Niedersachsen Beerenanbauer rechnen mit großer Menge und guter Qualität

Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, hat die Bedeutung der heimischen Obstproduktion hervorgehoben. Jeder Hof, der verschwinde, komme nicht wieder. In Niedersachsen ist und bleibt die Heidelbeere die Lieblingsbeere. 

Freitag, 07. August 2026, 11:30 Uhr
Thomas Klaus
Heidelbeere: Lieblingsbeere der Niedersachsen. Die Anbaufläche für Kulturheidelbeeren ist in den vergangenen fünf Jahren sogar um 7,3 Prozent gewachsen.  Bildquelle: Getty Images

Die Heidelbeerenanbauer in Niedersachsen, die ihre vor 20 Jahren gepflanzten Sorten noch von Hand ernten müssen, können wirtschaftlich kaum noch kostendeckend arbeiten. Ausnahme: Sie vermarkten ihre Heidelbeeren ausschließlich über die Direktvermarktung. Das beklagt Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen. 

Personalkosten belasten stark

Verhalten zufrieden aufgrund der hohen Erntemenge seien hingegen die Betriebe, die in Automatisierung mittels Vollernter oder in neue Sorten investiert haben, welche sich besser von Hand pflücken lassen und größere Früchte tragen.

Die Heidelbeere ist das einzige Obst, das vollautomatisch geerntet werden kann. Eine Millioneninvestition in einen Vollernter lohne sich jedoch nur für größere Betriebe, so Eickhorst. Ein großer Belastungsfaktor: Im Heidelbeeranbau entfallen rund 60 Prozent der Produktionskosten auf Lohnkosten.

Ein Hof, der verschwindet, kommt nicht wieder

„Wir müssen uns jetzt für die heimische Obstproduktion entscheiden“, mahnt Eickhorst. Denn die deutschen Obstbaubetriebe arbeiteten mit hohen Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards; sie sicherten Arbeitsplätze, erhielten Kulturlandschaften und sorgten für kurze Transportwege sowie regionale Wertschöpfung. „Das gilt es zu erhalten. Jeder Hof, der verschwindet, kommt nicht wieder.“

Im Jahr 2025 standen in Niedersachsen auf 2.239 Hektar von insgesamt rund 2.600 Hektar Strauchbeerenanbau Heidelbeersträucher. Insgesamt bauten 221 Betriebe Strauchbeeren an. 

Sehr gute Ernte für 2026 erwartet

Die Erntemenge der Kulturheidelbeeren lag 2025 bei rund 10.460 Tonnen und damit etwa 4,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, zitiert der Landvolk-Pressedienst das Landesamt für Statistik. Mit 60,6 Prozent stammt deutlich mehr als die Hälfte aller in Deutschland erzeugten Kulturheidelbeeren aus Niedersachsen.

Fred Eickhorst stellt fest: „Die Heidelbeere ist und bleibt die Lieblingsbeere der Niedersachsen. Die Anbaufläche für Kulturheidelbeeren ist in den vergangenen fünf Jahren sogar um 7,3 Prozent gewachsen.“ 

Auch für dieses Jahr erwartet der Geschäftsführer eine sehr große Ernte mit einer hervorragenden Fruchtqualität. „Zwar haben sich die extreme Trockenheit und Hitze hier und da auch negativ ausgewirkt, doch für die Ernte brachte sie einen entscheidenden Vorteil: Es konnte durchgehend gepflückt werden, und auch die Vollernter konnten dank des trockenen Wetters nahezu pausenlos laufen“, beschreibt Eickhorst.

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