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André M. Steeg, Hauptabteilungsleiter Marketing Nährmittel, Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG
Die deutsche Eierwirtschaft appelliert an den deutschen Lebensmittelhandel, umgehend die Kontraktbindung zu lockern und den Erzeugern einen „angemessenen und fairen Preis“ zu zahlen. „Die ruinöse Marktsituation muss so schnell wie möglich beendet werden“, fordert Dr. Thomas Janning, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.
In den Lieken -Produktionsstätten wurde zum Jahresbeginn komplett auf Eier aus Bodenhaltung umgestellt. Die durch die Umstellung bedingten Mehrkosten tragen die Konsumenten der Produkte laut Unternehmensangaben bereitwillig. Das bestätige Lieken in seinem nachhaltigen Handeln.
„Momentan rechnen wir aufgrund der bestehenden Verträge mit Erzeugern nicht mit Versorgungsengpässen. Aber es ist davon auszugehen, dass im Jahresverlauf nachfragebedingt die Preise anziehen. Steinhaus hat bereits 2010 in der Produktion auf Bodenhaltungs- und Freilandeier umgestellt. Die Entscheidung zur Verwendung von Eiern aus alternativen Haltungsformen sehen wir nicht als rein werbliche Maßnahme, sie ist vielmehr unserem Anspruch nach hochwertigen Zutaten für qualitätsorientierte Frischeprodukte geschuldet.“
Oliver Frielingsdorf, Leitung Marketing, Steinhaus
„Wir haben Mitte 2011 komplett auf Eier aus Bodenhaltung umgestellt. Dahinter steht neben der Erfüllung des Verbraucherwunsches auch eine entsprechende Erwartungshaltung vieler Handelspartner: Zudem wollen wir die Komplexität in der Produktion nicht durch zwei unterschiedliche Rohstoffbasen zusätzlich erhöhen. Da sich aus unserer Sicht Eier aus Bodenhaltung, zumindest im Frischei-Segment, zum Marktstandard entwickelt haben, loben wir bei unseren Marken die eingesetzten Eier aus Bodenhaltung nicht explizit aus. Viele unserer Handelspartner weisen bei ihren Handelsmarken allerdings auf diese Rohware hin. Im Moment verfügen wir noch über laufende Kontrakte, die unsere Versorgung sicherstellen. Einzelne Produkte wie Eier-Salate, Eier-Aufstriche oder Kartoffelsalate mit hohen Ei-Anteilen werden natürlich auch für uns kalkulatorisch schwieriger zu bewerten. Ob ein Upgrading in Richtung „Freiland“ oder „Bio“ etwas bringt, ist fraglich. Unsere Erfahrungen mit Bio-Eiersalat beispielsweise zeigen, dass die Bereitschaft des Verbrauchers dafür mehr zu zahlen, schnell an Grenzen stößt.“
Oliver Krück, Marketing Manager, Kühlmann
Kuchenmeister teilt mit, man sei von der Eierverknappung und den dramatisch gestiegenen Beschaffungspreisen betroffen. Man suche im gesamten Produktionskreislauf nach Optimierungsmöglichkeiten, um die Folgen der Preissteigerungen abzumildern. Dennoch müsse man sich damit auseinandersetzen, dass die Produkte durch steigende Rohstoffpreise verteuert würden. Es sei unvermeidlich, die Preissteigerungen für Eier an die Kunden weiter zu geben.
