Snacking Der Umsatzbringer

Salzige Snacks haben seit Beginn des Lockdowns fast 50 Prozent des Süßwarenumsatzes im Handel gebracht. Doch zunehmend geht es dem Kunden nicht nur um reines Knabbern, sondern auch um ein gesundheitsbewussteres Snacken. Das darf dann auch ein bisschen mehr kosten.

Mittwoch, 14. Juli 2021 - Sortimente
Andrea Kurtz
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Der Snacking-Trend wird bleiben, davon ist Mondelez-Geschäftsführer Fridolin Frost zutiefst überzeugt. „Laut unserer Studie wollen mehr als 70 Prozent der Erwachsenen weiterhin kleine Snacks über den Tag verteilt zu sich nehmen statt großer Mahlzeiten“, sagt er. Dabei geht es um Süßes und Salziges gleichermaßen; Nielsen hat für die gesamte Branche in den zurückliegenden zwölf Monaten ein neues Höchstniveau von 15,347 Milliarden Euro mit einem Plus von 7,1 Prozent oder 1 Milliarde Euro mehr ermittelt. Mit plus 6,9 Prozent liegen auch die Absätze annähernd gleich hoch. Dabei sind es mit jeweils 46 Prozent Schokolade und salzige Snacks, die den Markt treiben.

Snacks stärken Körper und Seele
„Insgesamt wird nicht nur mehr, sondern auch bewusster gesnackt“, hat Frost beobachtet. Mondelez hat zum zweiten Mal in einer globalen Studie das Snacking-Verhalten der Konsumenten untersucht. Dabei wird deutlich: Der Fokus auf ausgewogenere Produkte und Zutaten hat sich verstärkt. 45 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie aktuell bewusster snacken, berichtet Frost. Dabei gehe es um Quantität und Qualität: Über die Hälfte (57 Prozent) geben an, dass sie Portions‧größen besser kontrollieren können, wenn sie zu Hause snacken. 48 Prozent sind der Meinung, dass Snacks sowohl ihren Körper als auch Geist und Seele gestärkt haben.

Grundsätzlich sind es aber die salzigen Snacks inklusive Nüssen, die laut Nielsen mit über 14 Prozent Plus eine noch stärkere Dynamik als im Vorjahr entfalten. Das sei auch auf ein höheres Preisniveau zurückzuführen, heißt es bei Nielsen, denn die Verbraucher würden mehr zu teureren Produkten wie Edelnüs‧sen oder innovativen Snackspezialitäten greifen. „Nüsse gehen immer – in To-go-Packs, im Auto, im (Home-) Office“, betont auch Florian Klaus, Director Brand Psychology und Mitglied der Geschäftsleitung bei K&A Brand Research. Und sie hätten eher Snacking-Charakter als Bonbons oder Schokolade.

Dabei sind es vegane oder Bio-Produkte, gerade auch solche mit zusätzlichen Proteinen auf der Basis von Kichererbsen, Linsen oder anderen Hülsenfrüchten, die zunehmend nachgefragt werden. Schon jetzt tragen die neuen, „gesunden“ Snackspezialitäten rund 45 Prozent zum Umsatzgewinn bei. Insgesamt haben sich die Umsätze in dieser Warengruppe um 25 Prozent erhöht. Salzige Snacks der neuen Generation stünden für einen Zeitgeist-Wandel, glaubt er und meint damit das Bewusstsein der jüngeren Zielgruppe, das zwischen „flexiblen und spontanen Positiv-Erlebnissen sowie den längst überfälligen Lösungen für die großen Themen der Zeit (siehe Fridays for Future)“ hin und her schwanke, erläutert Klaus.

Promotions stimulieren Umsatz
„Man braucht nur ein Display in den Gang zu stellen, und schon wird es leer gekauft“, sagte kürzlich ein gestandener Kaufmann. Der Nielsen-Blick auf die Promotion-Aktivitäten bestätigt: Zwischen März 2020 und Februar 2021 stiegen deren Umsätze um 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; auch die abverkaufte Menge stieg um 16,9 Prozent.

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