Die Thüringer Kein Geschäft ohne Bratwurst

Nach der Übernahme des Fleischmarkts Aschara durch „Die Thüringer“ hat sich der Standort gut eingefügt. Die Firma punktet mit neuen Produkten, etwa vom Duroc-Schwein.

Dienstag, 29. November 2022 - Fleisch
Jens Hertling
Artikelbild Kein Geschäft ohne Bratwurst
Bildquelle: Die Thüringer

Ein Jahr nach dem Kauf der Marke Aschara durch das Unternehmen „Die Thüringer“ kann Lars Kleiber (Foto), Geschäftsführer der „Die Thüringer“ Fleisch- und Wurstspezialitäten Rainer Wagner GmbH, ein positives Resümee ziehen: „Durch den Zukauf vom Fleischmarkt Aschara am neuen, dritten Standort in Bad Langensalza wachsen wir und stärken unsere Marktposition, insbesondere in Thüringen.“ Dadurch sei es möglich, das Portfolio von „Die Thüringer“ weiter abzurunden, aber auch die Marke weiterzuentwickeln, so Kleiber.

Insgesamt passe der Fleischverarbeiter aus Bad Langensalza „hervorragend in unsere Unternehmensphilosophie“, so Kleiber. Zum Portfolio des Fleischmarkts Aschara gehören neben der Belieferung von Großverbrauchern auch neun Filialen in der Region von Eisenach bis Nordhausen. Der Fleischmarkt Aschara sei wie „Die Thüringer“ einer der traditionsreichsten Hersteller von Thüringer Fleisch- und Wurstwaren und insbesondere für seine „regionalen und qualitativ hochwertigen Produkte rund um das Thüringer Duroc-Schwein“ bekannt, so Kleiber. Das Duroc-Fleisch, das Kleiber von regionalen Bauern bezieht, sei deshalb eines der Bestseller aus dem laufenden Programm.

Für den Standort Bad Langensalza hat Lars Kleiber noch einiges geplant: Hier sollen gentechnikfreie Wurstwaren für den LEH produziert werden. Die Produkte, die mit dem Siegel des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) ausgezeichnet werden, sollen Ende des Jahres in den Handel eingeführt werden. Zum Angebot von „Die Thüringer“ gehören Klassiker wie Bratwurst, Leberwurst und Rotwurst. Das Fleisch wird von zertifizierten Unternehmen eingekauft und zu Thüringer Spezialitäten verarbeitet, berichtet Lars Kleiber. Zu den Spezialitäten gehören unter anderem gefülltes Schweinefilet oder Eichsfelder Stracke – „das sind schon Produkte, die uns ein Alleinstellungsmerkmal verleihen“. Aushängeschild: „Die Bratwurst – unser Unternehmen ist ohne die Thüringer Bratwurst nicht denkbar“, sagt Kleiber.

Wie wichtig ist die Grillsaison für das Unternehmen? „Die Grillsaison ist nach wie vor ein wichtiges Standbein in unserer Jahresplanung. Die Thüringer Bratwurst wird nicht nur in Thüringen nachgefragt, sondern auch bundesweit gut abverkauft“, sagt Kleiber. Doch „Die Thüringer“ sind nicht nur für ihre Thüringer Rostbratwurst bekannt. Kunden schätzen laut Kleiber die luftgetrockneten Rohwürste, die Kochwurst- und Brühwurst-Spezialitäten, die Auf- schnitt-Auswahl im praktischen Duo-Pack und die Produktvielfalt für die Frischetheke. „Wir entwickeln nur Produkte, die zu unserer Marke passen. Das sind vor allem Spezialitäten aus Thüringen“, sagt Kleiber. Die Klassiker wie Rotwurst, Leberwurst und Bratwurst wird es laut Kleiber immer geben. „Da wir mit unseren drei Standorten ein sogenanntes Vollsortiment produzieren, können wir auch dem Handel ein breites Spektrum an Fleisch- und Wurstwaren anbieten. Thüringen ist unser Heimathafen – wir verkaufen aber einen Großteil der Waren außerhalb von Thüringen.“ In den letzten Jahren sei es dem Unternehmen gelungen, auch national distribuiert zu sein, so Kleiber.

Kunden mögen dünnere Scheiben
Als eines der ersten Unternehmen in der Branche änderten „Die Thüringer“ ihren Aufschnitt-Standard. Das soll heißen: Die Wurstscheiben sind kleiner und dünner geschnitten. Und sie liegen nicht mehr in einzelnen 100-Gramm-Verpackungen, sondern werden in zwei separaten Einheiten zu je 50 Gramm abgepackt. „Wir haben hier auf eine geänderte Nachfrage reagiert“, sagt Lars Kleiber.

Wie denkt der Unternehmenschef über die aktuelle Lage? „Die Versorgungssicherheit ist aktuell gegeben. Wir müssen aber jeden Tag damit kämpfen, dass aus der Vorstufe Materialien und Verbrauchsgüter nicht oder nicht fristgerecht geliefert werden“, so Kleiber. Das heißt für „Die Thüringer“ unter anderem, die Lagerhaltung deutlich anzupassen, um permanent lieferfähig zu sein. Große Sorgen machen dem Geschäftsführer neben der Warenverfügbarkeit und den aktuellen Themen im Bereich Energie und Gas auch die Preise im Einkauf. „Das sind Kosten, die uns auch belasten, die wir aber partnerschaft-lich mit dem Handel lösen beziehungsweise gelöst haben.“

Teilnehmer zu erreichen, 18.000 haben mitgemacht. Das Reichweitenziel von fünf Millionen wurde mit 6,5 Millionen ebenfalls übertroffen.

Inhabergeführtes Unternehmen

„Die Thüringer“ Fleisch- und Wurstspezialitäten Rainer Wagner GmbH ging bereits im Jahr 1991 aus dem Konsum Fleischkombinat Erfurt hervor und befindet sich seitdem in der Hand der Familie Gausepohl. Franz Josef Gausepohl und Lars Kleiber bilden die Geschäftsführung.

Solider Mittelstand

„Die Thüringer“ sind Hersteller von original Thüringer und original Eichsfelder Fleisch- und Wurstspezialitäten. Die Firma beschäftigt an den drei Standorten zusammengerechnet knapp 280 Mitarbeiter. Der Umsatz beträgt 55 Millionen Euro. Allein das Dornheimer Werk verlassen täglich rund 30 Tonnen Wurstwaren.

Drei Standorte in Thüringen

Die Unternehmensgruppe unterhält drei Produktionsstandorte: Dornheim, Heilbad Heiligenstadt und Bad Langensalza. 1992 baute das Unternehmen in Dornheim als erstes nach der Wende einen neuen Betrieb. 1994 wurde der Standort in Heilbad Heiligenstadt kernsaniert. Vertrieben wird die Ware im Wesentlichen über den LEH, inklusive Discounter, C+C und den Fachgroßhandel.

Werksverkauf und Netzwerker

Seit vier Jahren gibt es einen Werksverkauf. Der umfasst eine Verkaufsfläche von rund 250 Quadratmetern. „Die Thüringer“ sind Gründungsmitglied des „Herkunftsverbands Thüringer und Eichsfelder Wurst“ sowie im „Thüringer Ernährungsnetzwerk“ aktiv. Des Weiteren engagieren sie sich für soziale, gesellschaftliche sowie sportliche Projekte in der Region.

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