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Tiefkühlkost Für mehr Transparenz auf dem Teller

Susanne Klopsch | 19. April 2013
Tiefkühlkost: Für mehr Transparenz auf dem Teller

Bildquelle: Hoppen

Siegel, Zertifikate, Rückverfolgung: Markenhersteller von TK-Fertiggerichten wollen beim Kunden keinen Zweifel über die Herkunft der Zutaten aufkommen lassen.

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Bis Mitte Februar lief alles ganz gut. Allein 2012 war der Markt der Tiefkühlkost nach Angaben von Patrick Augener, TK-Experte bei Nielsen, um knapp 3 Prozent auf 5,29 Mrd. Euro gestiegen (Wert), der Absatz stieg um 1,3 Prozent. Doch dann tauchten immer mehr TK-Fertiggerichte auf, die neben Rind- auch undeklariertes Pferdefleisch enthielten – und die Verbraucher machten einen Bogen um TK-Lasagne oder -Cannelloni. „Der Aufstieg der immer beliebteren Tiefkühl-Fertiggerichte ist erst einmal gestoppt“, heißt es im jüngsten Consumer Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), „ein kräftiges Wachstum ist in ein zum Teil kräftiges Minus umgeschlagen.“ Entscheidend seien die nächsten Wochen.

Dem Handel wurde in diesem Zusammenhang eine „geradezu vorbildliche Aufklärung“ der Verbraucher bescheinigt: Eigene Produkte seien umgehend auf Pferdefleisch kontrolliert worden und seien notfalls direkt aus dem Regal geräumt worden.

Doch auch die Markenhersteller von TK-Produkten waren nicht tatenlos und haben etwa die Kommunikation mit dem Verbraucher intensiviert. Generell sehen die von der LP angesprochenen Unternehmen gerade jetzt die Marke als Anker für Kundenvertrauen sowie als Orientierungshilfe. Transparenz sei ein Muss. Hier einige Beispiele:

Zutatentracker: Zehn Jahre nach der Einführung des Frosta-Reinheitsgebots legen die Bremerhavener für ihre Marken-TK-Fertiggerichte die Herkunftsländer sämtlicher Zutaten sowie Informationen wie Anbau und Herstellung der Zutaten offen. Der Kunde findet alles auf der Internetseite www.zutatentracker.de oder liest es direkt am PoS via Verpackungs-Code mit dem Smartphone ein. Iglo-Kunden erfahren über den Spinattracker auf www.iglo.de, welcher Landwirt den Spinat auf welchem Feld angebaut hat. „Seit letztem Jahr ist diese Rückverfolgung auch für die Iglo-Fischprodukte möglich“, sagt Nina Engelbrecht, Iglo Marketing Development & Communication Manager.

Siegel und Zertifikate: „Sie geben dem Verbraucher eine gute Orientierung bei der Auswahl von Lebensmitteln“, sagt Susanne Ponick, Marketingleiterin Apetito Retail. Eine klare Deklaration der Zutaten schaffe Transparenz: „Unsere Zutatenlisten sind verbraucherfreundlich, das heißt, sie sind verständlich geschrieben, so wie man daheim einen Einkaufszettel schreibt.“ Bei Wagner Tiefkühlprodukte setzt man weiterhin auf das 2009 eingeführte Sorgfalts-Prinzip, denn „Vertrauen wird durch absolute Transparenz im Dialog mit dem Kunden geschaffen“, sagt Anke Barge, Leiterin Handelsmarketing. Grundsätzlich werden in der Produktion qualitativ beste Rohstoffe aus möglichst regionaler Erzeugung verwendet, d. h aus Deutschland und angrenzenden Ländern. „Dabei legen wir Wert auf eine langjährige und enge Partnerschaft mit unseren Lieferanten.“

Herkunft: Die Lieferung durch deutsche Vertragsbauern und der Bezug zur Region stehen bei den Kartoffelspezialisten Agrarfrost und Schwarmstedter schon seit Jahren im Mittelpunkt und werden sowohl auf den Verpackungen als auch im Internet ausführlich und nachvollziehbar kommuniziert. Agrarfrost setzt seit Jahren auf ein Clean-Label: Die Produkte enthalten keine künstlichen Geschmacksverstärker, Aromazusätze und Farbstoffe. Im Mai will Schwarmstedter mit einem überarbeiteten Auftritt im Netz stärker über die Zutatenliste und Nährwerte informieren.

Verbraucherservice: Seit 40 Jahren beantworten etwa bei Dr. Oetker Mitarbeiter Anfragen zu Inhaltsstoffen, Herkunft der Zutaten, allergen wirkenden Zutaten, Nährwerten oder Rezepten.