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Zeitschriften Presseregal bleibt Garant für Impulskäufe

Sonja Plachetta | 27. Juni 2014


Zeitschriften: Presseregal bleibt Garant für Impulskäufe
Bildquelle: Christian Bierwagen/ Bauer Vertriebs KG

Manche Händler experimentieren derzeit mit Zweitplatzierungen von Zeitschriften in anderen Abteilungen des Marktes. Dies kann gerade bei Food-Titeln zu Zusatzkäufen führen, birgt aber auch gewisse Risiken.

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Um ihre Zeitungen und Zeitschriften an den Kunden zu bringen, ist für die Verlage das Presseregal im Supermarkt von entscheidender Bedeutung. Doch es bleibt ihnen immer weniger Zeit, um mit ihren Titeln die Aufmerksamkeit der potenziellen Käufer zu wecken. Die Verweildauer am Presseregal sinkt stetig. Bei 1,42 Minuten liegt sie einer Studie des Marktforschungsinstituts G.V.K. im Auftrag der Bauer Media Group zufolge.

Könnte es also hilfreich sein, den Kunden auch in anderen Abteilungen des Supermarkts mit passenden Zeitschriften zu konfrontieren und somit auch für den Einzelhändler zusätzlichen Umsatz zu generieren? „Es zeigt sich, dass Zweitplatzierungen von Food-Titeln im Umfeld von Obst- und Gemüseabteilungen, Backwarenbereichen, etc. in der Tat zu Zusatzumsätzen führen“, hat Tobias Mai, Geschäftsführer Strategische Vertriebssteuerung Burda, beobachtet. „Dies sollte unseres Erachtens stärker getestet und genutzt werden.

“Auch Bauer hat mit Displays seiner Zeitschrift „Lecker“ gute Erfahrungen mit Zweitplatzierungen in themenaffinen Umfeldern wie der Gemüseabteilung gemacht. Außer bei Food-Titeln müsse man aber vorsichtig sein, findet Christian Böttcher, Vertriebsleitung Retail der Bauer Vertriebs KG: „Platzierungen ,irgendwo’ im Laden führen eher zu erhöhten Remissionswerten, als dass der Verkauf gesteigert wird.“


Gabriele Evertz von Impuls Ladenbau warnt ebenfalls vor dem „Überfrachten“ einzelner Abteilungen: „Das Presseregal muss der ,Point of Sale’ bleiben!“ Wer z. B. Tageszeitungen an der Kasse platziere, könne eventuell in diesem Segment einen Mehrumsatz erreiche, verlöre aber im gesamten Pressesortiment an Umsatz. „Zweitplatzierungen im Markt mit Top-Titeln wie Tageszeitungen oder TV-Zeitschriften, die vom überwiegenden Teil der Kunden gekauft werden, verhindern oft den Gang zum Presseregal. Ein gut strukturiertes Regal verführt jedoch zu Impulskäufen über die gewünschten Titel hinaus“, erklärt sie.

Ein übersichtliches Presseregal sollte vertikal und sinnvoll in Objektgruppen strukturiert sein. Laut Böttcher haben sich folgende sieben Objektgruppen bewährt: Motor, Computer, Wirtschaft, TV-Presse, Freizeit, Jugend sowie Frauen. Impulskäufe können erzielt werden, indem bestimmte Objektgruppen nebeneinander gestellt werden, deren Titel häufig zusammen gekauft werden, z. B. Wirtschafts- und Nachrichtenmagazine. Umsatzstarke Titel sollten innerhalb der jeweiligen Objektfamilie in Vollsicht präsentieren werden – oder zumindest gut sichtbar, eventuell verstärkt durch akzentuierte Beleuchtung. Wichtig ist, dass sie nicht von schlecht verkäuflichen Titeln verdeckt werden. Das heißt: Eine aktive Bewirtschaftung des Presseregals ist zwingend erforderlich.