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Fruit Logistica Gegensteuern

Heidrun Mittler | 07. März 2012
Fruit Logistica:  Gegensteuern

Bildquelle: Fruit Logistica

Nach der EHEC-Krise setzt die Fruchtbranche auf Kommunikation . Bei der Messe Fruit Logistica starteten mehrere Kampagnen.

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Stark gebeutelt von den letztjährigen Einbrüchen durch den EHEC-Erreger gehen deutsche und europäische Fruchtproduzenten jetzt in die Offensive. Bei der Fruit Logistica in Berlin – der Leitmesse für Obst, Gemüse und allem, was dazugehört – starteten sie Kampagnen, die das Image ihrer Produkte verbessern sollen.

Über Gelder der EU freuen sich beispielsweise die Niederländer, die „My Tomato“ vorstellten. Projektmanagerin Mirjam Hendriks will die Konsumenten „für Tomaten begeistern“ und den Verzehr „deutlich steigern“. Dafür setzt sie auf warenkundliche und kulinarische Informationen, die Einbindung prominenter Experten (wie Joey Kelly, ehemals The Kelly Family) und viel Bewegung auf einer eigenen Facebook-Fanpage.

Verschiedene spanische Produzenten, vor allem aus Andalusien und der Region Murcia, haben sich zu der Initiative „We care, you enjoy“ zusammengetan. Michael Roos von der Agentur Roos koordiniert die geplanten Maßnahmen in Deutschland. Er weist darauf hin, dass „neben der EHEC-Krise auch noch der kalte, verregnete Sommer die spanischen Produzenten wirtschaftlich ins Mark getroffen hat“. Nun wollen die Spanier, unterstützt durch EU-Fördermittel, informieren, wie sicher der Anbau von Fruchtgemüse in ihrem Unterglasanbau ist. Schauspielerin Esther Schweins leiht der Kampagne ihr Gesicht, unter anderem sind PoS-Aktionen geplant.

„Einfach naheliegend“ lautet die Kernbotschaft für deutsches Obst und Gemüse. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. (BVEO) hat eine Verbraucherkampagne gestartet, die heimische Früchte samt neuer Marke in den Vordergrund rücken soll.

Weitere Themen der Messe: Nachhaltigkeit, Qualität und – wie immer – Preise. Abschlüsse wurden auf der Messe kaum getätigt, es geht vielmehr ums „Networking“. Auf großes Echo stießen bei den 56.000 Fachbesuchern Innovationen. Wobei es in der Fruchtbranche schwierig ist, wirklich neue Produkte zu zeigen: Meist gibt es sie ja irgendwo auf der Erde, sie sind nur bei uns wenig bekannt. Eine Ausnahme machen Züchtungen wie Paprika ohne Samen oder grüne Cherrytomaten. Diese und weitere Produkte wählten die Messebesucher zu den interessantesten Erzeugnissen.

Bild: Den Konsum fördern – das haben sich zahlreiche Kampagnen zum Ziel gesetzt.