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Rewe West Projekt „Strohwohl“ wichtiger Beitrag

Jens Hertling | 06. Februar 2020
Rewe West: Projekt „Strohwohl“ wichtiger Beitrag
Bildquelle: Jens Hertling

Die Rewe West hat mit ihrem Projekt „Strohwohl“ ein Thema aufgegriffen, das Tierwohl in den Vordergrund stellt. Das Projekt soll damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion leisten.

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Umfragen zeigen regelmäßig, dass das Interesse der Deutschen an den Haltungsbedingungen von Nutztieren wächst – und, dass sich die Menschen schärfere Kontrollen und Gesetze für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung wünschen. Schließlich wollen Verbraucher Milch und Fleisch mit gutem Gewissen kaufen, während der Handel diesem Wunsch gerne nachkommt. Obwohl sich alle Beteiligten offensichtlich mehr Tierwohl wünschen, wird das Thema kontrovers diskutiert. Der Grund ist, wie so oft, das liebe Geld. Denn Landwirte müssen auch die Wirtschaftlichkeit ihrer Tierhaltung im Blick behalten. Maßnahmen wie eine geringere Besatzdichte im Stall oder großzügig dimensionierte Ställe, die dem Tierwohl nutzen, kosten in der Regel zusätzliches Geld. Die Nutztierstrategie dient als Grundlage für einen Dialogprozess mit der Landwirtschaft, Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherverbänden sowie dem Lebensmittel-Einzelhandel.

Bei der Schaffung von mehr Tierwohl gibt es zwei grundlegende Fragen: Wie bekommt der Erzeuger den zusätzlichen Mehraufwand entlohnt? Und – wie schafft es der Vermarkter, bei seinen Kunden die Bereitschaft zu wecken, für Produkte aus artgerechter Haltung mehr zu bezahlen? Ein Beispiel, bei dem alle Beteiligten der Kette zufrieden sind, ist das Projekt „Strohwohl“ der Rewe West. „Mit dem Projekt wollen wir unsere Philosophie im Bereich Nachhaltigkeit unterstreichen. Das Projekt ‚Strohwohl‘ ist ein im Sommer 2019 gestartetes, nachhaltiges Schweinefleischprogramm, welches hohen Tierwohlkriterien entspricht“, sagt Dennis Ohmen, Category Manager Service Regional. Durch den ganzheitlichen Ansatz des Projektes erreiche Rewe West gleich mehrere Akteure: Zum einen sei „Strohwohl“ ein faires Programm für die Rewe-Partnerbetriebe: Durch die enge Zusammenarbeit und die damit einhergehende Transparenz entsteht für diese eine wichtige Sicherheit in Abnahmemenge, Preis, erwartete Kosten etc. So könne ganz in Ruhe geplant und vorbereitet werden, so Ohmen. „Zum anderen achten immer mehr Kunden darauf, Fleisch zu kaufen, welches hohen Tierwohlkriterien gerecht wird. Mit dem Strohwohlprogramm trägt Rewe West diesem Trend Rechnung.“ Er ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass der Kunde bereit ist, mehr Geld für das Fleisch zu bezahlen, bei dem der Tierwohlaspekt im Vordergrund ist. Seitdem wir das „Strohschwein eingeführt haben, sind wir damit sehr erfolgreich“, sagt Ohmen.

Wie definiert die Rewe West ihr Strohschwein? „Der Grundgedanke beruht darauf, dass die Schweine unter Bedingungen aufwachsen, die dem Wohl der Tiere besonders förderlich sind. Schweine, die anstatt auf Spaltenböden auf einem Boden mit Stroheinstreu gehalten werden, und den regelmäßigen Auslauf im Innen- und Außenbereich des Stalls erhalten, liefern eine überdurchschnittliche Fleischqualität“, sagt Manager Frank Schmitt, VS Vertriebskoordinator Service + Gastro. Jedes Schwein hat doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben, eine prophylaktische Antibiotikaabgabe ist ausdrücklich untersagt.

24 Stunden Auslauf
Neben mehr Platz und Stroh im Stall werden die Tiere während der Mastperiode ohne genveränderte Futtermittel (GVO) aufgezogen. Eine lückenlose Qualitätskontrolle wird auch garantiert. Durch die größtmögliche Verwertung des Schweines werden die Verluste so gering wie möglich gehalten. Die Tiere haben 24 Stunden Auslaufmöglichkeit sowohl im überdachten als auch nicht überdachten Außenbereich. Dadurch erleben sie alle Wetterbedingungen: von Sonne über Regen bis hin zu Schnee. Sie entscheiden eigenständig, wann sie sich wo aufhalten wollen.

Auch das Beschäftigungsmaterial gibt den Tieren Anreize, sich zu bewegen. Die Folge : Die Schweine seien ausgeglichener, könnten ihr Sozialverhalten pflegen und ihre angeborene Neugierde stillen und seien vor allem weniger anfällig für Krankheiten. Dank der Bewegung bildeten sie einen hohen intramuskulären Fettanteil aus: „In Zusammenhang mit dem langsameren Wachstum, das etwa ein Drittel langsamer ist im Vergleich zum konventionellen Schwein, wirkt sich dies auf den Geschmack, der saftig und vollmundig ist sowie die Beschaffenheit beim Braten aus, da der Verlust von Fleischsaft geringer ist“, sagt Frank Schmitt.

Rewe erhält die Strohwohlschweine von den Vertragslandwirten aus der Soester Börde. Die Ferkelaufzucht findet bei Familie Spellerberg in Bad Sassendorf statt, die Mast bei Familie Albersmeier in Lippetal. „Sowohl Familie Spellerberg als auch Familie Albersmeier erhalten einen festen Aufschlag und somit eine Preisgarantie, die sich an der amtlichen Notierung orientiert. Damit unterstreicht Rewe West die faire Partnerschaft und gibt beiden Landwirten die nötige Sicherheit“, sagt Manager Ohmen.

Die Preisgestaltung ist je nach Artikel unterschiedlich. Im Schnitt sind es vier bis sechs Euro über dem konventionellen Preis. Aktuell begleiten das Projekt 60 Märkte des Vertriebsgebietes der Rewe West (NRW und nördliches Rheinland-Pfalz). Jeder Markt bekommt je nach Größe zwei Mal die Woche eine Lieferung. „Es werden derzeit vor allem Produkte für die Bedientheken der Projektmärkte hergestellt. Von Koteletts bis hin zu Fleischspießen“, berichtet Dennis Ohmen.

Die Resonanz bei Kunden sei sehr positiv. Viele Kunden sagen, dass das Fleisch von unseren Strohschweinen einen viel besseren Geschmack habe. Automatisch sei dies natürlich auch ein Herausstellungsmerkmal, so Schmitt.

Vermarktung über Qualität
Ein wichtiger Punkt des Strohwohl-Projekts der Rewe West ist die Vermarktung. Hier ist die Zielsetzung, die Ware nicht über Preisaktionen oder Preisanreize unters Volk zu bringen, sondern den Kunden über die Fleischqualität zu begeistern. „Neben der fachlichen Auskunft durch unsere Mitarbeiter an der Servicetheke dienen Informations- und Aufklärungsflyer sowie Kurzfilme zur werblichen Unterstützung“, sagt Dennis Ohmen.