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Kaffee, Tee, Kakao Entdeckung der Langsamkeit - Entdeckung der Langsamkeit: Teil 2

Friederike Stahmann | 08. November 2017
Kaffee, Tee, Kakao: Entdeckung der Langsamkeit

Bildquelle: Getty Images

Wer Tee, Kaffee oder Kakao trinkt, der will mehr als nur seinen Durst löschen. Coffee-Lifestyle ist das Zauberwort. Ein Trend, den Hersteller gerne befeuern.

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Für die Kaffeezubereitung per Kopfdruck, Pads und Kapseln, wird aber die Luft dünner. In den ersten acht Monaten 2017 wurden im Kaffee-Single-Markt 51.800 t über den LEH und Drogeriemärkte abgesetzt (minus 2,3 Prozent).

Insgesamt wächst aber dieser Markt. Nur nicht über den stationäre Handel. „Single-Portionen sind inzwischen die Lebensader des gesamten Kaffeemarktes“, meint Silke Riebel, Lavazzas Senior Corporate Marketing Manager, „sie werden weiterhin wachsen, auch wenn sich der starke Anstieg der Vergangenheit leicht abgeflacht hat.“

Das Segment Pads mit einem Absatzanteil von rund 9 Prozent am Röstkaffeemarkt ist derzeit noch relativ stabil in seiner Marktentwicklung. Die Aktionsanteile sind durch die Markenpräsenz bei den Discountern jedoch enorm gestiegen und liegen teilweise bei mehr als 60 Prozent. Aber, so Andreas Berndt, Verkaufsdirektor national bei Melitta: „Wesentlich auffälliger ist die verminderte Wachstumsdynamik im Segment Kapseln. Hier scheint eine gewisse Marktsättigung eingetreten zu sein. Eine Vielzahl von Marktteilnehmern sowie geringes Marktwachstum können zwangsläufig zu Verdrängungswettbewerb führen.“

Heißgetränke sollen mehr als Durstlöscher sein. Die Hersteller bieten Emotionen inklusive. „Es geht in unserer Kampagne um Entschleunigung und die Auszeit von der Hektik des Alltags“, erklärt Andreas Henke, Kreativchef von Havas Düsseldorf, die die bis in den Frühherbst gelaufenen Werbespots für die Münchner Kaffeemarke Eilles kreiert haben. Helden der Entschleunigung sind der 75-jährige Schauspieler Friedrich von Thun und sein Sohn Max. Der humorvolle Webfilm mit einer typischen Beziehung zwischen Vater und Sohn, in der generationsbedingt der eine manches differenzierter sieht als der andere. Der gemeinsame Kaffeemoment eint die Beiden.

Der neue Spot von Lavazza nutzt den Oldie-Track der Temptations, um Lebenslust und Laissez-faire der italienischen Kultur anhand zahlreicher Beispiele aus dem stressigen Alltag auch in andere Länder zu exportieren – nicht umsonst wird in dem Track „from Turin to Berlin“ gesungen: Die Botschaft – Lavazza funktioniert nicht nur in Bella Italia, sondern überall auf der Welt.

In der neuen Jacobs Werbung ist eine junge Frau zu sehen, die am Fließband arbeitet. Nachdem sie eine Tasse Kaffee von Jacobs Krönung probiert, ist sie wie ausgewechselt. Sie hat neue Energie und neuen Tatendrang. In ihr wächst der Mut, ein eigenes Café zu eröffnen. Musikalisch untermalt wird dies mit dem Song „Don’t stop me now“ von Queen.

Soviel Emotion braucht dann ja auch ein Getränk. Passend zur kalten Jahreszeit kommt Jacobs mit Tassimo Latte Macchiato Baileys ins Regal. Geschmacksvarianten werden auch beim Münchner Kaffeeröster großgeschrieben.

Zum Herbst wird das Capsa-Sortiment um Dallmayr capsa Espresso Chocolat und in der Variante Vanilla ergänzt. Der Melitta-Kaffee des Jahre 2018 soll mit einem vollmundig weichen Aroma und einer leicht karamelligen Note die Freude des klassischen Filterkaffees überzeugen.

Bei Tee setzt man schon seit Längerem jahreszeitliche Highlights. Aktuell locken „Hüttenzauber“ oder „Bratapfeltee“ von Teekanne, „Wintertraum“ oder „Schneewunder – Kirsche-Marzipan“ von Meßmer zum Jahresendgeschäft.

Nach einer Umfrage des Umweltministeriums achtet jeder Vierte beim Lebensmittelkauf auf Nachhaltigkeit. Der Anteil von zertifiziertem Tee liegt derzeit bei 7,5 Prozent, der von zertifiziertem Kaffee bei 10 Prozent. Die zwei großen Akteure in diesem Bereich, Rainforest Alliance und UTZ, haben beschlossen, sich im Laufe dieses Jahres zusammenzuschließen (wir berichteten). Das Ziel ist klar: einen gemeinsamen globalen Zertifizierungsstandard zu schaffen, der eine Zertifizierung für Farmer vereinfacht und es Unternehmen ermöglicht, ihre Lieferketten nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Es bleibt spannend.