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Eiscreme Ohne Schokolade geht es nicht

Susanne Klopsch | 17. Oktober 2014
Eiscreme: Ohne Schokolade geht es nicht

Warme Eiscremesorten sind bei den Konsumenten in Herbst und Winter gefragt. Nachgefragt werden neue Premiumsorten ebenso wie die Klassiker.

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Die Bundesbürger haben Lust auf Eiscreme: Bis Ende Juni nahm der Umsatz mit dieser Warenklasse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent zu, der Absatz stieg um 6,5 Prozent (Nielsen; MAT KW 26; LEH inkl. Aldi, Drogeriemärkte, Tankstellen, C&C, TK-Lieferdienste). Beachtlich schlug sich dabei das Kleineis mit einem Umsatzplus von 15,6 Prozent (Absatz 5,1 Prozent; s. Tabelle auf dieser Seite). Einziger Wermutstropfen: Mit gut 715 Mio. Euro floss der Löwenanteil des Gesamtumsatzes von etwa 1,5 Mrd. Euro in die Kassen der Discounter.

Das Weihnachts- und Silvestergeschäft bietet aber gerade für Vollsortimenter gute Chancen der Profilierung durch Premiumeis. Nestlé Schöller setzt mit Eis-Creation des Winters Mövenpick Winter Chocolate auf Schokolade. „Die Sorte ist nicht direkt mit Weihnachten verknüpft und damit auch über die Festtage hinaus für die Jahreszeit geeignet“, sagt Corinna Sattler, Marketing Director Ice Cream bei Nestlé Schöller. Der Klassiker Bourbon Vanille dürfe in der Truhe ebenfalls nicht fehlen.

Mit Cremissimo Milchschokolade will Langnese Schokofans mehr Abwechslung mit einer süßeren Variante bieten. Impulse am PoS verspreche laut Susanne Biljes, Impulse Ice Category Lead and Masterbrand Manager Eiscreme D-A-CH bei Unilever, zudem das Cremissimo à la Crème Brulée.

Konsequent auf Premium fokussiert der schwedische Hersteller SIA Svensk Glass mit seinen Marken Svensk Glass und Svensk Sorbet. In Deutschland gab es in diesem Jahr eine Absatzsteigerung von 20 Prozent, so Tatjana Elmberg, deren Agentur Aengeln für den Vertrieb sorgt. Ein Packungsrelaunch und neue Sorten wie Karamell-Macadamia und Citronen-Sorbet zeigten Wirkung bei den deutschen Konsumenten. In der Festtagssaison seien Truffle Chocolate (Schokoladen-Sahneeis mit Kakaotrüffeln), Pistacia (mit gerösteten Pistazien) sowie das Walnusseis (mit kandierten Walnüssen und Ahornsirup) besonders gefragt. Bei Ikea wird derzeit die winterliche Variante Pepparkaka getestet, ein Eis mit schwedischem Lebkuchen.

Für weitere Bewegung im Markt sorgen Revivals schon bekannter Marken: Bereits nach sechs Wochen waren mit der Sorte Dolomiti (Unilever) laut Susanne Biljes für die gesamte Sommersaison anvisierten Absatzzahlen erreicht: „Mittlerweile wurden bereits mehr als 20 Mio. Dolomiti produziert.“ Die 1987 vom Markt genommene Sorte war, so Biljes, nach immer drängenderen Forderungen der Konsumenten wieder in die Outlets zurückgekehrt. Nestlé Schöller sieht für Frozen Yogurt weiteres Wachstum. Zudem kämen die kleinen Haushaltspackungen (400 bis 500 ml), etwa die Tubs von MÖ by Mövenpick, bei den Konsumenten sehr gut an: „Sie repräsentieren bereits ein Fünftel des gesamten Hauspackungsumsatzes“, sagt Corinna Sattler. Das Segment gewinne durch die steigende Zahl kleinerer Haushalte an Relevanz. Neue Käufer in die Kategorie zog R&R Ice Cream Deutschland nach den Worten von General Manger Gottfried Kirchner durch die Einführung der Milka-, Oreo- und Daim-Stieleis-Multipacks. Sehr gut b ei den Verbrauchern seien zudem die nun viereckigen Verpackungen des Landliebe-Sortiments angekommen. Die Wiedereinführung der Sorte Sahne habe zudem eine Resonanz gehabt, „mit der wir in diesem Maße nicht gerechnet haben“, wie Kirchner sagt.

Immer wichtiger werden ältere Konsumenten: So sehen die britischen Marktforscher von Canadean den deutschen Markt als den mit 2,7 Mrd. US-Dollar (etwa 2,1 Mrd. Euro) wertvollsten in Europa. Für 40 Prozent des Eiskonsums hierzulande sind laut Canadean Menschen über 55 Jahre verantwortlich. Demografisch bedingt steige die Zahl. Canadean sieht vor allem Chancen für texturreiche, sahnige, wertige (etwa mit Nüssen) und mit dem Label Genuss versehene Sorten. Und das unabhängig von der Angebotsform.