Pilotprojekt Emissionen runter? Wasa will es noch genauer wissen

Der Knäckebrothersteller verlängert die Zusammenarbeit mit Indigo Ag beim Roggenanbau auf insgesamt fünf Jahre.

Dienstag, 28. Mai 2024 - Sortimente
Susanne Klopsch
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Bildquelle: Barilla Deutschland

Mit Blick auf die CO2-Emissionen liegt für Hersteller von Brot und Backwaren der Anbau des Getreides im Normalfall außerhalb ihrer Einflussmöglichkeiten. Dort fällt allerdings ein hoher Anteil der CO2-Emission in der Wertschöpfungskette an (Scope-3-Emissionen).

2020 startete Barilla mit seiner Tochter Wasa hierzu gemeinsam mit Indigo Agriculture (Indigo Ag) und lokalen Partnern aus dem Agrarbereich das Pilotprojekt „Carbon Farming“. Das Ziel: beim Anbau von Roggen innerhalb Wasas Lieferkette in Deutschland sowie Schweden regenerative Landwirtschaftspraktiken zu fördern, um die Reduktion von Emissionen voranzutreiben und zu dokumentieren.

Ursprünglich war das Projekt auf drei Jahre angelegt. Es wurde nun um zwei weitere Jahre verlängert. Wasa und Indigo Ag arbeiten mit 14 Landwirten in Deutschland und Schweden zusammen. Insgesamt wurden 200 Hektar Ackerfläche auf regenerative Landwirtschaft umgestellt. Das Projekt umfasst Felder mit Fruchtfolgen aus Winterkulturen (Roggen, Raps, Weizen) sowie Frühjahrskulturen (Mais, Kartoffeln). „Wir konzentrieren uns auf ein und dasselbe Gebiet, um die Entwicklung der Bodeneigenschaften auf denselben Feldern verfolgen zu können“, sagt Bastian Diegel, Regional Manager Sustainability bei Barilla Deutschland.

Laut Indigo ermöglicht die Verlängerung des Projekts, dem ursprünglichen Ausgangswert eine über insgesamt­ fünf Jahre laufende Bodenbeprobung hinzuzufügen. Damit ließe sich eine ­Plattform für weitere Forschung zu Emissionsreduktionen und Kohlenstoffbindung schaffen. Gleichzeitig gehe es auch darum, die Skalierbarkeit regenerativer landwirtschaft­licher Praktiken zur Dekarbonisierung von Lieferketten in der Landwirtschaft besser zu verstehen.

Indigo Ag verbindet die Akteure in der nachhaltigen Landwirtschaft über eine digitale Geschäftsplattform. Ziel ist es nach eigenen Angaben, Nachhaltigkeit in einen Mehrwert für Landwirte, Agrarunternehmen und Hersteller umzuwandeln.

Ähnlich wie bei dem deutschen Start-up Klim (siehe S. 68 und 69 in diesem Heft) bietet das Unternehmen eine digitale Vernetzung der Beteiligten und vermittelt das Know-how für die regenerative Bewirtschaftung von Ackerflächen. Das Unternehmen ist in 14 Ländern tätig. Der Hauptsitz ist im US-amerikanischen Boston, Massachusetts, die europäische Gesellschaft arbeit vom schweizerischen Basel aus.

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