Tiefkühlkost wird immer spezieller. Eine zunehmende Segmentierung des Angebots kommt dem Bedürfnis der Verbraucher nach Abwechslung und Vielfalt entgegen. Mit Neuprodukten sowie verstärkten Werbe-Aktivitäten wollen Hersteller 2012 für Bewegung in den Truhen des Handels sorgen. Ein Wermutstropfen sind die Rohstoffpreise: „Preisanpassungen lassen sich leider nicht vermeiden, wenn Herstellungs- und Vermarktungskosten steigen“, sagt z.B. Thomas Klein, Retail Director McCain Deutschland.
Dabei musste TK-Kost 2011 eine leichte Schwächephase verzeichnen: Der Umsatz stieg um 0,7 Prozent gegenüber Vorjahr (siehe Tabelle). Dabei darf man aber nicht vergessen: Wir reden über einen Markt mit einem Volumen von gut 5,1 Mrd. Euro. Zweitgrößer Umsatzbrocken: der Markt der TK-Pizzen. Markttreiber hier: die Markenhersteller Dr. Oetker und Wagner Tiefkühlprodukte. Dr. Oetker konnte laut Hans-Wilhelm Beckmann, Hauptabteilungsleiter Marketing Tiefkühlkost, dank der Klassiker Ristorante sowie dank des Tradizionale-Sortiments seine Marktanteile deutlich ausbauen – das Nachsehen hatten Handelsmarken. Auch bei TK-Snacks sind die Bielefelder laut Beckmann Wachstumstreiber in einem expansiven Markt. Unterstützt werden die Marken in diesem Jahr durch TV-Werbung und mehr Aktionen.
Rund 363 Mio. Euro gaben die Bundesbürger 2011 für TK-Kartoffelprodukte aus. „Das Potenzial für die Marke liegt vor allem in einer weiteren Differenzierung“, sagt Manfred Wulf, Geschäftsführer Agrarfrost,. Er nennt saisonale Konzepte, höhere Convenience-Grade und das Attribut hochwertig, wie bei der Subrange Purer Genuss (u. a. Kartoffelpuffer mit Haferflocken und Zwiebeln). Neue Verwender sollen durch die Lizenzmarke „Hello Kitty“ angesprochen werden. Promotions, die Probierkäufe anregen, neue Verwendungsanlässe zeigen und „die zudem Aufmerksamkeit erregen“ (Andreas Jürges, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb Schnefrost/Schwarmstedter) sind nach Ansicht vieler Hersteller ein probates Marketinginstrument. Reine Preisaktionen gaben laut Beckmann keine erkennbaren Marktimpulse. Iglo setzt auf eine Dachmarkenkampagne mit Käpt’n Iglo als Werbefigur. Weitere Beispiele für Differenzierung: Apetito baut die MinusL-Range aus. „Die laktosefreien G erichte werden vom Handel sehr aufgenommen“, sagt Andres Ruff, Vorstandsvorsitzender; Frosta launcht vegetarische TK-Fertiggerichte mit dem Label des Vegetarierbund Deutschlands; McCain setzt mit 1-2-3-Frites Western Style das „Sorte des Jahres“-Konzept fort.
\\ Eine neue Broschüre des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) beantwortet Fragen rund um Tiefkühlkost und soll dem Handel bei der Planung von Aktionen helfen. Kostenlose Bestellung unter
Tiefkühlkost Differenziertes Angebot
Auch wenn Tiefkühlkost 2011 eine leichte Schwäche zeigte: Eine stärkere Segmentierung und mehr Werbung soll die Umsätze wieder ankurbeln.
Bildquelle: Thienemann
Bildquelle: Thienemann
Das könnte Sie auch interessieren
Viel gelesen in Hersteller
-
Frucht mit KroneSchlechte Ernten, gestörte Lieferketten – der Ananasmarkt ist in Bewegung -
Gesünder naschenDarum sind funktionelle Süßigkeiten im Kommen -
So entsteht...Der Früchtetee italienische Limone – von der Rohware bis zur Verpackung -
AnzeigeMoldauische Weine erobern den deutschen Einzelhandel
Im Gespräch - Hersteller
-
Ritter Sport„Nachhaltigkeit ist ein Marathon, kein Sprint“Mehr Nachhaltigkeit beim Kakao und bei anderen Zutaten ‒ das ist das Ziel der Schokoladenhersteller. Viel wurde bereits erreicht, doch es bleibt noch einiges zu tun. Benno Mauerhan spricht über Nachhaltigkeit, sein erstes Jahr als DACH-Chef und horrende Kakaopreise.
-
Neue Plastik-RegelnKleinbetriebe vor dem Aus?Die LP sprach mit dem AVU-Vorsitzenden Dr. Carl Dominik Klepper über die jetzt beschlossene EU-Verpackungsverordnung und deren Auswirkungen auf die Branchen in der Wertschöpfungskette des Lebensmitteleinzelhandels.
