Verpackung Nachhaltig drucken

Die Unternehmen Goldsteig, Südpack und Köstlin haben eine neue Drucktechnologie entwickelt, die Maßstäbe im Verpackungsdruck setzen will.

Montag, 04. Oktober 2021 - Sortimente
Silke Wartenberg
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Bildquelle: Südpack

In einem nur zehnmonatigen Prozess haben die Goldsteig Käsereien Bayerwald, der Verpackungshersteller Südpack sowie der Druckdienstleister Köstlin mit SPQ (Sustainable Print Quality) eine umweltfreundliche Technologie für den Verpa‧ckungsdruck im Bereich Flexodruck auf Basis des erweiterten Farbraums entwickelt. Voraussetzung für den Einsatz ist eine durchgängige Standardisierung der Maschinen- und Prozessparameter sowie ein durchgängiges Farbmanagement entlang der gesamten Prozesskette.

Grundsätzlich arbeitet der Flexo-druck mit Sonderfarben. Damit ist ein erhöhter Aufwand für das Mischen der Farben und die Maschinenumrüstung verbunden. Die Farb- und Lösemittelabfälle sowie der Bedarf an zusätzlichen Druckformen jedoch beeinflussen den CO2-Fußabdruck negativ. Bei der SPQ-Technologie hingegen werden laut Hersteller ähnlich wie beim Offset- oder Digitaldruck in der Druckvorstufe alle Designs über die standardisierte Farbpalette automatisiert und prozessstabil abgebildet. Das standardisierte Farbmanagement bietet dabei weitere Vorteile. Denn durch die feste Farbpalette verringert sich der Rüstaufwand – ein Aspekt, der sich insbesondere bei häufig wechselnden Chargen positiv bemerkbar macht. Zugleich bedeuten weniger Farbwechsel auch eine Reduzierung des Farbverbrauchs beziehungsweise -abfalls.
SPQ soll Farbe und Lösemittel sparen, weniger Produktionsabfälle und einen niedrigeren Energieaufwand haben und somit eine bessere CO2-Bilanz beim Verpackungsdruck aufweisen als herkömmliche Technologien. Bei den Druckbildern für Goldsteig habe man beispielsweise den Einsatz von Farb- und Lösemitteln um 60 Prozent reduzieren können, sagt Sebastian Scheurell von Südpack gegenüber der LP.

Vorteile in Puncto Nachhaltigkeit
Einen weiteren Vorteil soll der Einsatz einer wasserbasierenden Druckplatte, die zu 100 Prozent lösemittelfrei ist, liefern. „Die Platte saugt kein Lösemittel mehr auf, es gibt so gut wie keinen Druckzuwachs. Dieser bewegt sich bei SPQ Messungen zufolge auf einem Level von etwa 1 Prozent“, so Georg Gelfus von Köstlin. Zudem hätten die neuen Platten deutlich bessere Passer, auch dies wirke sich hinsichtlich des Farbverbrauchs positiv aus. Nach Aussage von Südpack ist es gelungen, den Zielkonflikt zwischen Effizienz und Qualität im Bereich Flexodruck zu lösen – ein wichtiger Aspekt insbesondere für die Lebensmittelindustrie, in der aufgrund kleinerer Losgrößen und einer schnellen Time-to-Market heute eine weitaus stärkere Flexibilität als jemals zuvor gefordert ist. „Bei der Entwicklung von SPQ stand auch als Projektziel fest, dass die Kosten nicht explodieren dürfen“, erklärt Benjamin Grygar von Goldsteig. Und Scheurell ergänzt: „Wichtig ist am Ende, dass wir die Technologie in den Markt bringen und sie auch bezahlbar sein sollte. Das Potenzial für den Einsatz dieser neuen Technologie ist riesig.“

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