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Blumen Emotionen wecken!

Heidrun Mittler | 11. März 2011

Rewe Grubendorfer läutete 2010 mit einer ausgefallenen Aktion den Sommer ein. Ein Beispiel, wie man Blumen richtig in Szene setzen kann.

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„Vergleichen Sie uns mit dem hässlichen Entlein", erzählt Stefan Grubendorfer. Der Rewe-Händler aus Dortmund ist seit zehn Jahren selbstständig. Als er startete, war kein guter Standort zu bekommen, so übernahm er eine Fläche von gerade mal 900 qm. Wenn man schon nicht mit Lage oder Fläche punkten kann, muss man andere Akzente setzen, so seine Devise. Wie das funktioniert, stellt Grubendorfer seit Jahren unter Beweis (nicht zuletzt wurde er „Ausbilder des Jahres" und erhielt andere Branchenpreise).

Im vergangenen Jahr, als ein großer Mitbewerber keine 1.000 m entfernt von seinem Markt neu eröffnete, startete er eine Aktion, die seine Stammkunden emotionalisieren sollte, damit sie ihm treu bleiben: „Rosen-Rangelei 2010 – Körne blüht auf". Über diese ausgefallene Maßnahme berichtete Stefan Grubendorfer beim Seminar „Innovationen im Einzelhandel", das vom Blumenbüro Holland veranstaltet worden ist. „Ich betreibe kein Fachgeschäft, deshalb musste ich emotional an die Sache herangehen", erklärt Grubendorfer. Mit seinem Marktteam läutete er Mitte Mai 2010 „den Sommer ein" und Körne „stand in Rosen". Dabei nahm er den örtlichen Floristen gleich mit ins Boot.

Zwischen der Straßenbahn und dem Geschäft baute das Team eine Oase aus Tausenden von Rosenpflanzen. Außerdem boten die Dortmunder alles an, was man braucht, um ein richtiger Gärtner zu werden, angefangen von der Gießkanne über die Blumenerde und Dünger bis hin zur Rosenseife. „Bei Blumen vergisst der Kunde den Preis", so Grubendorfers Erfahrung. An diesem Wochenende hat er rund 2.000 Festival-Rosen im Topf verkauft, zwischen 7,99 und 32 Euro pro Stück. Natürlich haben die Mitarbeiter einzelne Rosen verschenkt, außerdem haben sie zum Kaffeeklatsch und zur Bratwurst eingeladen. Im Markt selbst hatten die Grubendorfers ein „Dornröschen-Schloss" aus roten Rosen erbaut, es prangte gleich über der Molkereiabteilung.

Das Wochenende (Freitag und Samstag) war ein voller Erfolg. „Solche Maßnahmen waren und sind für uns überlebens-wichtig", kommentierte der Rewe-Kaufmann. In Kundenbefragungen wird das deutlich, er freut sich (mit 83 Prozent) über eine hohe Zufriedenheit bei seinen Käufern. „Kommunizieren hilft ungemein", weiß er, „wenn uns der Kunde liebt, verzeiht er auch schon einmal einen Fehler."

Bildquelle


Karin Hessmann