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AFG Innovative Branche

Tobias Dünnebacke | 01. September 2010

Trotz des Preisverfalls im LEH kann für das vergangene Jahr im Bereich der alkoholfreien Getränke eine positive Bilanz gezogen werden.

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2009 verbuchten die Produzenten von alkoholfreien Getränken insgesamt ein Absatzplus von 3,7 Prozent. Damit zeigt sich die Branche krisenresistent, obwohl beim Umsatz leichte Einbußen hingenommen werden mussten (-0,3 Prozent). „Preissenkungen bei den Handelsmarken und zahlreiche Promotions sorgten dafür, dass die Umsätze unter Vorjahresniveau lagen“, sagt Petra Ossendorf, Getränke-Expertin bei Nielsen. Während die wichtigste AfG-Kategorie Wasser (rund 12 Mrd. l jährlich) beim Wert (4 Prozent) und Absatz (4,8 Prozent) zulegte und sich auch das Geschäft mit Colagetränken als stabil erwies, verzeichnete das Segment der fruchthaltigen Getränke und Schorlen einen auffälligen wertmäßigen Rückgang.

Die Preisabsenkungen im Handel haben hier nicht zu der erwarteten Volumensteigerung geführt. Während die negative Entwicklung bei Saft und Nektar weniger stark ausgeprägt war, verloren Frucht-Säften ohne Kohlensäure zweistellig bei Absatz und Umsatz. Der Absatz von Schorlen konnte zwar gesteigert werden, allerdings blieb am Ende ein Umsatzminus von 11 Prozent. Weiterhin ungebrochen ist der Siegeszug der Energy Drinks.

Die beliebten Wachmacher konnten erneut stark zulegen (Umsatzplus 2009: 32,3 Prozent). „Die Marge ist für den Händler im Vergleich zu Säften und Co. überproportional, was dazu führt, dass die großen Key Accounts ihre Regalfläche für Energy Drinks immer weiter vergrößern“, sagt Mirko Rau, Product Manager AfG bei MBG (u.a. Effect). Der Trend gehe zum Großgebinde, da Energy Drinks mehr und mehr wie ein herkömmlicher Softdrink konsumiert würden. Insgesamt bewegt sich die Kategorie mit einem AfG-Marktanteil von 0,5 Prozent aber noch auf geringem Niveau (zum Vergleich: Cola 15,2 Prozent; Wasser 53,5 Prozent).

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung für Alkoholfreie Getränke (wafg) erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholfreien Getränken in Deutschland 2009 291,4 l. Durchschnittlich wurden neben den Erfrischungsgetränken 37 l Fruchtsäfte und Nektare sowie 137,4 l Wasser getrunken. Wafg-Präsident Dr. Klaus Peter Stadler sieht vor allem die Innovationskraft der Branche als Grundlage für den stabilen Absatz: „Die weiterhin wachsende Nachfrage der Kunden nach Erfrischungsgetränken belegt, dass die Vielfalt und Auswahl in der Produktkategorie bei den Verbrauchern gut ankommen.“

Allerdings bereitet der Industrie der Preisverfall im Lebensmittel-Einzelhandel Kopfschmerzen. Für 2009 weist das Statistische Bundesamt einen durchschnittlichen Rückgang der Verbraucher-Preise bei Mineralwässern, Säften und Erfrischungsgetränken von 1,3 Prozent aus. So erfreulich günstige Preise auf den ersten Blick für den Verbraucher seien, so kritisch müsste ein weiteres Absinken gerade für kleine und mittlere Unternehmen betrachtet werden. Stadler hofft hier auf eine Trendwende.

„Die in Deutschland bei Verbrauchern und Akteuren in der Lebensmittelkette vorhandene Wertschätzung qualitativ hochwertiger Erfrischungsgetränke sollte sich auch in angemessenen und fairen Preisen spiegeln. Eine systematische Wertevernichtung zu Lasten der Hersteller kann jedenfalls keine Zukunft haben.“ Die Vielfalt der Produkte und der Branche brauche eine tragfähige wirtschaftliche Grundlage.

Dass die Industrie nach wie vor innovativ zu Werke geht, zeigt sich vor allem bei den Verpackungen. So will Coca-Cola mit einem neuen 0,25-l-Gebinde das Revival der Dose einleiten. Gerolsteiner stellte auf der Internorga das erste kohlensäurehaltige Wasser in einer PET-Flasche mit Sportscap vor und im Bereich der Energy Drinks ist der Trend der Shots von den USA rübergeschwappt.


Tabelle, Absatz von AFG auf hohem Niveau


AfG-Markt 2009 inkl. KW 53 nach Segmenten: LEH, DM & GAM; Umsatz in Mio. Euro; Absatz in Mio. Liter; Veränderungen gegenüber Vorjahr in Prozent.