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Bewegung im Rapsöl-Markt

Christina Steinheuer | 27. Juni 2014


Rapsöl ist der Renner unter den Speiseölen in Deutschland. Seit 2009 dauert die Erfolgsgeschichte an. Mit Nestlé will jetzt ein Dickschiff mitverdienen. Gelingt das dem Konzern oder rutscht er auf der Ölspur aus?

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Vor einigen Jahren noch nahezu unbekannt, hat es Rapsöl 2009 erstmals auf Rang 1 der meist verwendeten Speiseöle Deutschlands geschafft. Diesen Spitzenplatz konnte die Öl-Sorte 2011, 2012 und 2013 jeweils ausbauen: Insgesamt 75,2 Mio. l haben die Bundesbürger im vergangenen Jahr gekauft (vgl. Grafik S. 56). Als Gründe für die rege Nachfrage können die Bedeutung von Rapsöl für eine gesunde Ernährung, seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche und auch die große Auswahl kaltgepresster Rapsöle von regionalen Anbietern sein.

Der Marktanteil von Rapsöl lag 2013 (laut AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels) bei 39 Prozent. Kein anderes Speiseöl fand seinen Weg öfter in die Einkaufswagen der deutschen Verbraucher. Jeder Haushalt hat im Durchschnitt 1,8 l Rapsöl konsumiert. Auf Rang 2 folgt Sonnenblumenöl mit 59,1 Mio. l. vor Olivenöl mit 33,2 Mio. l. Insgesamt haben die Deutschen 2013 192,2 Mio. l Speiseöl eingekauft.

Neben den schon etablierten, bekannten Rapsöl-Anbietern wie etwa der Teutoburger Ölmühle, kurz TÖM (Rapsgold), oder VOG (Rapso) drängt nun auch der Nestlé -Konzern in den gut laufenden Markt. Seit Juni ist unter der Dachmarke Thomy die neue Speiseöl-Sorte Reines Rapsöl (750 ml, EVP 2,99 Euro) erhältlich. Zur Markteinführung setzt Nestlé auf Cross-Promotion und Verkostungsaktionen am PoS. Der Wettbewerb im Rapsöl-Markt wird härter.


Klare Positionierungen oder auch ein USP können für die Verbraucher wichtige Entscheidungshilfen sein. Für 51 Prozent der Konsumenten ist die Produktherkunft ausschlaggebend bei der Kaufentscheidung (Quelle: SGS Institut Fresenius & Institut für Demoskopie Allensbach, Verbraucherstudie 2014). Mit einer garantierten Herkunft ihrer Rapssaat, die zu 100 Prozent aus kontrolliertem, deutschem Vertragsanbau ohne Gentechnik stammt, will die TÖM überzeugen. Bei ihren Rapsgold-Ölen erfolgen zudem alle Verarbeitungsstufen in Deutschland an einem Standort. Das diene der Produktqualität genauso wie der Transparenz, der Rückverfolgbarkeit und der Nachhaltigkeit.

Um noch mehr Transparenz bei den eigenen Produkten zu schaffen, führt die TÖM gegen Ende dieses Jahres FTrace ein. Das gebe Auskunft über Herkunft und Verarbeitung der Öle und schaffe die Basis für eine umfassende Rückverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette. Schon ab Sommer bietet die TÖM der Lebensmittel-Industrie zertifizierte, nachhaltige Speiseöle aus heimischem Vertragsanbau an.

Bis zur Einführung von Rapsgold im Jahr 2008 gab es nur zwei Qualitäten an Rapsöl: kalt gepressten Rapsöle und Raffinate. Während Erste aufgrund ihrer ernährungsphysiologischen Vorteile punkten, sind Raffinate wegen ihres neutralen Geschmacks und ihrer vielseitigen Verwendung gefragt. Rapsgold war eine echte Innovation, die die ernährungsphysiologischen und qualitativen Vorteile eines kalt gepressten Rapsöls mit der Geschmacksneutralität eines raffinierten Öls vereinte. Seit Juni ergänzen die zwei neuen Rapsgold-Produkte „Rapsgold Nativ Kaltgepresst“ und „Rapsgold Heiß Braten – Buttergeschmack“ das „Rapsgold“-Sortiment.