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Tiefkühlkost Es steckt noch Potenzial in den TK-Truhen

Susanne Klopsch | 17. Oktober 2014

Bei einem gemeinsamen Projekt der Edeka Minden- Hannover und GS1 Germany zeigte sich: Optimierte Sortimente bringen bis zu 5 Prozent mehr Umsatz mit der TK-Abteilung.

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Egal ob Backwaren, Pizza oder Gemüse: In den TK-Truhen des Handels schlummert noch eine Menge Potenzial, das es zu heben gilt. Davon sind zumindest einige Tiefkühlhersteller überzeugt. Um eine valide Datenbasis zu haben, startete die Edeka Minden-Hannover unter Begleitung der GS1 Germany gemeinsam mit ausgewählten Tiefkühlherstellern ein Category-Management-Projekt Tiefkühlkost. Dabei ging es um die ganzheitliche Optimierung der TK-Abteilung (inkl. Eiscreme) in Bezug auf Sortiment und Platzierung. Nach einer Vorlaufphase mit einer detaillierten Analyse der Märkte und der Umsetzung der in akribischer Feinarbeit ermittelten Veränderungen pro Kategorie folgte eine sechsmonatige Testphase in sechs Edeka-Märkten. Das Ergebnis des Projekts kann sich sehen lassen: Durchschnittlich stieg der Umsatz der TK-Abteilung in den Testmärkten um 5 Prozent, auch der Ertrag entwickelt sich positiv. „Wir freuen uns sehr, dass durch die Maßnahmen ein derartiges Plus aus der Abteilung herausgeholt werden konnte“, sagt Justine Parusel, bei GS1 Germany Consultant im Bereich Category Management Beratung und Training.

Es sei gelungen, die Attraktivität der gesamten Abteilung zu stärken. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die regionalen als auch die saisonalen Besonderheiten der Sortimente in den sechs Testmärkten. Von den Ergebnissen sollen nun auch andere Märkte der Edeka Minden-Hannover profitieren: Die aus dem Projekt entwickelten Empfehlungen sind in einer Broschüre gebündelt und stehen den Marktleitern zur Verfügung. Bei der Umsetzung wird seitens Edeka und der Category Partner Unterstützung angeboten.

Die wesentlichsten Veränderungen:

Sinnvolle Artikelreduktion, erhöhte Facingzahlen: Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, half letztlich dabei, gleich zwei „Probleme“ der Abteilung besser zu managen – bessere Orientierung in der Truhe für den Kunden und Vermeidung von Out-of-Stocks. In den Testmärkten waren, so Parusel, die Sortimente zugunsten umschlagsstarker Produkte optimiert worden: Die Auslistung der langsamer drehenden Produkte schuf Raum für Potenzialartikel, die der Markt vorher nicht im Sortiment geführt hat, sowie für eine breitere Platzierung der etablierten abverkaufsstarken Produkte. Die Sortimentsoptimierung unterschied sich je nach Kategorie sehr stark. Während in einigen Kategorien das Sortiment bereits schon sehr gut war, wurde das Angebot in anderen deutlich verändert. „Wesentliche Fragen waren: Hat der Teilbereich im Vergleich zu den anderen TK-Kategorien den Platz, den er benötigt? Und sind vor allem die richtigen Produkte dabei?“, beschreibt Parusel. Grundsätzlich sei es wichtig das Sortiment kritisch zu überprüfen und auf die Shopperbedürfnisse auszurichten.“

Orientierung in der Abteilung für den Käufer: Die Zahlen einer Iglo-Studie sprechen für sich. Danach verlassen 28 Prozent der Kunden die TK-Abteilung mit leeren Händen, weil sie den gesuchten Artikel nicht gefunden haben. Auch für das CM-Projekt mit der Edeka Minden-Hannover ging es daher um die Beschilderung der Truhen bzw. der Abteilung. Bewährt haben sich Aufstecker direkt auf den Truhen. Diese zeigen sowohl eine Abbildung als auch die Bezeichnung der Kategorie.

Produkt-Familien zusammen platzieren: „Shopper nehmen TK-Produkte in Familien wahr“, sagt Justine Parusel. Danach werde auch der Suchprozess am PoS strukturiert. In den TK-Truhen sei es daher sinnvoll, drei Blöcke zu bilden: Im Bereich „Selber kochen“ werden etwa Fisch, Fleisch oder Kartoffelprodukte platziert; die Abteilung „Fix und Fertig“ beinhaltet die Fertiggerichte, wie etwa auch Pizza und Snacks; die dritte Gruppe „Backen und Desserts“ umfasst u. a. Backwaren und Eis.