Pilotprojekt Agroforst Edeka pflanzt über 21.000 Pappeln auf Lieferantenflächen

Der Handelskonzern Edeka testet auf einer Fläche von 53 Hektar, wie sich Bäume in landwirtschaftliche Betriebe integrieren lassen, um Böden vor Erosion zu schützen. Fünf Höfe aus der Lieferkette machen mit. Edeka will prüfen, ob sich das Modell ausweiten lässt.

Mittwoch, 12. August 2026, 11:32 Uhr
Manuel Glasfort
Landwirtschaft widerstandsfähiger gestalten: Edeka startet ein Agroforst-Pilotprojekt entlang der eigenen Lieferkette. Bildquelle: Edeka

Der Handelskonzern Edeka hat ein Pilotprojekt zu Agroforstsystemen gestartet. Auf einer Fläche von 53,53 Hektar haben fünf landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland insgesamt 21.347 Pappeln gepflanzt, wie das Unternehmen mitteilte. Die Bäume werden in bestehende landwirtschaftliche Flächen integriert, etwa auf Acker-, Milchvieh- oder Geflügelbetrieben.

Zusammenarbeit mit Vivo Carbon

Agroforstsysteme verbinden das Anpflanzen von Bäumen mit der landwirtschaftlichen Nutzung auf derselben Fläche. Die Baumreihen sollen Böden vor Erosion schützen, Wasser länger im Boden halten und Kohlenstoff aus der Luft binden. Zudem schaffen sie Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Auf Betrieben mit Tierhaltung bieten die Bäume Schatten und Schutz vor Witterungseinflüssen.

Edeka arbeitet bei dem Projekt mit der gemeinnützigen Organisation Vivo Carbon und fünf Betrieben zusammen, die teils zur Lieferkette des Handelskonzerns gehören. Nach eigenen Angaben ist Edeka eines der ersten Handelsunternehmen in Deutschland, das Agroforstprojekte entlang der eigenen Lieferkette begleitet. Das Unternehmen will Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung von Agroforstsystemen und deren Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen gewinnen.

Edeka validiert Klimaschutz-Beitrag extern

In den kommenden Jahren will Edeka anhand von Standort-, Klima- und Wachstumsdaten untersuchen, wie sich die Projektflächen entwickeln und welchen Beitrag Agroforstansätze zum Klimaschutz leisten können. Die prognostizierte Bindungsleistung von Kohlendioxid wird durch unabhängige Fachgutachter extern validiert, teilte das Unternehmen mit.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen will Edeka prüfen, wie sich der Ansatz künftig auf weitere landwirtschaftliche Betriebe ausweiten lässt. Ziel ist es, Wissen zu Erfolgsfaktoren, Anreizen und Umsetzungsmodellen zu bündeln und so die Verbreitung von Agroforstsystemen in Deutschland zu unterstützen.

Der Edeka-Verbund erzielte 2025 mit rund 10.900 Märkten und rund 417.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 77,3 Milliarden Euro.

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