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Hintergrund Erreger bedroht Zitrusernten

Heidrun Mittler | 07. Oktober 2013
Hintergrund: Erreger bedroht Zitrusernten

Bildquelle: Shutterstock

Noch ist der Bösewicht (ein Blattfloh) nicht bei uns angekommen. Weltweit aber verursacht er große Schäden.

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Eine Pflanzenkrankheit bedroht die Zitrusernte, vor allem in den großen Plantagen in Florida und Brasilien. Es handelt sich dabei um eine Infektion mit einem speziellen Bakterium, das die Pflanzen befällt und die Leitungsbahnen verstopft. Dadurch werden die Blätter gelb, zugleich werden die Früchte nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und sterben ab.

Das Bakterium gelangt über einen Zwischenwirt auf die Zitruspflanzen: den asiatischen Zitrusblattfloh, der nur drei Millimeter groß ist. Während er an den Pflanzen saugt, überträgt er das Bakterium.

Die Krankheit wurde schon im 18. Jahrhundert entdeckt. Seit den 1960er-Jahren wütet sie in Thailand. Durch den weltweiten Handel verbreitete sie sich schnell – mittlerweile verursacht sie in Asien, Florida und Brasilien große Ernteschäden. Bislang gab es kein Gegenmittel, betroffene Plantagen mussten komplett gerodet werden.

Hoffnung ist in Sicht: Die Erzwespe frisst den Floh mitsamt Erreger.

Nun haben auch die europäischen Zitrusanbauer Angst, dass die Krankheit (über den Floh) auf ihre Felder gelangen könnte. Bei San Lucar, Anbieter von Zitrusfrüchten in Premiumqualität, heißt es, dass die Felder der San Lucar-Produzenten derzeit nicht von der Krankheit befallen sind. Das Thema wird allerdings sehr ernst genommen. Bislang seien eher Fruchtsaft-Produzenten betroffen. Schützend wirkten sich auf jeden Fall ein gekühlter Transport der Früchte sowie eine geschlossene Kühlkette aus.

Bisher konnten die Anbauer nur darauf achten, dass die Jungpflanzen gesund waren. Bei Befall versuchen sie, den Blattflöhen mit Pflanzenschutzmitteln zu Leibe zu rücken. Doch jetzt ist Hoffnung in Sicht: Forscher in den USA setzen auf die sogenannte Erzwespe, so der Industrieverband Agrar. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Fressfeind des Blattflohs. Die Wespe legt ein Ei auf dem Blattfloh ab, ihre Larve dringt in den Floh ein und verspeist ihn von innen – mitsamt den Bakterien.

Weil den Plantagen der Totalschaden droht, so der Industrieverband Agrar weiter, arbeiten Wissenschaftler intensiv an weiteren Lösungen. Ein Schwerpunkt ist die Züchtung resistenter Sorten.

Bild: Eine gesunde Orange – wenn aber die Krankheit in der Plantage wütet, sterben die Früchte ab.