Brot und Backwaren Boden besser machen

Regenerative Landwirtschaft kann helfen, Lieferketten nachhaltiger 
zu machen. Das Start-up Klim verknüpft Bauern und Handel sowie Hersteller miteinander. Auch Kaufland ist mit dabei.

Dienstag, 28. Mai 2024 - Sortimente
Susanne Klopsch
Artikelbild Boden besser machen
Bildquelle: Getty Images

Das Start-up Klim will die regenerative Landwirtschaft unterstützen. Dazu bringt es Landwirte und Hersteller, Händler, Bäcker und andere Unternehmen zueinander. Mit Nutzen für alle. Vor allem mit Blick auf nachhaltige Lieferketten.

Und so funktioniert das Prinzip Klim: Die Berliner bieten Bauern, die ihre Äcker künftig in regenerativer Landwirtschaft bearbeiten wollen, eine digitale Plattform, um dies praktisch umzusetzen. Klim unterstützt über seine App mit Know-how zu Emissionen und deren Verminderung im Betrieb, fördert den Austausch in der Community, fordert aber auch regelmäßig konkrete Nachweise und Dokumentationen zu umgesetzten Maßnahmen. Und unterstützt bei der Finanzierung, etwa beim Ankauf von zusätz­li­chem Saatgut für Zwischenfruchtmischungen. Hier kommen dann Filialbäcker wie „Die Lohners“ oder Händler wie Kaufland ins Spiel: Diese finanzieren das Engagement über einen Unterstützungsbeitrag. Das kann ein Anteil pro verkauftem Produkt sein oder sich aus dessen CO2-Fußabdruck ableiten und daraus, wie viele CO2-Zertifikate gekauft werden müssten, um diesen auszugleichen. „Der CO2-Fußabdruck der Brote wird dabei durch regionale Landwirte kompensiert“, sagt Maja Wiegand von Klim mit Blick auf „Die Lohners“.

5

Prozent der Acker­flächen in Deutsch- land sind auf der Klim-Plattform 
registriert.

3.500

Landwirte arbeiten mit Klim zusammen.

15

Unternehmen aus der Lebensmittelbranche sind Partner von Klim, darunter Kaufland, Edeka Südwest, Lorenz, Nestlé Deutschland.
Quelle: Klim

Bei dem Filialbäcker aus Rheinland-Pfalz heißen die Unterstützerbrote „Klimabrote“, tragen eine grüne Banderole. In den 190 Filialen wurden seit Februar 2023 rund 1,2 Millionen davon verkauft. An Klim flossen, so Wiegand, bis Mai 2024 damit als „Unterstützerbeitrag“ insgesamt etwa 120.000 Euro.

Kaufland ist seit vergangenem Jahr Klim-Kooperationspartner. Vor allem der „unkomplizierte Ablauf, die effiziente Wirkung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe haben uns direkt von der Zusammenarbeit mit Klim überzeugt“, heißt es aus Neckarsulm. Kaufland initiierte mit Klim ein Carbon-Inset­ting-Projekt – also ein Klimaschutzprojekt, das direkt in Kauflands Lieferkette umgesetzt wird und dort CO2-Reduktionseffekte hat. Konkret geht es um den Hafer im K-Classic Bircher-Müsli. „Die regenerativen Maßnahmen in den landwirtschaftlichen Betrieben wurden für das erste Projekt 2023 auf knapp 450 Hektar Ackerfläche umgesetzt“, bilanziert Kaufland. „Damit wurden mehr als 600 Tonnen CO2 eingespart.“ Um die Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) zu reduzieren, hat Kaufland Lieferanten verpflichtet, sich bis 2026 Klimaziele nach Methodik des SBTi (Science Based Targets initiative) zu setzen. „Dabei unterstützen wir diese.“ Auf der Produktver­packung weist Kaufland nicht auf das Klim-Engagement hin.

Kaufland-Lieferant Harald Will aus der Nähe von Schwerin will 2024 etwa 60 Prozent seiner Flächen (600 Hektar) regenerativ bewirtschaften. Er freut sich, dass er nun weiß, in welchem Produkt konkret sein Hafer verarbeitet wird.

Regenerative 
Landwirtschaft


Regenerative Landwirtschaft will einerseits durch reduzierten Einsatz von 
Betriebsmitteln Emissionen vermeiden und andererseits durch bestimmte An­baumethoden CO2 aus der Atmosphäre entfernen und im Boden speichern. Der erhöhte Kohlenstoffanteil soll den Boden resilienter gegenüber Extrem­wetterereignissen machen. Die Stärkung von Böden und Bodenleben sowie die Förderung der Biodiversität sind zentrale Elemente. Dies bindet Nährstoffe und Wasser besser im Boden. Das reduziert laut Klim in der Folge den Bedarf an Pflanzenschutzmit­teln, Herbiziden, Düngemitteln. Gleichzeitig steige die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre-/Hitzeperioden. Zum Konzept gehört auch die Diversifi­zie­rung von Fruchtfolgen.

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