Biermarkt Brauer im Krisenmodus

Zu Jahresbeginn legen viele Brauer ihre Absatzbilanzen offen. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Wettbewerber durch die Krise manövrieren.

Freitag, 28. Januar 2022 - Getränke
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Brauer im Krisenmodus
Bildquelle: Getty Images

Der Biermarkt schrumpfte im zweiten Pandemie-Jahr stärker als ohnehin schon: Mit 2,5 Prozent beziehungsweise rund 2 Millionen Hektolitern haben Gastronomieschließungen und ein nahezu brachliegender Event-Sektor die meisten Brauer erneut hart getroffen. Besonders die kleinen und mittelständischen Brauereien mit eigenem Ausschank, vor allem in Süddeutschland, wären ohne Finanzspritzen vom Staat längst nicht mehr überlebensfähig. Die großen national distribuierenden Konzerne haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um der neuen Marktlage zu trotzen. Einige sind dabei erfolgreicher als andere.

Die Veltins-Brauerei konnte nach eigenen Angaben mit einem Ausstoß von 3,095 Millionen Hektolitern sogar wieder das Vor-Krisenniveau erreichen. Die Sauerländer verzeichnen insgesamt einen Zuwachs von rund 5 Prozent. Grund sei ein überaus starkes Handelsgeschäft gewesen, über das man den Rückzug ins Private vertriebstechnisch aktiv begleitet habe. „Überall, wo der Wunsch nach Sortenvielfalt war, haben wir unser Angebot rechtzeitig platziert“, so Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Brauerei C. & A. Veltins. Noch während der Pandemie hatte Veltins mit „Pülleken“ ein eigenes Hellbier auf den Markt gebracht, um eines der wenigen Wachstumssegmente im Markt zu bedienen. Beim Fassbier hingegen sieht es weiter mau aus. In den vergangenen zwei Pandemiejahren schrumpfte der Anteil am Gesamtausstoß von 17 Prozent auf 8,1 Prozent 2021.

Warsteiner versuchte im zweiten Corona-Jahr seine bestehenden Geschäftsfelder im Export weiter auszubauen. So sei der Auslandsabsatz um 15,5 Prozent im Vergleich zu 2020 gestiegen und liege damit inzwischen sogar über dem Niveau vor Beginn der Pandemie. Der Absatz der Stammmarke Warsteiner sei 2021 um 1,1 Prozent zurückgegangen. Immerhin eine bessere Performance als der gesamte Markt. Ansonsten hält sich der Brauer, der seit Juli 2021 von Helmut Hörz geführt wird, bei absoluten Zahlen bedeckt. Im Geschäftsjahr 2020 hatte das Unternehmen für Warsteiner, das in den 1990ern immerhin mal das meistverkaufte Bier Deutschlands war, ein Absatzminus von 16,2 Prozent verschmerzen müssen.

Auch die Nummer eins im Markt, Krombacher, schrumpfte um 2,3 Prozent auf knapp 5,6 Millionen Hektoliter. Die Kreuztaler zehren aber auch in der Pandemie von dem hohen Anteil an alkoholfreien Getränken (Dr. Pepper, Schweppes, Orangina), der mittlerweile schon bei 38 Prozent liegt. Doch auch das starke AfG-Geschäft (plus 5 Prozent) konnte die Brauerei um Geschäftsführer Bernhard Schadeberg nicht vor einem Absatzrückgang von knapp 1 Prozent auf 7,3 Millionen Hektoliter bewahren.

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