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IG Bayerisches Strohschwein Wer nur billig kauft, kauft kurzsichtig

Jens Hertling | 06. Februar 2020
IG Bayerisches Strohschwein: Wer nur billig kauft, kauft kurzsichtig
Bildquelle: Jens Hertling

Im März 2017 schlossen sich Landwirte und einige Metzger zur Interessensgemeinschaft Bayerisches Strohschwein zusammen. Ihr Ziel ist es, den Absatz von Strohschweinen zu fördern und Ansprechpartner für Metzger zu sein. Ludwig Lang ist Vorstandsmitglied des Vereins.

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Können Sie das Projekt kurz beschreiben?
Ludwig Lang: Unsere Initiative ist ein Projekt, wo alle Beteiligten mit eingeschlossen sind: der Landwirt, die Metzgerei und die Gastronomen. Unsere Schweine werden ausschließlich von regionalen Landwirten geliefert, die ihre Tiere auf Stroh halten. Der Kunde wiederum profitiert von der gesunden und nachhaltigen Premium-Qualität des Fleisches, welches mit gutem Gewissen verzehrt werden kann.

Was ist die Aufgabe der Initiative?
Das Grundprinzip ist, dass die Mastschweine unter Bedingungen aufwachsen, die dem Tierwohl besonders förderlich sind. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Abnehmer für Schlachtschweine aus tierfreundlicher Haltung zu finden. Der Mehraufwand, den die Mäster betreiben, hat seinen Preis. Die Betriebe erhalten einen Zuschlag von 34 Cent pro Kilogramm für die Strohhaltung und 16 Cent pro Kilogramm für mehr Auslauf. Es ist vor allem wichtig, dass die gesamte Kette einen Preis findet, der dem Produkt würdig ist. Denn wer nur billig kauft, kauft kurzsichtig.

Woher erhalten Sie die Strohschweine?
Insgesamt haben wir fast 50 Landwirte im Verein. Dazu kommen noch 20 verarbeitende Betriebe. Jede Woche werden in Bayern für die Initiative circa 400 Strohschweine verarbeitet.

Wer sind die Abnehmer?
Das sind Metzgereien, Gaststätten und Kantinen von großen Konzernen. Wir beliefern unter anderem die Siemens-Kantine und die Horschkantine in Schwandorf.

Welche Produkte werden aus dem Strohschwein hergestellt?
In der Regel verarbeiten die Metzger alles – von „Nose to Tail“. Selbst die Siemens-Kantine hat die Speisepläne so angepasst, dass sie fast alles bis auf die Innereien verwertet.

Wie ist die Resonanz?
Ich bekomme immer wieder von Köchen die Rückmeldung, wie zart und mager das Fleisch der Tiere ist. Durch das Laufen und Herumtollen werden die Muskeln trainiert und nicht künstlich aufgebaut. Die Tiere nehmen mehr Rohfaser und somit Ballaststoffe auf, was wiederum gut für die Verdauung ist. Man merkt bereits beim Anfassen des Fleisches, dass es einfach trockener ist.

Wie erfolgt die Vermarktung?
Hier ist die Zielsetzung, die Ware nicht über Preisaktionen/Preisanreize unters Volk zu bringen, sondern den Kunden über die Fleischqualität zu begeistern.