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Sekt Prickelndes Wachstum

Tobias Dünnebacke | 06. September 2010

Gute Zeiten für deutsche Sektkellereien: Einheimische Schaumweine konnten 2009 gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland deutlich Marktanteile gewinnen.

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Deutschland ist der größte Markt für Schaumweine in der Welt. Im vergangenen Jahr wurden im deutschen Handel (incl. Drogerie-Märkte und Aldi) knapp 345 Mio. 0,75-l-Flaschen verkauft. Um Kalendereffekte bereinigt, wuchs der Markt nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen insgesamt um 3,2 Prozent. Das Marktsegment der deutschen Schaumweine konnte dabei stärker als der Gesamtmarkt um 8,2 Prozent zulegen.

Im Gegensatz zur Wirtschaftskrise im Jahr 2000, als die Nachfrage nach deutschem Sekt deutlich zurückging, scheint die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise das heimische Geschäft zu beleben: „Für den Genuß zu Hause kann man sich mehr gönnen als im Außer-Haus-Konsum. Der Trend ist nicht neu, wurde aber sicherlich durch die ökonomische Situation und die zum Teil übertriebene Darstellung in den Medien beschleunigt“, sagt Peter O. Claußen, Marketingdirektor Sekt und Wein bei den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Ralf Peter Müller, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Sektkellereien: „Durch die Verunsicherung wird verstärkt zu Hause konsumiert - zu Lasten der Gastronomie“. Zweite, aus Sicht der heimischen Industrie, positive Entwicklung: Die deutschen Sektmarken werden immer beliebter. „Der Anteil der deutschen Sekthersteller am Gesamtmarkt liegt derzeit bei etwa 80 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar noch verbessert“, freut sich Müller.

Italienischer Prosecco und französischer Champagner konnten 2009 auch wachsen (Italien: plus 12 Prozent, Frankreich: plus 7,3 Prozent), allerdings ausgehend von einer geringen Basis. Mit rund 11 Mio. Flaschen ist das Marktsegment Frankreich nicht mehr als ein Underdog im Vergleich zum deutschen Sekt. Große Verlierer sind die spanischen Markenhersteller, mit der Spezialität Cava aus Katalonien. Spanische Schaumweine haben im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel knapp ein Drittel ihres Absatzes verloren. Waren es 2008 noch rund 44 Mio. Flaschen brachten sie es im vergangenen Jahr gerade auf 30 Mio. Flaschen.

Hauptwachstumstreiber im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel sind die Discounter, die nach den Zahlen von Nielsen ihren Schaumwein-Absatz um 10,6 Prozent steigern konnten. „Das Wachstum des Marktes kommt alleine aus dem Discount-Bereich. Hier sind es bei Sekt insbesondere die Marken, die das Wachstum erzielen. Das ist unter anderem auf verstärkte Promotion-Aktivitäten zurückzuführen“, erklärt Gert Orlob, Getränkeexperte bei Nielsen. Bei Champagner dagegen wachsen im Discountbereich die Eigenmarken.

Ein deutlicher Aufschwung ist auf dem Rosé-Markt zu beobachten. Das ehemalige Nischensegment legte im Absatz um 27 Prozent zu und könnte im laufenden Jahr 10 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen. Müller erklärt, warum Rosé-Sekt sich zu einem Trend entwickelt. „Dieses Segment wird verstärkt von Frauen nachgefragt. Außerdem wird mit diesem Segment Jugendlichkeit und Frische verbunden.“ Vorreiter beim Rosé-Sekt sind die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien.

Nach der Einführung von Rotkäppchen Rosé Trocken 2006 folgte 2007 die Variante Jules Mumm Rosé Dry und 2009 Mumm Rosé Dry. Der Anteil der Rotkäppchen-Mumm-Marken am Rosé-Markt lag 2009 bei 50 Prozent.


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„Der Trend ist nicht neu, beschleunigt sich aber.“
Peter O. Claußen,
Marketingdirektor bei Rotkäppchen-Mumm