Trotz Discount-Dumping-Preisen unterhalb der Schmerzgrenze und zunehmenden (Marken-) Aktionsgeschäft lesen sich die jährlich vom Verband der Deutschen Mineralbrunnen veröffentlichten Zahlen zur Entwicklung des Mineralwasser-Marktes erstaunlich positiv: Im vergangenen Jahr wurden demnach nicht nur 4,3 Prozent mehr Mineral- und Heilwässer abgesetzt, sondern die Hersteller konnten auch noch mehr Umsatz (insgesamt 3 Prozent) mit dem Naturprodukt aus der Erde erwirtschaften. „Die Konsumenten wissen die Vorteile von natürlichem Mineralwasser zu schätzen. Das lässt auch auf einem bereits hohen Niveau noch Wachstum zu“, kommentiert Stefan Seip, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen e. V. die Entwicklung. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch sei auf nunmehr 135,5 l jährlich gestiegen. Natürliches Mineralwasser ist damit nach wie vor das beliebteste Kaltgetränk der Deutschen und wird es wohl auch weiterhin bleiben.
Tendenziell auffällig sind zwei Trends: So ist das Segment der stillen Wässer mit einem Wachstum von 15 Prozent nach wie vor das dynamischste. „Sie hatten 2011 die höchste Wachstumsrate und stehen derzeit auf Basis Absatz für etwa 18 Prozent des Wassermarktes“, erläutert Petra Ossendorf, Getränke-Expertin bei Nielsen. Die zweite Entwicklung: Immer mehr Brunnenbetriebe setzten neben dem Kerngeschäft auch auf die Vermarktung von Erfrischungsgetränken. So ist der Absatz von Erfrischungsgetränken bei den Brunnen im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 3,6 Mrd. l gestiegen. Bestes Beispiel für den Durst nach Erfrischungsgetränken ist Gerolsteiner. Die Eifeler mischen mittlerweile (wieder) im Limonaden-Markt mit und bewerben die zwei neuen Varianten Orange und Zitrone kräftig.
Positives gibt es auch im Bereich der Gebinde zu vermelden. Zwar kommt laut Ossendorf das Wachstum nach wie vor aus dem Bereich Einweg-PET, allerdings sei Glasmehrweg nicht mehr so stark rückläufig wie noch vor einigen Jahren.
Angst vor einem PET-Discount-Einheitsbrei ist somit unbegründet, denn mit insgesamt 201 Brunnen, mehr als 500 Mineralwässern und rund 40 Heilwässern ist in Deutschland nach wie vor Vielfalt beim Wasser gewährleistet.
Mineralwasser Wachstum durch Vielfalt
Der Mineralwasser-Markt wächst nicht nur mengen- sondern auch wertmäßig. Die Brunnen setzen neben stillem Wasser auch auf Erfrischungsgetränke.
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