Laut Angaben des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) stieg der Umsatz der deutschen Hersteller im Zeitraum Januar bis März 2025 um 1,7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Während das Inlandsgeschäft mit einem Zuwachs von 6,2 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro deutlich zulegte, schrumpfte der Export um 5,1 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Schon im Vorjahr hatte sich eine Trendumkehr angedeutet – mit einem Rückgang des Auslandsumsatzes um 3,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in den Standort Deutschland: Drei Viertel der Unternehmen halten ihn laut IKW-Umfrage für eher unattraktiv.
Export schwächelt
Der Verband nennt geopolitische Unsicherheiten und gestörte Handelsbeziehungen als zentrale Ursachen. Besonders angespannt ist die Lage im transatlantischen Handel. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Exportmarkt der europäischen Kosmetikindustrie, mit einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtexport. 2024 lieferten deutsche Hersteller Produkte im Wert von 286 Millionen Euro an Kunden in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig importierten sie Waren im Wert von 206 Millionen Euro. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Roland Berger im Auftrag des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel beziffert den Inlands- und Exportumsatz der Schönheits- und Haushaltspflegebranche in Deutschland auf insgesamt 34,6 Milliarden Euro. Rund 1.000 kleine und mittelständische sowie 60 größere Unternehmen der Branche beschäftigen den Angaben zufolge rund 533.000 Menschen. Die Firmen entwickeln zunehmend Produkte mit Blick auf ökologische und soziale Aspekte – etwa vegane Formulierungen oder wassersparende Rezepturen. Verpackungsoptimierung und der Einsatz nachhaltiger Inhaltsstoffe zählen zu den wichtigsten ökologischen Nachhaltigkeitsschwerpunkten der Schönheits- und Haushaltspflegebranche. Laut einer IKW-Umfrage haben 76 Prozent der Körperpflege- und 64 Prozent der Haushaltspflegeunternehmen hier ihren Fokus. Darüber hinaus setzen 59 Prozent der Körperpflege- und 61 Prozent der Haushaltspflegeunternehmen stark oder sehr stark auf biobasierte oder biologisch abbaubare Inhaltsstoffe. Freiwillige Nachhaltigkeitsinitiativen zeigen laut Industrieverband Wirkung: Seit 2006 ist der Energieverbrauch pro produzierter Tonne um 45 Prozent gesunken.

Regulierung bremst
Gleichzeitig wächst der Druck durch nationale und europäische Regulierungen wie die Entwaldungsfreiverordnung. Laut Studie empfinden 90 Prozent der Unternehmen die Gesetzeslage als starke Belastung. 40 Prozent rechnen mit zusätzlichen Kosten im sechsstelligen Bereich. Der zunehmende Regulierungsdruck belastet offenbar Innovationsvermögen und Standortvertrauen: Knapp 50 Prozent der befragten Schönheitspflegehersteller gaben an, dass sie wegen der Regulierungen bereits ein Produkt zurückziehen oder relaunchen mussten. Etwa 40 Prozent mussten eine Innovation aufschieben oder darauf verzichten.
