Die Rainforest Alliance hat eine öffentliche Konsultation zur Entwicklung eines neuen, kakaospezifischen Zertifizierungsstandards gestartet. Die internationale Organisation will damit nach eigenen Angaben Rückverfolgbarkeit, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in den globalen Kakaolieferketten stärken. Die erste Konsultationsphase läuft vom 11. August bis zum 13. Oktober 2026.
Der neue Standard soll die bisherigen Kakaoanforderungen der Rainforest Alliance in einem einheitlichen Regelwerk bündeln, wie die Organisation mitteilte. Inhaltlich geht es unter anderem um Farmmanagement, Rückverfolgbarkeit, Entwaldungsrisiken, Menschenrechte – insbesondere Kinder- und Zwangsarbeit – sowie um Bodengesundheit und Schädlingsmanagement. Zudem soll der Standard Unternehmen dabei helfen, wachsende regulatorische Anforderungen zu erfüllen, darunter die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte, die Corporate Sustainability Due Diligence Directive und die EU Forced Labour Regulation.
Für den Lebensmittelhandel dürfte besonders relevant sein, dass die Rainforest Alliance auch ein optionales Zusatzmodul zum Monitoring und zur Bekämpfung von Kinderarbeit zur Konsultation stellt. Dieses Modul soll Organisationen den Angaben zufolge dabei unterstützen, Kinderarbeitsrisiken in Kakaolieferketten besser zu erkennen, zu überwachen und zu beheben. Der Ansatz setze neben der Risikoerkennung vor allem auf Prävention und Abhilfemaßnahmen in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren.
Rainforest Alliance plant Konsultationen in Anbauländern
Die Rainforest Alliance lädt Kakaobauern, Kooperativen, Unternehmen, Händler, Zertifizierungsstellen und zivilgesellschaftliche Organisationen ein, Feedback zu den vorgeschlagenen Anforderungen einzubringen. Am 11. August 2026 findet ein globales Stakeholder-Webinar statt, im August und September sind zudem Präsenzveranstaltungen in wichtigen Kakaoanbauländern geplant. Eine zweite Konsultationsphase soll von Dezember 2026 bis Januar 2027 folgen. Die Veröffentlichung des fertigen Standards plant die Organisation für die erste Hälfte 2027.
Die Rainforest Alliance ist nach eigenen Angaben in 64 Ländern aktiv und arbeitete 2025 mit fast zwölf Millionen Landwirten und Arbeitern sowie mehr als 5.480 Unternehmen zusammen. Verbraucher in 172 Ländern finden das Siegel der Organisation den Angaben zufolge auf mehr als 66.000 Produkten.