Wettbewerbshüter prüfen, ob die langfristigen Verträge zwischen Milchbauern und Molkereien den Wettbewerb einschränken und den Markt abschotten. Verlierer wären in diesem Fall die Bauern, meint Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Wettbewerbsbehörde hat den Verdacht, dass die Milchbauern durch die in der Branche üblichen langfristigen und umfassenden Verträge mit den Molkereien in ihrer Wettbewerbsfreiheit eingeschränkt würden und der Markt so gegen neue Molkereien abgeschottet würde. In einem Pilotverfahren will die Wettbewerbsbehörde zunächst die Lieferbedingungen der norddeutschen Großmolkerei DMK Deutsches Milchkontor GmbH sowie ihrer Muttergesellschaft Deutsches Milchkontor eG untersuchen. Außerdemhat das Kartellamt die Anbieter von Reis und Hülsenfrüchten auf dem Radar. Namen wurden nicht veröffentlicht. Es sollen bekannte Lieferanten des Lebensmittel- Einzelhandels betroffen sein. Bestätigen sich die Vermutungen der Ermittler, drohen Millionenstrafen. Ob in diesem Fall die Kronzeugenregelung greift, mit Nachlässen für die Firmen, die zuerst vor dem Kartellamt aussagen, bleibt vorerst offen.
Kartellamt Weitere Branchen im Visier
Das Kartellamt prüft Verstöße in der Milchindustrie und bei Anbietern von Reis und Hülsenfrüchten.
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