Italienische Produkte Bella Italia in Schieflage

Der Sparkurs trifft die Italiener hart, die ganz normalen Leute, aber auch die Wirtschaft. Auch wenn der Export schwieriger wird, seine Bedeutung steigt.

Donnerstag, 06. Oktober 2011 - Sortimente
Artikelbild Bella Italia in Schieflage
Bildquelle: iStockphoto

Arrivederci Roma, denkt sich manch italienischer Exporteur von teuren Produkten dieser Tage. Denn wenn die Kaufkraft in Italien sinkt, suchen Unternehmer gerne ihr Wohl im Export. Obwohl Deutschland für italienische Food-Exporteure der Absatzmarkt Nummer 1 ist, erschwert der hiesige, harte Preisdruck das Engagement der Italiener in Deutschland. Doch Ferrari und Prada zeigen, dass es geht, dass man auch hier zu Lande teure, italienische Produkte und Marken liebt, aber eben auch die Inszenierung, das „Storytelling“, das dazu gehört.

Dazu haben die mehr als 1.200 italienischen Aussteller bei der Anuga alle Gelegenheit. Viele von ihnen bieten Produkte an, die einzigartig sind: Naturprodukte oder Spezialitäten mit EU-Schutz wie Parmaschinken – jedenfalls Artikel, mit denen sich eine Geschichte, ein bisschen „Bella Italia“ mitverkaufen lässt. Was die Deutschen wollen, ist Dolce Vita zum Discountpreis. Aber es gibt Wege, dieses Verhalten zu ändern, nämlich an das Qualitätsbewusstsein der Konsumenten zu appellieren, Aufklärung zu betreiben und die Diskussion vom Argument Preis wegzulenken zum Argument Einkaufserlebnis. Einer, der das versteht, ist Domenico Levato, der Marktleiter vom Standa in Köln. Er sorgt bei seinen Kunden immer für „italienischen Momente“, versteht es, das Image Italiens in Szene zu setzen. Gute Beispiele, wie eine erfolgreiche Kampagne auszusehen hat, nennt Claudia Nikolai, die Geschäftsführerin der italienischen Handelskammer für Deutschland. Aus Erfahrung weiß sie: Viele kleine Einzelaktionen bringen nichts. Nikolai fordert eine bundesweite Kampagne, die von mehreren Regionen und Konsorzien gemeinsam getragen wird. Sie weiß auch: Viele Hersteller sind für sich genommen zu klein, um den deutschen LEH beliefern zu können. Oft scheitert es an der Verfügbarkeit der Menge, manchmal aber auch an der Logistik. Eine Chance sind da kleinere Handelsunternehmen wie Dohle und Kaiser’s Tengelmann oder auch selbstständige Kaufleute, die mehrere Märkte betreiben. Benvenuti.


Neue Produkte

Im Gespräch - Hersteller