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Backwaren Cooles Korn

Susanne Klopsch | 30. März 2020
Backwaren: Cooles Korn
Bildquelle: B. just Bread

Ein New Yorker Bäcker inspirierte Vollkornbäcker Prünte in Gelsenkirchen: Inzwischen gibt es sechs „B. just Bread“- Sorten.

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Für die einen ist es das tägliche Brot, das im Haus schon seit den 1930er-Jahren gebacken wird und im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) unter der Marke Prünte vertrieben wird. Vollkornbrote aus Roggen, Mischbrote mit Weizen und Roggen sowie Spezialitäten wie Pumpernickel oder das klassische rheinische Schwarzbrot. Kräftiges Brot mit Rohstoffen aus der Region, bodenständig. Für die anderen ist es ein cooles Brot, das voll im Trend liegt. So hatten die Gelsenkirchener ihr Brot allerdings bis dato noch nicht wahrgenommen. Da musste erst ein Bäcker aus New York kommen. Dieser war auf der Suche nach Rat und Ideen für gutes deutsches Brot war, das er bei sich backen und verkaufen wollte. Er schaute beim Gelsenkirchener Bäcker Thomas Gill vorbei.

Ein Gespräch mit Folgen: Gill und seiner Frau Susanne machten mit der Gründung des Start-ups „B. just Bread“ 2015 Nägel mit Köpfen. Geschäftsführer wurde Björn Hautmann, der seit mehr als 22 Jahren im Unternehmen tätig ist. Ein Jahr später gab es Logo und Namen: B. für Bread/Brot und just bread – das steht für einfach gutes Brot. Kernige Brote mit Trendzutaten wie Chia, Hafer oder Dinkel. Fast ein Jahr lang wurde an Rezepturen gefeilt, gebacken und getestet, die Verpackung mit der aufmerksamkeitsstarken Banderole mit dem großen B kreiert.
Bei der Anuga 2017 hatte die neue Marke ihren ersten großen Auftritt. „Es gab viel positives Feedback“, beschreibt Geschäftsführer Hautmann. Vor allem Handelseinkäufer aus dem Ausland hatten großes Interesse. Die „B. just Bread“-Brote gibt es seitdem unter anderem bei Jumbo in den Niederlanden oder Colruyt in Belgien sowie Spanien und Italien. „Wir starteten mit einer überraschenden Internationalisierung“, sagt Hautmann.

Inzwischen sind die „B. just Bread“-Brote auch im deutschen Handel zu finden: deutschlandweit bei Kaufland, Tegut sowie in den Foodstarter-Regalen der Edeka. Da ist also noch Potenzial. Was ist das Ziel? „Wir wollen in Deutschland in jedes Brotregal, wo es zur Marke passt“, sagt Hautmann. Warum sollte der Handel Fläche für „B. just Bread“-Produkte freimachen? „Unser Brot bietet Semi-Frische, ist keine Konserve“, sagt Geschäftsführer Hautmann, „wir schließen die Lücke zwischen kurzem und ultra-langem MHD. Wir sind der einzige Anbieter, dem dieses durch eine optimale Frischhaltung gelingt.“ Die „B. just Bread“-Brote werden, wie alle Brote aus dem Hause Prünte, in Gelsenkirchen gebacken. Vor Ort pasteurisiert, sind die 400-Gramm-Packungen bis zu 42 Tage haltbar. Die UVP liegt bei 1,99 bis 2,49 Euro.

Die Positionierung der Marke ist im besten Sinne einfach: Veganes Brot mit größtenteils regionalen Zutaten, plus Trendzutaten wie Chia, Hafer oder Ölsaaten, nachhaltig produziert, da bei der Produktion kein Krümel verschwendet wird, zu viel produziertes Brot geht an Too good to go. Für Brand-Manager Marius Rupieper ist wichtig: „Das Produkt stammt nicht aus dem Chemiebaukasten, ist ohne Konservierungsstoffe hergestellt. Das passt alles zum Zeitgeist.“ Trend ist schon länger das Eiweißbrot. Für die Bäcker eine echte Herausforderung, die richtige Balance im Feuchtegehalt des Brotes zu schaffen – das zudem kernig sein und schmecken soll. Die Gelsenkirchener Bäcker haben das geschafft, sind Hautmann und Rupieper überzeugt. So gehört auch ein Eiweißbrot neben Chia-, Dinkel und Müslibrot zur „B. just Bread“-Familie.

Das alles erleichtert Rupieper die Kommunikation zum Endverbraucher: „Eine Marke wird dann zur Marke, wenn sie eine Geschichte zu erzählen hat.“ Rupieper ist seit November 2019 im Unternehmen. Seit Januar 2020 wird der Markenaufbau in den sozialen Medien intensiviert: Auftritt bei Facebook, Instagram, Pinterest mit Werbekampagnen und bei Linkedin, Xing sowie klassische Pressearbeit. Jüngere Menschen seien so unmittelbar und gut zu erreichen. Sie seien an Trends interessiert und probierten gerne Neues aus, so Rupieper. Die älteren, durchaus vollkornbrotaffinen Brotesser würden vor allem über die aufs Wesentliche reduzierten Inhaltsstoffe angesprochen.

Für Rupieper ist das unmittelbare Feedback über die Sozialen Kanäle Gold wert. Fragen nach Verträglichkeit, nach Inhaltsstoffen und wo man das Brot kaufen kann, werden am häufigsten gestellt – und ohne Rücksicht auf die Uhrzeit im Normalfall auch sehr schnell beantwortet. Das schafft Vertrauen und den Wunsch nach Wiederkäufen.

Beim Blick in die Zukunft kommt das Bodenständige, Unaufgeregte durch: „Wir wollen die Marke solide und vernünftig entwickeln“, sagt Hautmann, „mit dem Fokus auf Transparenz und Regionalität.“ Und das klingt überhaupt nicht uncool.