Halbjahresbilanz Henkel wächst organisch – Verpackungsklebstoffe geben Rückenwind

Henkel steigert Absatz und organischen Umsatz, doch Wechselkurse, steigende Rohstoffkosten und hohe Akquisitionsausgaben belasten die ausgewiesenen Kennzahlen. Für die Lebensmittelbranche ist vor allem das Wachstum bei Verpackungsklebstoffen relevant.

Donnerstag, 06. August 2026, 10:46 Uhr
Manuel Glasfort
Henkel wächst trotz schwieriger Rahmenbedingungen organisch weiter. Bildquelle: Henkel

Henkel hat im ersten Halbjahr 2026 in einem schwierigen Umfeld organisch zugelegt. Der Konzernumsatz sank zwar nominal um 0,5 Prozent auf 10,35 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte belasteten das Geschäft jedoch mit 3,9 Prozentpunkten. Bereinigt um Währungen sowie Zu- und Verkäufe wuchs Henkel um 3,2 Prozent. Dabei stieg der Absatz um 2,1 Prozent, die Preise legten um 1,1 Prozent zu.

Für die Lebensmittelbranche ist vor allem das Geschäft mit Verpackungsklebstoffen relevant. Im Bereich Adhesive Technologies erhöhte Henkel den Umsatz organisch um 4,5 Prozent auf 5,53 Milliarden Euro. Das Geschäftsfeld Verpackungen & Konsumgüter wuchs organisch um 4,7 Prozent. Henkel profitierte von einem starken Verpackungsgeschäft und einer hohen Nachfrage nach Lösungen für Konsumgüter. Allerdings stockten Kunden auch Vorräte auf, um geopolitischen Risiken vorzubeugen. Das kann die Nachfrage in den kommenden Quartalen dämpfen.

Adhesive Technologies steigerte das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBIT) um 5,5 Prozent auf 982 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge kletterte von 17,2 auf 17,7 Prozent. Höhere Mengen und ein günstiger Produktmix stützten die Profitabilität. Besonders dynamisch entwickelte sich Mobilität & Elektronik mit einem organischen Plus von 7,8 Prozent. In Europa blieb das Klebstoffgeschäft dagegen leicht unter Vorjahr; in Lateinamerika sanken die Erlöse über alle Geschäftsfelder hinweg.

Haarpflegegeschäft bleibt Wachstumstreiber

Der Geschäftsbereich Consumer Brands mit Marken wie Persil und Schwartzkopf und Pril kam organisch um 1,7 Prozent voran, verbuchte nominal aber einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent auf 4,73 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Laundry & Home Care legte organisch lediglich um 0,7 Prozent zu. Das Geschäft mit Waschmitteln profitierte von der Nachfrage nach Feinwaschmitteln und Weichspülern, während Universalwaschmittel nachgaben. Reinigungsmittel wuchsen vor allem dank Handgeschirrspülmitteln deutlich. Das Haarpflegegeschäft blieb mit plus 4,2 Prozent der Wachstumstreiber. Die Sparte erzielte jedoch mit 724 Millionen Euro ein um 3,3 Prozent niedrigeres bereinigtes EBIT.

Konzernweit stieg das bereinigte EBIT leicht auf 1,62 Milliarden Euro, die bereinigte Marge auf 15,7 Prozent. Das berichtete EBIT sank wegen höherer Restrukturierungs- und Akquisitionskosten um 7,6 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Der Halbjahresüberschuss fiel um 11 Prozent auf 998 Millionen Euro.

Henkel setzt zugleich auf Zukäufe: ATP Adhesive Systems ergänzt das Klebstoffportfolio, Not Your Mother’s und die nach dem Stichtag übernommene Marke Olaplex stärken das Haargeschäft. Die Investitionen erhöhen jedoch die Verschuldung: Die Nettofinanzposition drehte von plus 109 Millionen Euro Ende 2025 auf minus 1,86 Milliarden Euro. Zudem erwartet Henkel für 2026 weiterhin einen Anstieg der direkten Materialkosten im hohen einstelligen Prozentbereich. Trotz dieser Risiken hob der Konzern seine Prognose für das organische Umsatzwachstum auf 1,5 bis 3,5 Prozent an.

Neue Produkte