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Standpunkte Nächster Bio-Boom?

Lebensmittel Praxis | 10. Februar 2011

Standpunkte zu Themen der LP-Redaktion. Heute: Die Auswirkung des Dioxin-Skandals auf Bio.

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Der Dioxin-Vorfall hat den Absatz von Bio-Eiern und Bio-Fleisch in die Höhe getrieben. Wird die Nachfrage nach Bio insgesamt und vor allem nachhaltig steigen? Leser der LP und Mitglieder der Xing-Gruppe LPaktiv diskutieren. Diskutieren Sie mit: in der Xing-Gruppe „LP aktiv" oder auf unserer Homepage www.lebensmittelpraxis.de. Die kompletten Leserbriefe finden Sie auf xing.de

Ralf Hoppe


Bio-Hype

Der Dioxin-Skandal hat einen weiteren Hype für die Bio-Branche ausgelöst, doch von einem neuen Boom zu sprechen, würde ich für übertrieben halten. Viele Endverbraucher werden durch die aktuelle Situation näher an Bio-Lebensmittel heran geführt. Die meisten werden jedoch nicht zu Bio-Intensivkäufern, sondern nach einer gewissen Zeit wieder „abwandern". Grundsätzlich ziehen solche „Skandale" neue Richtlinien und Gesetze mit sich, um unsere Lebensmittel allgemein weniger Belastungen zu unterwerfen. Bio war und ist ein Weg, dieses beispielhaft vorzuleben und sollte als Benchmark so nah wie möglich – und so nah wie nötig – erreicht werden.
(Ralf Hoppe, Alpro GmbH)

Marion Sollbach


Konsum unverändert

Meine wichtigsten Kriterien beim Einkauf von Lebensmitteln sind Gesundheit, Geschmack und Genuss. Das hat sich in den letzten Wochen nicht verändert. Und für mich war und ist eine vegetarische Ernährung mit einem großen Anteil Bio-Produkten die Option, die die drei oben genannten Kriterien am besten erfüllt und mir dazu ein gutes Gewissen gibt.
(Marion Sollbach, Galeria Kaufhof GmbH)

Dr. Mathias Schwarz


Werte gefragt

Der Trend hin zu Bio-Produkten wird sich weiter fortsetzen. Die Konsumenten legen in einer globalisierten und unübersichtlichen Welt zunehmend Wert auf Nähe und Transparenz. Nur lokal produzierte Lebensmittel erfüllen diesen Anspruch und werden sich langfristig durchsetzen. Stetig steigende Energiepreise werden diesen Prozess massiv unterstützen. Lebensmittelproduzenten und -händler sollten sich frühzeitig darauf einstellen.
(Dr. Mathias Schwarz, Büro für Ernährungskompetenz)

Sylvia Pfaff


Mangelndes Wissen

Der Verbraucher hat zu wenig Kenntnisse über die Produktion von Lebensmitteln. Daher kann er die Informationen in der Presse nicht wirklich einschätzen. Wenn im Moment auf konventionelle Eier und Geflügelfleisch eingedroschen wird, dann greift der Verbraucher zu dem, was weniger „belastet" erscheint, also Bio-Eier und evtl. Bio-Geflügelfleisch. Ich denke, das ist aber auch ganz schnell wieder vorbei.
(Sylvia Pfaff, FIS Europe)