Deutscher Raiffeisenverband Lange Trockenheit vernichtet viel Getreide und Raps

Die lange Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands schmälert die Ernte in diesem Sommer nach einer Brancheneinschätzung spürbar. Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Juni seien deshalb rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen, teilte der Deutsche Raiffeisenverband in Berlin mit. Dies bedeute Einnahmeverluste von 600 Millionen Euro für die Landwirte.

Donnerstag, 13. August 2026, 14:31 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Lange Trockenheit herrscht in weiten Teilen Deutschlands: Die Agrarbranche wird dadurch hart getroffen. Bildquelle: Getty Images

Der Deutsche Raiffeisenverband als Vertretung von 1.600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel berichtet: Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Juni seien rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen. Dies bedeute Einnahmeverluste von 600 Millionen Euro.

Keine höheren Verbraucherpreise bei Backwaren

Nach einer Schätzung erwartet der Verband eine kleinere Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen nach 45 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. „Nur die günstige Witterung im Frühjahr hat größere Schäden verhindert“, sagte Experte und Verbandsreferent Guido Seedler. Unterm Strich sei es eine noch ausreichende, unterdurchschnittliche Ernte. „Dennoch sind die Verluste auf der Zielgeraden für die ohnehin unter starken Kostensteigerungen leidende Landwirtschaft ein harter Schlag.“

Steigende Verbraucherpreise etwa für Brot und Brötchen vor dem Hintergrund der Ernte erwartet der Verband nicht. „Der Anteil des Getreides am Endpreis von Backwaren liegt im niedrigen Cent-Bereich“, erläuterte Seedler. Für die Preise entscheidend seien vor allem Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten.

Besorgt wegen Niedrigwasser

Mit Sorge sieht die Branche die Probleme wegen Niedrigwassers in mehreren Flüssen, da Binnenschiffe auch Getreide transportieren. Dass die Logistik funktioniere, sei ein entscheidender Faktor, erklärte der Raiffeisenverband. Für die Annahme von Getreide seien dank ausreichender Lagerkapazitäten keine akuten Probleme zu sehen. Anders sehe es beim anschließenden Weiterleiten, der Versorgung mit Futtermitteln und beim Transport von Düngemitteln aus.

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