Klimawandel „Mehr Frostschäden und auch mehr Sonnenbrand“

Wetterkapriolen machen auch den Obstbauern vermehrt zu schaffen. Welche Apfelsorten sind betroffen ?

Mittwoch, 27. September 2023 - Sortimente
Hedda Thielking
Artikelbild „Mehr Frostschäden und auch mehr Sonnenbrand“
Bildquelle: Esteburg Obstbauzentrum Jork

Wie sich der Klimawandel im Obstbau bemerkbar macht, weiß Dr. Karsten Klopp, Leiter des Obstbauzentrums Esteburg im Alten Land, nur zu gut: „Hagelschläge und extreme Hitzeperioden kommen immer häufiger vor. Die Vegetation startet im Norden Deutschlands mittlerweile etwa drei Wochen früher, sodass die Apfelblüte teilweise schon Anfang April beginnt.“ So hatten die Obstbauern in der Elbe-Region in den letzten fünf Jahren zwei Frühjahre mit über 20 Frostnächten während der Apfelblüte zu kämpfen. Bis dahin galten als Maximum durchschnittlich drei bis vier Frostnächte pro Jahr. Durch die Spätfröste im Frühjahr können die Blüten erfrieren und eine ganze Ernte zunichtemachen. Eine präventive Frostschutzberegnung sei dann unumgänglich.

Des Weiteren bekommen Äpfel im Hochsommer durch unmittelbare hohe und andauernde Sonneneinstrahlung zunehmend Sonnenbrand. „Bis zu 15 Prozent der Früchte am Baum sind dann nicht mehr vermarktungsfähig, da bleibt wirtschaftlich kein Erfolg“, so Klopp. Noch nicht in seiner Dramatik abzusehen sei, wie sich durch die Folgen des Klimawandels die Schädlingsmenge im Obstbau in den nächsten Jahren vervielfachen werde. Deshalb laufen an der Obstbauversuchsanstalt Jork der Landwirtschaftskammer Niedersachsen schon zahlreiche Versuche, wie man den bereits veränderten Schädlingsdruck in Schach halten kann.

Wie Apfelsorten reagieren
Die Hauptsorten Elstar und Jonagored sowie die neueren Markensorten Kanzi, Junami und Fräulein zeigen bislang noch keine nachweislichen Folgen der Erwärmung und Vegetationsausdehnung. Dagegen wird der Holsteiner Cox schneller reif, er hat nicht mehr die gewohnte Stabilität in der Lagerung und kann schneller überreif werden. Sein Anbau wird sich deshalb weiter in den Norden verlagern. Dagegen profitiert die Sorte Braeburn von einer längeren Vegetationsperiode und kann Ende Oktober ausgereift geerntet werden.

Neue Apfelsorten, die speziell auf die veränderten Klimabedingungen abgestimmt sind, sind laut Klopp noch kein relevantes Thema. Es seien andere Gründe, die den Markt bereits heute und auch künftig verstärkt beeinflussen werden, allen voran die in Deutschland deutlich gestiegenen Produktionskosten. Er ist überzeugt: „Die deutschen Erzeuger werden die Herausforderungen mit Innovationen und einer Hervorhebung ihrer regionalen, klimaschonenderen Produktion meistern.“

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