben Sie einen Lieblingsduft?
Ich liebe den Duft saftiger Orangen, weil er so kräftigend ist, doch meine Lieblingsdüfte sind eher durch hölzerne Noten charakterisiert. Ich bin aus Oregon, das bedeckt ist mit Wäldern. Daher haben diese Gerüche einen speziellen Platz in meinem Herzen; sie erinnern mich an meine Familie und Kindheit.