Der Deutsche Raiffeisenverband als Vertretung von 1.600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel berichtet: Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Juni seien rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen. Dies bedeute Einnahmeverluste von 600 Millionen Euro.
Keine höheren Verbraucherpreise bei Backwaren
Nach einer Schätzung erwartet der Verband eine kleinere Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen nach 45 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. „Nur die günstige Witterung im Frühjahr hat größere Schäden verhindert“, sagte Experte und Verbandsreferent Guido Seedler. Unterm Strich sei es eine noch ausreichende, unterdurchschnittliche Ernte. „Dennoch sind die Verluste auf der Zielgeraden für die ohnehin unter starken Kostensteigerungen leidende Landwirtschaft ein harter Schlag.“
Steigende Verbraucherpreise etwa für Brot und Brötchen vor dem Hintergrund der Ernte erwartet der Verband nicht. „Der Anteil des Getreides am Endpreis von Backwaren liegt im niedrigen Cent-Bereich“, erläuterte Seedler. Für die Preise entscheidend seien vor allem Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten.
Besorgt wegen Niedrigwasser
Mit Sorge sieht die Branche die Probleme wegen Niedrigwassers in mehreren Flüssen, da Binnenschiffe auch Getreide transportieren. Dass die Logistik funktioniere, sei ein entscheidender Faktor, erklärte der Raiffeisenverband. Für die Annahme von Getreide seien dank ausreichender Lagerkapazitäten keine akuten Probleme zu sehen. Anders sehe es beim anschließenden Weiterleiten, der Versorgung mit Futtermitteln und beim Transport von Düngemitteln aus.